405 Pfarrei
Pfeife 406
Pfarrkirche. 1691 bei Stieler. Pfarrhaus, n., im 16. Jh. Pfarrherr, m., mhd. pharrherr, entstellt aus pfarrer. Pfarrkind, n.: zu einem Kirchspiel Gehöriger. Spätmhd. bei Diefenb. gloss. 4144. Pfarrkirche, f.: die Kirche des Kirchspiels. Mhd. 1291 pfarrkirche.
Pfarréi, f.(Pl.-en): Pfarre. Vor 1741 in keinem Wörterbuch, aber im 17. Jh. bei Seb. Bürster 159. Von Frisch als elsäss., von Adelung als obd. bezeichnet. Vgl. Heynatz Antibarbarus 2, 320 u. Schmeller* 1, 440. Abl. von Pfarr Pfarrerz nach dem Muster von Probstei. Schon 1469 im mrhein. voc. ex quo phernerij«Pfarrey, von einem jetzt ausge- storbnen pfarner, pferner Pfarrerꝰ.
Pfau, m.(Jels u.-en, Pl.-en, selten-e): der Vogel pavo ristatus. Mhd. pfãze, gekürzt pfãj m., im 13. Jh. ndrhein. pdν), pauape, ahd. pfãwo(Gen. doin), fäꝛwo, phäo; dazu mnd. pa(u)zwe m., ndl. pauao, ags. pãta, péa(engl. peacock), anord. pãi m., pã fugl, schwed. pafgel, dän. paafugl. Alle unmittelbar od. mittelbar früh aus lat. pãvo m.«Pfau. Die starke Flex. des Sg. stellt sich im 18. Jh. ein, der Pl. Pfaue bei Lessing 1, 144. ZUS. Pfauenauge, n.: Name mehrerer Schmetterlinge. 1776 b. Hüb- ner. 1777 b. Adelung«gesprengelter Marmor, eine Art Nachtvögel». Pfauenspiegel, m., mhd. pfãwenspiegel«der Spiegel, das Auge der Pfauenfeder», jetzt«das Pfauenauge». 1776 bei Hübner. Pfauenwedel, m.: Fächer aus Pfauenfedern, frühnhd. pfawwenzoadel«Pfauen- schwanz»(als Helmschmuck eines Wappens), bei Liliencron 1, 387 vom J. 1444.
pfauchen, s. fauchen.
Pfebe, f.(Pl.-n): eine Art großer Melonen. Bei Luther 4. Mos. 11, 5, 1482 im Voc. theut. y 7² pfeben. Mhd. pfedem u. unverschoben beben, ebenso ahd. pepanno, pebenun, pedeme, pfedemo u. andre Formen, vgl. ZfdW. 6, 192; dazu and. pedena f. Aus gr.-lat. pepo(Gen. -nis), gr. neruv, eig. Adj.«reify, weil die Frucht nur ganz reif gegessen wird. Die deutsche Form erklärt sich wohl daraus, daß *pepano zu*pepamo assimiliert u. dies zu*pe- damo dissimiliert wurde u. daß anderseits das lat. Wort immer wieder einwirkte. Dieselbe Erscheinung bei bidmen für beben. Die oben geäußerten Zweifel, betreffend den Zusammen- hang dieser Wörter, sind unberechtigt.
Pfeffer, m.(-s, ohne Pl.): die als Gewürz dienende Frucht des Pfefferstrauches; mit starkem Pfeffer bereitete Brühe(Hasenpfeffer, schon mhd.);(auch übertragen) Bedrängnis
(Schiller Räuber 2, 3[W. 2, 921). Mhd. pfeffer m., ahd. pfeffar, pheffer, phefer, fefer; dazu nd. peper, ags. pipor m. Früh entl. aus glbd. lat. piper n. u. dies aus gr. επεο, zurückgehend auf aind. pippali f.«ßeere, Pfefferkorny. RA. Jem. dahinawünschen, wo der Pfeffer wächst, d. h. nach Indien, das Ende der Welt. 1512 bei Murner Narrenb. 77, 644. 4L. pfeffern, v., mhd. pfeffren, um 1100 phefferõn, nd. pepern aus mlat. piperare von lat. piper. Ubertragung namentlich im Part. gepfeffert, z. B. eine Rechnung, wie gesalzen, aber auch aotigy. ZUS. Pfeffergurke, f.: kleine, mit Essig u. Pfeffer eingemachte Gurke. 1798 bei Nemnich. Pfefferkorn, n., mhd. phefferkorn, auch phef- firscorn n. Pfefferkraut, n., Name mehrerer Pflanzen wie dictamnus albus, satureja hor- tensis. Mhd. pfefferkrut n., mnd. peperkrät n. Pfefferkuchen, m.: stark gewürzter Honig- kuchen. 1470 pfefferküch, dafür ahd. phefor- zelto, s. Zelte. Pfefferland, n.: Indien. 1512 b. Murner Narrenb. 55, 21. Pfefferminze, f. (Pl.-n): die Pflanzenart mentha piperita. 1798 bei Nemnich. Vgl. Minze. Pfeffermühle, f., spätmhd. pfeffermüle,-mole,-mol, nd. peper- müul f. Pfeffernuß, f.: nußförmiges Gebäck, aus Pfefferkuchenteig. Im 18. Jh. bei Zedler 27, 1325, nd. pepernõte Pl. Pfeffersack, m., seit dem 16. Jh. übertragen für«Kaufmanny, namentl. als Schelte, ebenso mnd. pepersack m., der Handel mit Pfeffer war früher sehr wichtig, u. daher der Name.
Pfeidler, m.(-s, Pl. wie Sg.): Hemden, Kleider usw. feilhaltender Händler. In Wien. 1793 bei Jacobsson. Von mhd. pfeitel, öst. phaitel n. Hemd, hemdartiges Unterkleid», Dim. von bayr.-öst. Pfaid f., im 15. Jh. phait, Phayd f. n., mhd. pfeit f.«Hemd, hemdähn- liches Kleidungsstück»; dazu asächs. péda f. «Untergewand), got. paida f.«Leibrock», früh entl. aus gr. Boirn f.«Hirten, Bauernkleid. Vgl. Thumb ZfdW. 7, 261.
Pfeife, f.(Pl.-n): mit einem od. mehreren kleinen Löchern versehne Röhre als kunst- losres Blasinstrument aus Knochen, Holz, Me- tall; Tabakspfeife(im 17. Jh. aus ndl. glbd. pop f.); Luftabzugskanal in der Gießform der Glocke(b. Schiller). Mhd. pfife f., ahd.(yffa f., md. pife f.; dazu and. pipa f.(u. holondar- pipa«Holunderpfeife?), ndl. pifp f., afrs. pipe f. «Röhrknochen im Armey, ags. pipe f., engl. pipe, spätanord. pipa, schwed. pipa, dän. pibe. Aus mlat. pipa f.«Röhre» u. dies von lat. papäre«pfeifen». RA. Pfeifen schneiden: die
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