Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1349-1350
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1351 Zwecke

Zweifel 1352

337 5b Jen., Fischart glückh. Schiff 963); das, wor- auf eine Tätigkeit geht, Absicht. Mhd. zwec m. in den beiden ersten Bedd., auch«Kot, ahd. æνε m. Nageb-. Davon zwicken. 4BL. zwecken, v.: zielen, 1663 bei Schottel, noch bei Goethe 37, 147, jetzt nur noch in Zss. be-, abzwecken. ZUS. zweckdienlich, adj., im 19. Jh. Zweck- essen, n.: Essen zu einem bestimmten Zweck. Nach Weigand um 1850 aufgekommen. zweck- los, adj., bei Wieland Suppl. 1, 28. Zweck- mäßig, adj., 1776 als nicht eben alt bezeichnet. Vgl. Gombert5,6. Davon Zweckmäßigkeit, f., 1787 bei Kramer. zweckwidrig, adj., bei Goethe 27, 259.

Zwecke, f.(Pl.-n): Holznagel, Metallstift mit breitem Kopf, Heftzwecke. Erst 1811 bei Campe(·gewöhnlicher als Zoeck»), 1786 b. Ade- lung der Pl. Zpecken zu Zuweck(s. d.), u. aus

zween, s. uei.[diesem gebildet.

Zwehle, f., mundartl.(z. B. thür.-Hess.-els. schwäb.-basler.) neben Ouehle(s. d.) zu zwagen

s. d.). zwei, wenn nichts folgt auch zuweie(Schiller Bürgschaft 118): 2. Flekt. Gen. zweier, Dat. zweien. Geschlechtslos, eig. das alte Ntr. Mhd. 2οονοꝙο) m., 2ꝛ⁰6 f., 2uwei n., ahd. 2νοπꝙοε m., 2⁰, zuw f., zuei n.(Gen. 2Q⁰οεio, Tatian æweiero, mhd. zweier, Dat. zν⁵eim, zwwein, selt. 2uεm, 206n); dazu asãchs. tzoéne,-a m., taν, t20 f., toë n., ndl. tabee, afrs. tæwéne, tæeen m., tæoã f. n., ags. tevégen m., kav f.,, tzyd n., engl. febo, tewain, anord. ltueir m., tucνν f., tuau, selt. tud n., schwed. tud, dän. 10, got. tzai m., tνοσο⁹⁸ f., tewa n. Verw. mit gr. d00(d⁶), lat. daso, air.-() m., f., lit. dꝰ m., du f., abg. d()v m., d(⁵⁴)) f., alb. diü, di, aind. d(u)(u) m., d(u)ve f. n. Zur Flexion vgl. Brugmann Abh. d. k. sächs. Ges. d. Wiss. 25, 5, 56, Grd. ² 2, 2, 10. Ahd. 2uνne für tzweine nach erςꝙ got. kawai ist ein sogenanntes Kollek- tivum, vgl. abg. dvojinã«doppelt», russ. dvojni ᷣewillingey, lit. doins zwillinge» u. viell. auch lat. bĩni aus*dooiνnoi. Schon mhd. wird das Ntr. zubei auf ein männliches u. weibliches Wesen be- zogen, u. schon im 12. Jh. findet sich am Nieder- rhein fehlerhafte Anwendung des Geschlechts (Lamprecht Alexander 1812, 3109, 5830). Im Beginn des 17. Jhs. dringt zuwei für alle Ge- schlechter stärker vor, doch findet sich noch im 18. Jh. regelrechte Verwendung(auween m., 2ο f., zvei n.) bei Dichtern(regelrecht bei Voß u. auch bei Kant) u. mundartl., z. B.(der Söhne) zoeen Schiller Räub. 1, 3, zuο̃ Flammen ebd. 3, 1), aber vielfach zeigen sich Verwechslungen (zuo Beine Goethe 39, 83, zwo blauer Augen

Blick Gellert verm. Schr. 1, 133), die zeigen, daß der Gebrauch, wie schon Adelung bemerkte, rein künstlich war, u. daß von den Dichtern zwhene, zw⁰o nur als Mittel altertümlichen Ein- druck hervorzurufen verwendet wurden. Inden obd. Ma. hat sich die Unterscheidung der Ge- schlechterteilweise bis heute erhalten. Vgl. zur Geschichte der Flexionsformen Zfd W. 2, 85 ff., 5, 288. 4BL. zweien, v.:(dichterisch refl.) sich zu zweien vereinigen. Sonst in entzzweien. Mhd. zweien«zu zweien vereinigen», auch in zwei Teile zerlegen». Zweier, m.: Zweipfennig- stück. zweite, Ordnungszahlwort. 1593 bei Helber 50 der zweiete od. anderte, 1540 b. Albe- rus dict. tt 4b 2æwεgt, KK 12 der zweit, spät im 15. Jh. bei Diefenb. gl. 523 ede. Daneben im 18. Jh. von 2 abgel. aw⁰ote als Fem.(Vor- rede æur zwwoten Auflage Schiller Räuber). Das alte Zahlwort war ander. ZUS. zweideutig, adj., 1645 bei Zesen Ibr. 1, 352, 1644 bei Hars- dörffer Gespr. 4, 219. zweierlei, adv., mhd. æweier leige, gebildet aus dem Gen. von zwei u. Aeige, s.-lei. zweifach, älter zuwiefach(s. d.). zweihäusig, adj.: mit männlichen u. weib- lichen Blüten auf verschiednen Stämmen. In neurer Zeit. Zweikampf, m., 1645 bei Zesen Ibr. 1, 280, Verdeutschung von Duell. Zwei- rad, n., Verdeutschung von Bicycle. zwei- schneidig, adj., im 15. Jh. 2eisnidic.

Zweiel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kibitz. Schon 1561 bei Maaler 202 b, 5342 Zoegel. Dunkler Herkunft.

Zweifalter, m.(*I, Pl. wieSg.): Schmetter- ling. 1469 im mrhein. voc. ex quo zweyfalter, mhd. 2ꝛνναder(Mone Anz. 4, 94, 116). Wohl Umgestaltung für viwalter, s. Pfeifholter.

Zweifel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Ungewibheit über etw. Mhd. zwvelm., auch«unentschiedne Neigung, peinliche Ungewißheit, Besorglich- keity, ahd. zaifal m. n.; dazu ndl. twijfel m., afrs. teæwifel m., got. tweift(Akk.). Entl. schwed. kwifbel, dun. fvil. Daneben ahd. 2Qο, zebeho m., asäâchs. feoeho m., ags. fεέο m., So daß der Labial möglicherweise aus dem Guttural entstanden ist. Zu zwei u. verw. mit aind. dvikäãs«aus zwei bestehend, gr. diccéc«zweifach»(aus*dινοs). 4BL. zweifeln, v., mhd. awνveln, ahd. zuν‿ Fa)lõn; dazu asächs. tæwitön«schwanken⸗; da- neben ahd. zwifaljan«fälschlich vorgeben:, asächs. fautflian, got. lweifljan«in Zweifel brin- gen⸗. Davon Zweifler, m., mhd. zuοvelcre, ahd. auwεfalari m. ZUS. zweifelhaft, adj., mhd. æuνelhaft, wofür ahd. zwı᷑fal, zuoifoli, asächs. fewifli. zweifellos, adj., erst 1811 bei