409 Pfette
Pflanze 410
urspr. das«Reise-, Postpferd» gegenüber dem Streitroß und siegte mit dem zunehmenden Wagenverkehr. ZUS. Pferdeapfel, m., bei Luther 5, 463 b. Pferdebohne, f., auch Sau- bohne: die Futterbohne vicia faba major, 1787 b. Kramer, 1598 b. Kilian peerdshoone. Pferde- fuß, m. Der Teufel erscheint mit einem P/. Bei Goethe Faust. Pferdekur, f.: ärztliche Behandlung eines Pferdes. Jetzt übertragen «starke Kury. Pferdelänge, f.: die Länge eines Pferdes. Aus dem Rennsport auch in übertragner Bed. vordringend.
Pfette, f.(Pl.-n): der wagerechte Quer- balken oben zur Verbindung der Stuhlsäulen des Daches. Obd.-hess.-fränk. Zuerst im 16. Jh., 1663 bei Schottel Pfaden«Querbalkeny. Un- erklärt. Vgl. Schweiz. Id. 5, 1202 u. Idg.
Pfetter, s. Petter.[Forsch. 19, 443.
pfetzen, s. petzen. Pfiesel, s. Pesel.
Pflff, m.(els, Pl.-e): das Pfeifen, der pfeifende Ton(1727 bei Aler); etwas wertloses (eig. so kurz dauernd wie ein Pf«f), 1762 im Nouv. dict.; kleines Getränkmaß(leipz.«ein kleines Glas Branntwein); Kniff, Trick(in der 2. H. des 18. Jh.), entweder nach Adelung (1777) von dem Pf. des Taschenspielens, durch den er die Aufmerksamkeit ablenkt od. vom Lockpfiff des Vogelstellers. Junge Bildung von pfeifen. 4BL. pfiffig, adj.: schlau, nach der letzten Bed. von Pfff. Im letzten Viertel des 18. Jh. belegt, z. B. 1778 b. Lessing 10, 103, aber wohl älter. Davon Pfiffigkeit, f., bei Lessing Nathan ³, 4. Pfiffikus, m.(Pl.-Kusse): Schlaukopf. Aus d. Studentenspr. Von Kluge ist ein Eigenname Crumfificus aus dem J. 1706 nachgewiesen.
Pfifferling, m.(-els, Pl.-e): der Pfeffer- schwamm, agaricus piperatus u. a. cantharel- lus; unbedeutende Kleinigkeit(schon im 16. Jh., z. B. bei Luther 3, 285 b Jen.; bei Liliencron 2, 480(vom J. 1502) Pffferstil. Mhd. pfiffer- linc(im 12. Jh.). Daneben ahd. pfifera f. Von Pfeffer. Der Name von dem beißenden, pfeff- rigen Geschmack.
Pfingsten, f.(Pl.): das Fest d. Ausgießung des heiligen Geistes(Apostelg. 2, 1 ff.). Zeit bestimmend u. messend ohne Artikel duf, bis, nach, von, vor, zu Pf. Eig. alter Dat. Pl. Doch wird schon mhd. der Sg. F. diu Pfingsten ge- bildet, nhd. F. u. häufiger Ntr. nach Pfingstfest. Mhd. pfing(e)sten, ahd.(fona) fimfchustim ge- lehrt umgedeutet; frühmd. pinkesten(Rother 1546); dazu and. pinkoston f. Pl.«Pfingsten», ndl. pinksteren. Wohl zunächst entl. aus got.
paintõkusté u. dies aus gr. nevrnxocri(näm- lich fuépo f.«Tagy)«der fünfeigste(Tag nach Ostern)». ZUS. Pfingstbier, n.: Bier für Schmausereien zu Pfingsten; ein Volksfest zu Pfingsten. 1575 im Garg. 75. Pfingstfest, n., 1691 b. Stieler. Pfingstmaie, f.: Maie(s. d.) zu Pfingsten. Nachweis von 1732 b. Schmeller?* 1, 1551. Pfingstochse, m.: ein bekränzter, zur Pfingstzeit auf die aufgetane Gemeindeweide geführter Stier. Daher die RA. geputæet wie ein Pf. Bei Arnim Schaub. 2, 344. Pfingstrose, f., s. Päonie. Mhd. pfingeströse f. Pfingstweide, f.: Weide, die zu Pfingsten aufgetan wird. Ebenso Pfingstwiese, f., auch«Festy. 1697 im Schelmuffsky 63.
Pfinztag, m.: Donnerstag. Bayr.-öst. Mhd. pfinztac, 1178 phincintac. Aus gr. néSntrn (nämlich eοα) ader fünfte Tag). Wahr- scheinlich durch got. Vermittlung zu uns ge- kommen. Vgl. Hirt Etym. 98, Kluge Btr. 35, 138. Entspr. abg. petükä der fünfte», aber«Frei- tagy, weil die Slaven mit dem Montag beginnen.
Pfirsche, f.(Pl.-n), bei J. G. Miller Ged. 34, Goethe 17, 39, Faust 6454, daneben Pfir- sich(e), f.: die Frucht von amygdalus persica, während Pfirsich, m.(JLels, Pl.-e) urspr. den Baum, jetzt aber fast allgemein auch die Frucht bezeichnet. Im 17. Jh. bei Spee Trutznachtig. 90 B. noch Pfersich. 1482 im voc. theut. y 8 b pfirsich, mhd.(im 12. Jh.) pfersich m.; dazu ags. persoc m. Aus lat. persicum, N. des Adj. persicus«persischy, also eig.«der persische» (nämlich«Apfel» lat. malum). Daneben mlat. persica, das Fem. dazu. Obgleich das Wort erst spät belegt ist, muß es doch wegen der Lautverschiebung in vorahd. Zeit entlehnt sein.
Pfister, m.(‧s, Pl. wie Sg.): Bäcker. Noch bayr.-schwäb.-schweiz. Mhd. pfister, ahd. Pfl- stur. Aus lat. pistor m.«Stampfer, Müller, Bäcker zu pinsere czerstoßen, stampfen.
Pflanze, f.(Pl.-n): durch Nahrungsauf- nahme Lebenskraft äußernder Körper ohne willkürliche Bewegung; Gewächs mit Stengel u. Kraut; junges krautiges Erdgewächs zum Versetzen; ironisch auch auf Menschen über- tragen, wie Früchtchen, Krauct, z. B. in Ber- liner Pf.(im 18. Jh., vgl. Zfd W. 6, 113). Mhd. pflanze f., ahd. p(h)lanza, flanza f.; dazu mnd. Plante f., ndl.-ags.-engl. plant f., spätanord.- schwed. planta, dän. plante. Wegen der Laut- verschiebung früh überkommen aus glbd. lat. planla. 4 BL. Pflänzling, m., 1777 bei Ade- lung. Vgl. Zfd W. 4, 196. ZU8. Pflanzen- buch, n., 1801 bei Campe für Herbarium.


