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m., im 16. Jh. Schweinigel, m.: der Igel, nach der Bildung der Schnauze vom Volke in Hunds- u. Schweinigel unterschieden(Schiller Tier- u. Kräuterb. 2, 10 ²), 1664 b. Duez Scheinigel; als Schimpfwort 1697 bei Ettner unw. Doct. 664.
Schweiß, m.(-Lels, Pl.-e): feuchte Haut- ausdünstung; Wildblut. In der 1. Bed. mhd. S;, ahd. sueiz m., asächs. sust m., Sεονε. m., mnd. afrs. Sev́t m., ndl. 2Veet n., ags. Sοαε n., engl. steat, anord. sveiti m., schwed. svett m., dän. sved. Urverw. mit lat. sãdor m., gr. idoc n., kymr. chao-s, lett. seiedri Pl., arm. khirtn, aind. svéẽdas, aw. æνdεda- m.«Schweißy, s. schawitzen. 4BL. 1schweißen, v.: bluten(vom Wilde, seit dem 17. Jh. auf die Jägersprache einge- schränkt), mhd. Stweigen«Schweiß vergießen, vom Blute naß sein»; dazu mnd.-'nnd. Stten «schwitzen», ags. suoœtan«schwitzen, bluten), anord. suveita«schwitzeny. 2schweißen, v.: in Glühhitze durch Hämmern verbinden. 1396 im Frankf. Baumeisterbuch schweißin, alem. im 15. Jh. swaitzen, aber in der Bed.«braten, rö- sten⸗ ahd. steizan, alem. schaeytzen(Brant Narr. 81, 40, noch schweiz. schweitzen seine Speise mit Butterbrühe begießen) u. älternhd. schoweissen(Garg. 81), urspr.«schwitzen ma- cheny, d. h. cheiß, glühend machens. schweißig, adj.: vom Schweiße naß, blutig, mhd. saeizic u. ags. svãtig in beiden Bedd., ahd. sueizig u. mnd. swétich in der ersten. ZUS. Schweißfuchs, m.: weißlich braunrotes Pferd, 1691 bei Stieler, so benannt weil die weißliche Farbe schaum- artigem Schweiß ähnelt, urspr. aber blut- oder dunkelrotes Pferd, 1678 bei Krämer Schaweiß- fachs«Brandfuchs», 1687 bei Hohberg Land- leben 2,147 b Dunckel- oder Schaeiß fuchs.
Schweiz, f., mhd. SaGꝛν, zuerst der Name des Fleckens u. dann des Kantons Schawyz, end- lich der ausgedehnte Landesname, im 16. Jh. Schoweytz, im Schweizerdeutsch Schwitz. 4 L. Schweizer, m.: Einwohner der Schweiz, im 14. Jh. Sawızer, im 16. Jh. Schabeytzer«Türhüter- (Wieland Oberon 3, 16); Beaufsichtiger der Kühe in Molkereien. Damit zgs. Schweizer- degen, m.: schweres Hiebmesser der schweize- rischen Landsknechte, 1599 im Inventarium Max Fuggers 119; in der Buchdruckerei«Ge- hilfe, der Setzer u. Drucker zugleich ist⸗, 1740 b. Geßner Buchdruckerkunst(Asprichwortsweise, .... wie man von der Schweitzer ihren Degen auch sagt, daß sie auf beyderley Art können ge- braucht werden).
schwelen, v.: ohne Flamme und mit Dampf langsam brennen. Intrans. u. trans. 1737 bei
Wachter aus dem Nd., mnd. sawelen«schwelen (Diefenb. nov. gl. 386², 15. Jh.), dörren, Heu machen; dazu afrs. suνila«dörren, ags. sawelan clangsam ohne Flamme in Brand geraten u. glühen, sich entzünden, rösten», stwcνlan ain langsamen Brand versetzen», anord. suνοa qual- men, durch Rauch ersticken?, ahd. Swilizon aschwelen, sengen, rösten“, Stwelzan(mhd. sael- zen)«wegbrennen». Gleichen Stammes wie schawul(s. d.); urverw. mit lit. suilti«schwelen, sengen, lett. sewélt csengeny, wozu auch viell. lat. sol m. Sonne», s. d. Idg. Forsch. 23, 135 wird gr. échdoHoi«verlange» verglichen. schwelgen, v.: in lebhaftem Genusse sich übermäßig gütlich tun. Nhd. schwach(bei Lu- ther 2. Makk. 6, 4), urspr. stark: mhd. sevwelgen, sawelhen«schlucken, verschlucken, saufen(Prät. swalch), ahd. sewelgan, sowel(a)han«schlucken? (Prät. Sualh, Part. savolgan); dazu mnd. S'el- (li)gen«einschlucken, saufeny, mndl. Saelghen, ags. swelgan«schlucken, verschlingen»(Prät. saealh), engl. swallow, anord. svelga(Prät. svalg) u. schwach svelgja«schlucken, stark trin- kerꝰ, schwed. sulja, dän. svelge. Nach Btr. 26,308 viell. zu gr.&keiv«ziehen)ꝰ, lat. sulcus m.«Fur- chey». 4L. Schwelger, m., mhd. stwelgœre, ahd. suelgari, suwelgo, ags. Suwelgere m.«Schlem- mery; Schwelgeréi, f., b. Luther Hosea 4, 18. 1Schwelle, f.(Pl.-n): der Grundbalken eines Bauwerks, der als wagerechte Unterlage eines Bauwerks dienende Balken. Mhd. swelle f. n., ahd. Suelli n., sewella f.; dazu mnd. Sl(le), sille m., nnd. Stll m., selten n.(auch hochd. im 18. Jh. bei Göckingk Schawell m.), ags. sll f., engl. sill, anord. sy³ f., selten svill f., schwed. syll m.(mundartl. svill), dün. sld. Nicht zu schzwellen, sondern zu got. qasuljan«gründen», wozu auch Säule(s. d.) u. anord. svalar Pl. Balkon», urverw. mit lat. solum n.«Boden, Sohley, lat. solea f.«Sohle, Türschwelle», gr. GNd f.«Sohle». Vgl. Walde.
* Schwelle, f.: das Schwellen(Chamisso Salas y Gomez 2), Vorrichtung zum Anschwel- len, Stauen des Wassers, Damm, Wehr(tirol.- schweiz.). Von schwellen, v.(Präs. schawelle, schawillst, schwwillt, Prät. schawoll, Konj. schawölle, Part. geschwollen, Imp. schwill): zunehmend sich auf- u. ausdehnen. Mhd. s:οellen, ahd. swel- lan, mnd. swellen, s'willen, ndl. zuwellen, afrs. swella, ags. swellan, engl. suell, anord. svella, schwed. svélla, norw. svelle. Das Prät. lautet mbd. ahd. Saal, älternhd. u. noch bei Lichtwer Fab. 1, 20 schaoall, b. Clajus 1578 schawall, schwol- lest, b. Stieler 1691 Schwoll, das Part. Pass. mhd.


