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Pflege 412
Pflanzengarten, m., ebd. für botanischer Garten. Pflanzenkunde, f., ebd. für Bo- tanilt; ebenso Pflanzenlehre, f. Pflanzen- reich, n., b. Brockes. Pflanz(en)schule, f.: ein Platz, auf dem junge Pflanzen, bes. Bäume zur Verpflanzung gezogen werden. 1664 bei Duez pflantzschahl. Pflanzenwelt, f., 1829 bei Goethe 24, 356. pflanzen, v.: etwas mit Pflanzen besetzen; (dann übertragen von andern Dingen) auf- stellen, hinstellen(aufe, hinpflanzen), auch refl. sich Pfl., bei Schiller öfter. Mhd. pflanzen, auch schon bildl., md. p(†hlanzen, ahd.(p)flanzön; dazu mnd. plante, ags. plantian, engl. Plant. Aus glbd. lat. plantäãre. 4 B L. Pflanzer, m. (-s, Pl. wie Sg.): wer pflanzt(mhd. pflanzer, frũhmhd. pflanzãre«die gesetzte Pflanze»); An- siedler, Kolonist, Plantagenbesitzer(nach ndl.- engl. planter), bei H. v. Kleist Verlobung auf St. Domingo. Pflanzung, f. das Angepflanzte, 1711 b. Rädlein«Plantages; mhd. pflanzunge f., ahd. pflanzunga das Pflanzen. ZUS. Pflanz- stadt,-stätte, f.: Kolonie. 1719 b. Kramer. 1Pflaster, n.(-S, Pl. wie Sg.): bestrichnes Stück Leinwand, Leder usw. zum Aufkleben als Heilmittel. Mhd. pflaster n.(blaster Ro- landslied 260, 28), frühmd. plaster m., ahd. P(fylastar; dazu and. plastar n. Aus gr. Jat. emplastrum n., gr. érαacr(p)ov n.«Salbe zum Aufschmieren?, von éunXdiccerv chineinschmie- reny(zgs. aus ev-«ein, hinein? u. nXdcceiv«bil- den, formen, schmieren». 4BL. pflastern, v., Weist. 5, 54 vom. J. 1464. ZUS. Pflaster- kasten, m., Spottname für die Militärärzte, bes. die Lazaretgehilfen. 1838 bei Kretzschmar Soldaten Kriegs- u. Lagerleben 1, 71. Pfla- sterschmierer, m.: Militärarzt(öst.), auch Apotheker. ² Pflaster, n.(-S, Pl. wie Sg.): aus Steinen hergestellte Decke einer Straße(im 14. Jh., auch M.). 1482 im voc. theut. y 82 pflaster n. Estrich, Schornstein?(ebd. q2 b), mhd. pflaster n.«Mörtel, mit Steinen belegter Fußbodeny, ahd. plastar, blastar, pflaster«mit Steinen be- legter Fußboden, Estrich(Voc. St. Galli), fe- stigende Erde, Lehm, Ton», and. balstar«cae- mentum» von mlat. plastrum n. Uberzug, aus Gips, Kalk, Erde, Steinchen dichtgeschlag- ner Fußboden, Steinboden», desselben Ur- sprungs wie 1Pfaster. 4BL. Pflasterer, m., in der 2. H. des 15. Jh.«Straßenpflasterer». Schon ahd. p()lastrari m.«cementarius», aus mlat. pflastrarius«Gipsarbeiter». pflastern, v., frühmhd. pflasteren«aus Mörtel u. Stein
bereiten?, im 14. Jh.«eine Straße pflastern. 2S. Pflastergeld, n., s. v. w. W9eggeld. Im 17. Jh. bei S. Bürster 157. Pflasterstein, m., im 15. Jh. Pflastertreter, m.: Müßiggänger. 1575 im Garg. 15, nach frz. batteur de paué.
Pflaum, Pflaumfeder, s. Flaum.
Pflaume, f.: bekannte Steinobstart. Mhd. pflume, mit! aus r, denn ahd.(im 11. Jh.) phrüma f.,(dazu d. Ortsname Phrumare) neben flümo m. flaumenbaumꝰ, 1469 am Mittelrhein prume, wie noch jetzt aachenisch Prumm f., wetterau. nach dem Vogelsberge hin Braume f., kärnt. Pfrãm, tirol. Bfraum, els. Pfraum, Prum, pfaälz. Prumme, luxemb. Praum. Vgl. Priemchen. Das I zeigt auch ags. plüme, plyme f., engl. plum. Wonl nicht aus lat. prãnum n.«Pflaume», son- dern(durch got. Vermittlung?) aus glbd. gr. npobhvov n. Vgl. J. Schmidt Kritik der So- nantentheorie 111. ZUS. pflaumenweich, adj., namentlich von Eiern, weich wie eine Pflaume. Vgl. ZfdW. 2, 267.
Pflege, f.(hne Pl.): Aufsicht, Obhut, Für- sorge, Wartung(mhd.); Pflegamt, der einem Pfleger unterstellte Bezirk, Vogtei(mhd. vom J. 1293); Gebiet überhaupt(erst nhd.). Mhd. Pflege f., außer Bed. 1 u. 2 noch schuldige Leistung, Zins, Abgabe»(im Sachsensp. nach mnd. plege);«Sitte, Gewohnheit, Beschäfti- gung», ahd.(im 11. Jh.) pflega; dazu mnd. plege f.«Pflege, Gewohnheit, Zins, Abgabes, auch plage, wie md. plãge, afrs. plega, pliga f.«Ge- wohnheity. Von pflegen, v.(Präs. pflege, pꝓflegst, Prät. pflegte, Part. gepflegt,[nur noch selten u. in bestimmten Redewendungen wie Rat pflegen] pflog, gepflogen): Sorge tragen für einen Gegenstand; als Herr od. Vorstand (fürsorgend) verwalten; in Ublichkeit haben; als Eigenheit in fortgesetzter Wiederholung tun. Die Flexion ist seit Luther, der fast nur schwache Formen braucht, schwach, doch halten sich die starken im Prät.(Pfleg, Pflog) u. im Part.(gepflogen, letztres statt des ältern gepflegen, das noch im 16. Jh. vorkommt) in der poetischen Sprache u. in einzelnen Rede- wendungen. Mhd. pflegen(Präs. pflige, Prät. Pflac, Part. gepflegen, woneben u. wofür nach mnd. geplogen md. gepflogen geltend wird u. ins Mhd. eindringt), ahd. p(hlegan(Präs. pfligo, Prät. pflag, Plur. pflägen); dazu asächs. plegan (eine Schuld, Verantwortung auf sich nehmen, diese Bed. auch ahd.), mnd. plegen, mndl. plegen, auch«für etwas einstehenꝰ, afrs. plegia, pligia (schwach), ags. pléon, plion«der Gefahr aus- setzen»(aus*plehon, also mit grammatischen


