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deutschen Königs od. Kaisers; öffentliches (kaiserliches) Amtsgebäude im alten deutschen Reich; das einem Pfalzgrafen urspr. zum Amtslehen gegebne, später erbliche Land, bes. am Rhein(später die Unterpfalz genannt), dann 1298 auch in Bayern(Oberpfalz). Mhd. phalze, pfalz(e) f.«Kaiser-, Königs-, Bischofs- wohnung, Gerichtshaus», auch pfallaz, md. im 12. Jh. palize aus mhd. phälenze, pfällenz(e), pfälnze, md. pälenze, phällenze, ahd. phälanza, phälinza, fälanza, phälnze f., asächs. palenca f. (Haus des Pilatus), aus dem Plur. paldtia des lat. palãtium, mlat. palatium, palacium«Palasto (8. d.), d. h.«Kaiser-, Königs-y, im Mlat. auch «Bischofs-, Abtswohnung, öffentliches Gerichts- gebäudey mit unerklärtem Einschub eines-n. 4BL. Pfälzer, m.: einer aus der Pfalz. Im 18. Jh. ZUS. Pfalzgraf, m., mhd. pfalenz- grãve, md. pfalzgräãve m. ader über einen königlichen und kaiserlichen Palast gesetzte hohe Beamte, der darin wohnende Landrichter u. pfleger des deutschen Königs», dann der pfal(en)zgrüve bi Rine«der Herr der erblichen Pfalz bei Rhein». Davon Pfalzgräfin, f., mhd. phalenzgrœvinne.
Pfand, n.(Jels, Pl. Pfänder): etwas zur Sicherheit gegebnes. Mhd. pfant n.(Pl. pfant, pfender, auch pfande), ahd. phant(Gen.-tes), and. pant, afrs. pand n. Ins Nordische entl. anord. pantr, schwed.-dän. pant. Unerklärt. Nach Weigand aus afrz. pan m.«weggenom-
mene Sache»(afrz. paner, prov. panar«weg-(
nehmenp), was nicht befriedigt. Das verbrei- tetere Wort für Pfand ist got. wadi, s. Wette u. Gage. Da dieses zu einer Wz. gehört, die cbinden» bedeutet, u. anderseits Worte aus dem. Osten vor der Lautverschiebung aufge- nommen sind, vgl. got. paida f.«Gewand)», bayr. pfeit aus gr. ßatrn Hirtenvolk», so könnte Pf. aus einem*band, das zu binden ge- hörte, entl. sein. 43 L. pfänden, v., mhd. pfendden, auch pfanten u. pfennen, ahd. nur im Part. gifantõt; dazu afrs. pe(i)nda; davon pfändbar, adj., jetzt an Pfänden angelehnt, mhd. aber pfantbar von Pfand; Pfändung, f., mhd. pfandung, pfendunge f., auch«das Pfandꝰ. ZUS. 1) mit Pfand: Pfandbrief, m.: Ur- kunde über ein verpfändetes unbewegliches Gut, Pfandverschreibung, 1322 mhd. pfant- brief m. Pfandrecht, n., mhd. pfantreht n. Befugnis zu pfänden⸗. Pfandschein, m.: Schein über ein Pfand im Leihhaus;(schweiz.) richterliche Erlaubnis zum Pfänden. 2) mit dem Pl. Pfänder: Pfänderspiel, n.: Spiel
um Pfänder. 1762 im Nouv. dict. Im 18. Jh. auch Pfandspiel.
Pfanne, f.(Pl.-en): flach vertieftes Ge- schirr;(übertragen) die Gelenkpfanne(im 18. Jh.); an frühern Gewehren das mulden- förmige Behältnis für das Zündpulver, die Pulverpfanne(1663 bei Schupp. 225; daher die RA. etaas(eig. Pulver] auf der Pf. haben). Mhd. phanne, pfan(n)e, ahd. panna, phanna, vanna, fanna, pfanna f.; dazu and. panna, nd.- afrs.-ags. panne, ndl.-engl. pan, anord.-schwed. panna, dän. pande. Auch ir. panna, kymr. pan Bratpfanne». Man leitet es von lat. patina f. «Schüssely her, was wohl trotz lautlicher Schwierigkeiten richtig sein wird. Aus dem Germ. stammen abg. pany f. u. nordfrz. panne. RA. in die Pf. hauen«vernichten», eig. zu- sammenschlagen, wie die Sachen für die Pfanne. Im 17. Jh. 4B L. Pfänner, m.(-s, Pl. wie Sg.): Besitzer einer Salzkote od. der darin befind- lichen Pfanne. Statuten der Stadt Franken- hausen Art. 17 Michelsen(vom J. 1554). ZUS. Pfannenschmied, m., mhd.(1363) pfannen- smit m. Pfannenstiel, m., spätmhd. phannen- stil m. Pfannkuchen, m., mhd. phankuoche, ahd. pfankcuocho m.; dazu mnd. pannekolce, ndl. pannekoelr.
Pfarr, m.(-en, Pl.-en): eine Kürzung von Pfarrer. Mundartlich in Bayern, der Wetterau (Parre) u. Mitteldtschl., meist nur im Nom., vielfach früher stark gebeugt, z. B. des Pfarrs J. B. Michaelis 1, 102, 13), seinem Pfarr (Neue Fab. 39), den Pfarr(Gellert Fab. 2, 13). Mhd. pfarre, auch pferre. S. Pfarrer.
Pfarracker, amt usw., s. Pfarre.
Pfarre, f.(Pl.-/): Kirchspiel, Wohnung, Stelle d. angestellten Geistlichen. Mhd. pfarre, ahd.(p)farra f.«Kirchsprengel, spiel», md. parre f. auch«ꝑfarrwohnung, Pfarrein; dazu mnd. parre f.«Amt, Bezirk, Haus des Pfarrers». Früher aus lat. parochia(s. Parochie) erklärt, was lautlich nicht angeht. Kluge leitet es daher ab aus einem*parra«Bezirk», das dem Wort Pferch(s. d.) zugrunde liegen soll, auf das das kirchenlat. parochia in der Bed. ein- gewirkt haben müßte. Ganz unsicher. 43L. pfarren, v.: zu einer Pfarre gehören. Im 15. Jh. trans. einpfarren. Pfarrer, m.(-s, Pl. wie Sg.): Geistlicher an einer Kirche. Frühmhd. pharrœre, pharrer, pfarrer, auch mit Umlaut(bes. md.) pferrer, mnd. perrer. ZUS. Pfarracker, m., 1629 rhein. pfarracker (bei Diefenb.-Wülcker 798). Pfarramt, n., bei Luther. Pfarrdorf, n.: Dorf mit einer


