Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
817-818
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817 Schweif

Schwein 818

sawiglön cdie Flöte blasen, pfeifeny. Urverw. mit lat. s:hilãre«zischen, pfeifen, s-hilus czischend, vgl. Walde.

Schweif, m.(-Lels, Pl.-e): der Schwanz am Kleid, an größern Tieren, am Kometen(1676 b. Francisci Lusthaus 1117) usw. Mhd. saweif m. «Schwung, Gang», dann«umschwingende Be- wegung(s. Vmschabeif), Umkreis, umschlingen- des Band oder Besatz eines Kleidungsstückes, Tierschwanz»(am Pferd, Schaf), im Bergbau «Ausläufer eines Erzgangess, ahd. ssoei; m. cum- schlingendes Schuhband»; dazu anord. sveipr m.«Schlingung, gekräuseltes Haarb. Zu mhd. sweifen, ahd. sweifan«in drehende Bewegung setzen»(s. schaeifen).

schweifen, v.(Prät. schzweifte, Part. ge- schweiſt):(intr.) sich bald da- bald dorthin be- wegen;(tr.) mit geschwungnen Linien od. Zie- raten versehen(im 16. Jh. b. Schweinichen 1,53, technisch 1741 bei Frisch); im Wasser schwin- gend spülen(1626 b. Opitz Argenis 2, 134); fegen, kehren(1555 bei Wickram Rollw. 161, 19, noch schweiz.). In der 1. Bed. 1537 b. Dasypodius u. bei Luther 3, 514 b Schaweiffen, eig.«sich umher- schwingen», zum starken mhd. stweifen(Prät. saief)«in drehende Bewegung setzen, schwin- gen»,(intr.) cumherschweifen, bogenförmig gehn, sich schlängeln⸗, ahd. sweifan«schwin- gen», woneben schwach mhd. seweifen«schwin- gen); dazu asächs. Prät. S⁶ fegte fort», afrs. S⁶εꝓpa«fegens, ags. szvãpan(Prät. sεονιοꝙ) cfegen, schwingen, streichen»(vom Winde), engl. seeep cfegeny und suοop«wegraffen, anord. sveipa «streichen, fegen, dahintreiben, wickeln, kräu- seln, ferner ags. szifan(Prät. swãf)«umher- schweifen», anord. svifa(Prät. sveif)«gehen, sich hinwenden», ags.-engl. sui/t«schnell», got. midjasweipains f. ⸗Sintflut, Oberschwemmung, eig.«Fegung der Mitte», ahd. ubersueifig«über- fließend, zu viely. S. Schweben u. Schzoippe.

schweifwedeln, v. kriechendschmeicheln. Erst in neurer Zeit aus mit dem Schaweife wedeln.

ischweigen, v. Prät. schwieg, Konj. schwiege, Part. geschwiegen): keinen Laut der Stimme, überhaupt keinen Laut hören lassen. Mhd. Saον gen(Prãät. stweic, Part. gesawigen, das Prät. noch bei Luther schaweig, bei H. Sachs schawieg), wo- neben schwach stigen(Prät. sigete, swicte, Part. geswiget), ahd. swi⁹̃én(Prät. Saiéta); da- zu and. swigon(Prät.goda), mnd. soigen (Prãt. sæeεch, suwigede), ndl. awijgen, afrs. swigia, ags. Swigian, woneben swugian, swuroian, su- Wian. Die Annahme von Verwandtschaft mit gr. câv«schweigen), c'yI f. cdas Schweigen'», vgl.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

Bezz. Btr. 19, 267, hat lautliche Schwierigkeiten. 4BL. schweigsam, adj., 1798 bei Adelung.

²schweigen, v.(Prät. schaeigte, Part. ge- schweigt): schweigen machen. Mhd. sweigen, ahd. szweigan, Faktitiv zu 1schaweigen(s. d.).

schweimen, auch schwiemen, v.: leicht dahinschweben; schwach hin u. her wanken. In der 1. Bed. mhd. saeimen«im Kreise schweben, sich schweifend umherbewegen, fliegen, wan- dern», anord. sveima asich rings ausbreiten- (viell. zu schabeifen); in der 2. Bed. md. im 13. Jh. swimen(Prät. swein)«schwanken, sich hin u. her bewegen»; dazu mit schwacher Flexion mnd.-nnd. sawimen æschwindlig sein, betäubt werden, ferner mnd. Saν(e) und swimel m. «Schwindel, Ohnmachty, md. Schweimel m. (Stieler 1691), afrs.-ags. swima m., anord. Suimi m., verw. mit mhd. s:ornen(s. schewinden) u. vgl. schawiemeln.

1Schwein, m.(-els, Pl.-e): Hirt, besond. Schweinehirt. Noch hess.-waldeck., dazu nd. savén, westfäl. sεne m., and.-mnd. Seν m., eins mit mhd. sein, ahd. suein m.«Knecht, Hirt), ags. Saãn m.«Jüngling», engl. stain«junger Bursche, Schäfer), anord. sveinn m. cKnabey, schwed. sven m. Bursch, Jüngling, Junggesell, Knappe», dän. svend«Geselle, Junggesell». Erst spät an ²Schaein(s. d.) angelehnt. Urverw. mit lit. svaãnis m.«der Gattin Schwestermann), lett. swainis des Weibes Bruder».

2Schwein, n.(-Lels, Pl.-e): das Säugetier lat. Sus; schmutziger unsittlicher Mensch(1605 bei Holonius Somnium V. 280);(student. 1813) Glück(s. Sau); Klecks(1691 b. Stieler). In der 1. Bed. mhd.-ahd.-asächs.-ags.-anord. sewνn, ndl. szwijn, schwed.-dän. suwin, got. swwein n. Von germ. u. idg. 6 α.au»(s. d.) mittels Endung-in, lat.-inus, also eig.«was zum Schwein gehörts. Entsprechend lat. suinus, abg. suinti. 4BL. schweinen, schweinern, adj., mhdâ.-ahd. swinin, entsprechend abg. svinink; 1621 b. Opel und Cohn 30 jähr. Krieg 113, 45 scheinern. Schweineréi, f., 1678 bei Krämer; schwei- nisch, adj., mhd. sewinisch«vom Schwein her- rührend. ZUS. Schweine-, Schweins- braten, m., b. H. Sachs Fastnachtsp. 15, 247 Schweinepratten, aus älterm Schaweinenbraten (Waldis Streitged. 35, 311), zg8. mit dem Adj. schoeinen, bei Luther 3, 358 b ein schweinen Braten; ebenso Schweinefleisch, aus älterm schweinen, schweininfleisch(15. Jh.), ahd. swwonin fleisc, im 15. Jh. Schzweinefleisch. Schweine- hund, m.:(eigentl.) Hund für die Saujagd; (jetzt) Schimpfwort. Khnlich Schweinepelz,

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