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Gelegenheit ausnützen, vgl. schneid pfeiffen, Wweil da in den rõren sitzest b. Franck Sprichw. 2, 92 b. Nach jem. Pfeife tanzen. In den Fastn. d. 15. Jh. 747, 15. ZUS. Pfeifenkopf, m.: Kopf der Tabakspfeife. 1783 bei Jacobsson. Pfeifenkraut, n.: die Pflanze aristolochia sipho ILHerit., so benannt, weil ihre Blüte einem Tabakspfeifenkopf ühnelt.
pfeifen, v.: auf der Pfeife blasen, mit dem Munde dies nachahmen, einen Pfeifenton von sich geben. Präs. pfeife, Prät. pfiff, Konj. Pfiffe, Part. gepfiffen, im 18. Jh. auch schwach z. B. pfeifte b. Schiller in d. rhein. Thalia 1786 2, 30. Mhd. pfifen(Präs. pfife, Prät. Pfeif, Pfiffen, Part. gepfiffen, vereinzelt gepfifet), md. pifen, auch vom Blute s. v. a.«wie aus einer Röhre sausend springen». Schon in vorahd. Zeit (wegen der Lautverschiebung) entl. aus lat. pipãre cpiepen», erst mlat.«pfeifen». Ahd. nicht nachweisbar, müßte schwach pfifön lau- ten, was aber bald stark geworden sein muf. 4BL. Pfeifer, m., mhd. pfifer m.
Pfeifholter, m.(-s, Pl. wie Sg.): Schmet- terling. Noch els. Pffolter, Pfif holter, schweiz. Pfsfhalter, Pipolter, Fifolter u. a., schwäb. baufalter, weifalter, bayr. feifalter, feurfalter, beifalter, weifalter, pfeiffalter. 1537 bei Dasy- podinus u. 1539 Serranus dict. pfeifpholter m. mit h, im 15. Jh. Pfiffolter statt piffalter(1440), 1495 pfffalter. Durch Anlehnung an pfeifen: aus mhd. v'valter m., ahd. vvvaltra, vivoldara f.; dazu mndl. viveltre, ags. frfealde f. Vgl. Falter.
Pfeil, m.(-Tels, Pl.-e): Geschoß für Bogen u. Armbrust. Mhd. pfil m., ahd. pfil, fi m.; dazu nd.-ags. pil m. Aus mlat. pilzs m., lat. pilum n.«Wurfgeschoß, Wurfpfeil). Echte deutsche Ausdrücke waren anord. ör f., got. artwaena f. u. Strahl.
Pfeiler, m.(-s, Pl. wie Sg.): steinerne Stütze. Mhd. pfälœre, pfäler m., md. pilere, piler, ahd. pfaälari; dazu and. plüleri m., nàdl. pijler m. Aus glbd. mlat. pilare n., pilarius m. von lat. pila f. Pfeiler.
Pfennig, m.(*s, Pl.-e, nach Zahlen wie Sg.): kleinste Scheidemünze, jetzt 0,01 Mk., früher 12 Silbergr. preuß., ½ Neugroschen sächs., ⁰¼ Kreuzer rhein. Die ältre Form Pfenning bis ins 18. Jh. u. auf preuß. Münzen bis 1873. Mhd. pfenni(n)e m., md. penninc, pennec, ahd. pfenni(n)c, daneben phantine,(p)fendinc, pfentinc, auchp(T)endic m.; dazu and. penni(n)g, ndl. penning, afrs. panni(n)g, penneng, pennig m., ags. Penninc, penien)g m., engl. pennpy, anord. pen(n)ingr m., schwed. pengar Pl., dän.
penge. Im Ahd. glossiert mit«denarius, no- misma, nummus, stater); Tatian übersetzt lat. argenteus mit Pf.,, also«silberdenarꝰ, u. so noch bis in die Neuzeit als Silber- od. Weißpfennige geprägt, dann mit Kupferzusatz(Schoarz- pfennig), u. endlich 1621 als reine Kupfer- münze. Aus dem Germ. entl. abg. pencgü, penal m. denarius», lit. piningas m. Geld). Unerklärt. Schon Stieler 1691 leitete es von Pfanne ab, also«pfannenförmiges» nach Art der Brakteaten, Schilter 1728 dagegen von Pfand, wegen ahd. pfantinc, ags. pending, die wohl als urspr. gelten müssen u. nicht erst an Pfand angelehnt sind, also«was zum Pfand gehört». Auch dies befriedigt nicht. Viel eher wird eine alte Entlehnung in dem Wortstecken. ZUS. Pfennigfuchser, m.: Knauser, Geiz- hals. Wohl von fachsen cbetrügen»(s. d.), also «der um Pfennige betrügt». 1728 bei Stoppe Ged. 1, 131.
Pferch, m.(-els, Pl.-e), früher auch Pferche f.(bei Colerus 1, 34 b): Hürdenum- zäunung zur Aufnahme von Vieh im Freien. 1540 bei Alberus Controfactur A 22 wetterau. Pirch. Mhd. pherrich m., ahd. pfarrich, far- rich, pfer(r)ich m.; dazu ndl. perk ceingehegter Raum», ags. pearruc, pearroc m. Einschlie- Bung», Grundformen parroc u. parric. Früh- mlat. parricus, parcus(S. Parke)«umzunter Ort für Tiere, Umhegung», auch«Kornspeicher»; u. daraus rom. parc. Nach Baist von span. parra Spalier, prov. parran«eingefriedigtes Garten- land)ꝰ, doch ist dies selbst dunkel u. steht allein. Versuch einer andern Erklärung Idg. Forsch. 18, 259, ZfdW. 2, 284. 4BL. pferchen, v (eig.) einen Pferch aufschlagen, dann«mittels eines Pferchs düngen» u. schließlich«misten, cacaren, so bei Luther; einengen(namentl. in einpferchen).
Pferd, n.(Aels, Pl.-). Mhd. pfert(-des), pꝓflirt, pferit, pfärit, ahd.(Ausgang d. 9. Jh.) parafrid, parefret, parevrit, parfrit, 572,n dann pherit; dazu(and. in barafridara svere- dariiy) mnd. perd. Aus mlat.(5. Jh.) para- veréclus m.«Nebenpferd, Extrapostpferdꝰ, zgs. aus gr. rapd«neben, bei» u. lat.(in der Kaiser- zeit) verédus m.«leichtes Pferd, Postpferdy. Daraus wurde mlat. parafrécaus, woraus die vollern germ. Formen. Daneben gekürzt parô- drus, woraus die kürzern Formen. Aus der Nebenform palafredus stammt frz. palefroi m. Dieses paredrus aber viell. zu hebr. Pherecdl Reittier, Pferd, Maulesel». Vgl. Gesenius- Buhl Hebr. Wb.(1905). Das Wort bezeichnete


