Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
821-822
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821 Schwemme

Schwert 822

gesꝛwollen, geswullen, ahd. giswollan, geszullan. S. Schavball, Schwiele, Schabulst, Geschawulst. Dazu das Faktitiv 2schwellen, v: schawellen machen, mhd. sewellen, ahd. in biszvellan«stauen, (stauend) umschließen, anord. sbella, dazu got. uféwalleins f. cdas Aufgeschwollensein, Hoch- mut». Viell. zu lat. insolescere«zunehmen, un- mäßig, übermütig werden:, insolens unge- wöhnt, ungewöhnlich», vgl. KZ. 35, 230. Schwemme, f.(Pl.-n/): Handlung u. Ort des Schwwemmens, spätmhd. stwemme f. in beiden Bedd. In Osterreich ceinfacheres Gastzimmer', von Wien ausgegangen. Schon im 16. Jh. bei Schweinichen Schwemme«Wirtshauss. In dieser Bed. auch am Rhein. Von schwemmen, v.: schwimmen machen; durch Schwimmen- machen, durch Flut reinigen; mit Flut be- decken, spülen(bei Luther Jes. 8, 8). In den 2 ersten Bedd. mhd. seoemmen, auch(den Teig durch Sauerteig) sich ausdehnen macheny. Faktitiv von schwimmen(s. d.). Schwengel, m.(-s, Pl. wie Sg.): ein Werk- zeug zum Schwingen machen, z. B. der Klöpfel einer Glocke(mhd.), der Hebel an ihr mit Seil zum Läuten(Adelung 1798), die Hebelstange eines Ziehbrunnens(1540 b. Alberus dict. Pp 3 b), der Hebelarm einer Pumpe(1557 bei Agricola Bergw. 498). Mhd. suwenkel,(md.) swengel m. «Glockenschwengel, Hebelarm der Kriegs- schleudermaschines, mnd. sengel m. Von üÄlter- nhd. schawengen, mhd. stwenken«schwingen ma- chen»(s. schzwenken). schwenken, v.: schwingend bewegen; hin und her bewegen; durch schwingend bewegte Flüssigkeit reinigen; fortjagen; die Richtung einer Truppe ändern. In den 2 ersten Bedd. mhd. sawenken, aber auch intr.«sich schwingend bewegen, schweifen, schweben», ahd. sawenſcan «gepeitscht werdem, dazu ndl. 2enken«schwin- gen, drehen), ags. swwencan«plagen», u. mit g älternhd. scheengen«schwingen macheny, ags. swengan«schwingen, schlagen», got. afswagg- wjan«schwankend machen⸗. Kausative Bil- dung zu starkem mhd. suwingen, swinken, ahd. swingan, swinkan(belegt nur Prät. anasaanh) «schwingen», ags. szwincan«sich anstrengen, sich abmühen». Wohl nasalierte Bildung zu lit. suti, abg. sukati dreheny, lat. sucula f.«Winden. 4B2L. Schwenkung, f., 1691 bei Stieler. schweppen, v.: hin und her bewegt laut widerschlagen(Wieland Gandalin 2, 248). 4( L. schweppern, v.: wider u. über den Randschla- gen. Beides 1741 b. Frisch. Zu schwappen, s. d. schwer, adj. drückend schmerzlich; starkes

Gewicht habend; mühsam usw. Bei Luther schaweer, mhd. Swœr(e), md. Suνr(e), ahd.- asächs. sudri(im Adv. mhd. swärle], woneben suoPyre, ahd.-asächs. sudτο); dazu mnd.- nnd. suwãr, mndl. sewaer, nndl. 2aar, afrs. saıre, ags. suẽꝝr, anord. svärr, schwed. sbar, dän. svär «schwery, got. stwérs«geehrt, geachtet, wert», gleichsam«für Herz und Sinn gewichtig». Ur- verw. mit lit. sefti(Präs. suerd)«wägen?, svarùs«schwer», svôras, Svdras«Gewichts, lat. sérius«ernsthaft, ernstlich». Vgl. Walde. RA. die schawere Not«die Fallsucht, Epilepsiey, 1658 bei Vilmar kurhess. Idiot. 378. Jetzt Schoere- not f.«Verwünschungy. 4L. Schwere, f., mhd. seoœyre, md. swεre, ahd. suürd f. schwer- lich, adv., mhd. seoœrläche drückend, schmerz- lich, beschwert, mühsam»,(im 14. Jh.)«mit Mähes, md. saverliche, sewäãrliche, ahd. suärlihho, vom Adj. ahd. suärlich, md. swérlich. Die heutige Bed. der geringen Wahrscheinlichkeit seit dem 16. Jh.(b. Luther Sirach 26,28). ZUS. Schwerenöter, m.: durchtriebner Mensch, eig. dem man die schwere Not wünscht, 1778 b. Hermes Soph. 6, 312 Scheernöther. Vgl. Laden- dorf. schwerfällig, adj., 1734 bei Steinbach, schon 1400 mnd. saãrvellich. schwerhörig, adj., 1810 bei Campe. Schwerkraft, f., 1789 b. Schiller 4, 288. Schwermut, f.: gedrückte Gemütsstimmung, b. Luther 8,187 J., dagegen mhd. im 13. Jh. suãrmueti f. Zorm(Mone Anz. 4,368, 21); Schwermütig, adj., mhd. im 14. Jh. swᷣermuetec egedrückten Mutess, dazu 1483 bei Melber i4 buνermutigkeyt. Schwerpunkt, m., 1780 b. Adelung. Schwerspat, m.: schwefel- saures Baryum als natürliches Mineral, 1794 b. Jacobsson, dafür 1562 bei Mathesius Sar. 140 b der schabere Spat(s. Spat).

Schwert, n.(els, Pl.-er): gerade gewich- tige Hiebwaffe mit breiter Klinge. Mhd. sawert, ahd. suert n.; dazu asächs. suerd, ndl. zawaard, afrs. sewerd, swird, ags. stweord, engl. sebord, anord. sverd n., schwed. suärd, dän. sverd(dafür got. haërus m., entsprechend anord. Mörr, ags. heoru m., asächs. heru- in Zss., urverw. mit aind. cäru-m. Geschoß, Speerz). Sch. ist nicht sicher erklärt. Zu lat. sorbaus f.«Sperberbaum»(Btr. 15, 518), od. abg. svriüdlu m.«Bohrere? Der Pl. lautet mhd.-ahd. saert, md. auch seerte, im Mhd. vereinzelt szwerter, seit dem 16. Jh. vor- herrschend Scherter(Luther Hesek. 30, 11). ZUS. Schwertfeger, m.: Handwerker, der Seitengewehre fertigt, eig. der die roh geschmie- deten Schwerter poliert, mhd. seertveger m., zu mhd. sert vegen«Schwerter blank machen,

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