Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1347-1348
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1349 Zuwachs

Zweck 1350

des Vertrauens auf Künftiges. Mhd. auoversiht f., ahd. 2uofirsiht f.«Hinblick auf Künftiges, Ent- gegensehn, Gewärtigsein, Hoffnung. Zgs. aus zu u. einer Abl. von sich versehen eines Dinges. Davon zuversichtlich, adj., mhd. zuover- sihtlic. zuvõr, adv.: örtlich od. zeitlich vor- aus. Spätmhd.(15. Jh.) 2uo vor, md. 2u vor, durch zu verstärktes vor.

Zuwachs, m.: Vermehrung, eig. was einem hinzuwächst. 1678 bei Kramer. Zzuwége, in Verb. mit bringen, sein: fertig, gut imstande. 1678 bei Kramer zuwege, 1664 bei Duez auabegen, bei Luther 1. Mos. 31, 1 2u wegen, mhd. ze wege can Ortu. Stelles, aber auch dahin», ahd. ai wege auf den(rechten) Weg», woraus die Bed.«zur Bereitschaft». zuwéilen, adv.: hier u. da in der Zeit. Bei Luther Pred. Sal. 10, 1 u. ö. 226 weilen. Mhd. under wilen(noch bei Adelung unterweilen) od. wllen, wilent. weilen ist Dat. Pl. von Weile zeity. Zuwider, adv.: ent- gegen; bis zum Sichabwenden entgegen. Bei Luther Apost. 18, 13; 26, 9 zu wider, 1513 im Sallust K zuzbider. Gebildet wie zugegen. Bayr. auch als Adj. ein zuwiderer Mensch, was jetzt auch nach Norddtschld. vordringt.

zuzéiten, adv.: manchmal. Bei Luther Sir. 10, 4 2u eiten, Weish. 8, 82un zeiten; 1474 b. Jans- sen Frankf. Reichscorr. 2, 331 zu‿εeφεe schließ- lich». Gebildet wie zusweilen. Zuziehen, v.: hinzuziehen; einbringen;(refl.) etw. erhalten (bes. von Obeln). Mhd. 2uoziehen intr. Dazu Zu- zug, m.: Zuziehen. Mhd. 2urucm.«Anziehungy.

zwacken, v.: empfindlich plagen(1. Sam. 14, 48); zwischen zusammengehenden Spitzen einklemmen(Spr. Sal. 26, 17). Mhd. zuwacken zwacken, zupfen, zerren». Ablautsbildung zu zoicken.

zwagen, v.: waschen. Noch bayr.; obschwäb. zubãge cden Kopf waschen». Bei Alberus dict. esaich zwag, bei H. Sachs, Luther zwagen, auch noch bei Abraham a St. Cl. Mhd. tœahen(Prät. tawuoc, Part. getzwagen), auch schon zwahen, ahd. duahan(Prät. dawuog, Part. gidevagan); dazu asächs. thaahan, ags. Pebéan, anord. y, got. Haoahan«waschens. Verw. mit apreuß. fzaætan Queste», d. i. Badewedel. Dazu Quehle, Zawehle. DieGrundbed. von«waschenvist meisteschlagen, stoßens, daher zu ahd. daãmjan drücken, pressen, mhd. diuhen«drücken, schieben, ein-, nieder- drücken» u. viell. zu zwwingen, das eine nasalierte Form darstellt. Mit Wurzelvariation dazu gr. dr0Tetv«in Schrecken, Staunen setzen», aind. tujãti«stoßenꝰ, lit. tůzgéti cdumpf dröhnend klappern.

Zwang, m.(-els: zwingende Gewalt. Mhd.- md. twanc m., auch abang, guanc, auch«Be- drängnis, ahd. dewangm.«zaum', sonst gidevang m.«Zzusammenpressung, Nots; dazu ndl. dwang, afrs. thawang m., ags. paang m.(Schuhriemen), schwed. fuang, dän. tang. Von zingen. Z0S. zwanglos, adj., in neurer Zeit. Zwangsvoll- streckung, f., Verdeutschung von Exekution.

zwängen, v. mit Gewaltzusammendrücken, Mhd. teengen«drücken, bändigen, Zwang an- tuns, ahd. dawengan(Prät. dewancta) chart be- drängen». Eig. Bewirkungswort zu zuwingen.

zwanzig: 20. Bei Kramer, Duez, Schottel zwantzig, 1618 b. Schönsleder Rr 22 u. sonst im 16. Jh. 2w⁰intzig, 1605 b. Hulsius, Luther, Dasy- podius, Serranus, 1541 b. Frisius 896 b zwentaig, 1540 b. Alberus dict. i2a einmal zwweintzig, sonst zwenkzig, 1482 im voc. theut. qd 5 b zweintzig, mhd. zuuein-, 2u0enzic, ahd. 2weinzug, bei Notker zweinzig; dazu asächs.*wntig, ndl. feintig, afrs. kwintich, ags. twentig, engl. fwentg. Anders ge- bildet sind anord. futtugas(auch tjogu, schwed. tjugo, dän.ν νε), got. twaitigjus. zwanzig ist 29s. mit dem kollektiven Zahlwort wein u. zig, u. heißt eig.«die beiden Zehners, vgl. 2wei u. Brugmann Abh. d. K. S. Ges. d. Wiss. 25, 5, 34. Die Form zuanaig beruht auf mundartl. Laut- wandel. 4L. Zwanziger, m., mhd. 20ein- æiger m.«eine aus 20 kleinern Münzen bestehen- de Münzey. Zwanzigste, Ordnungszahlwort, mhd. zubeinzigste, ahd. 2weinzigosto. Zwan- zigstel, n., zgs. mit Teil.

zwar, 1. adv.: in Wahrheit. Mit und zuar wird eine nähere Bestimmung hinzugefügt. 2. Konj., die eine Einräumung, ein Zugeständnis ausdrückt. Mhd. zaũre, älter ze würe, ahd. 2i wäru«in Wahrheit, wahrlichs, zgs. aus zi«zuν u. dem Instr. von wãr«wahr?.

zwatzeln, v.: zappeln; in eilfertigen Schritt- chen unruhig gehen. Bayr.-schwäb.-els.-Pfälz.- obhess. Auch in verzwatzeln verzweifeln⸗ (schwäb. usw.). 1507(bei Crecelius) æwatzen cplageny, viell. aus 2ꝛνxezen zu zwacken. Mhd. wohlin zwataler, 2wetzler m.«männliches Gliedo. 4BL. zwatzelig, adj.: unruhig, aufgeregt. Bayr.-els.-wetterau.-obhess.

zwatzern, v. zwitschern. Bei Goethe davon Gezwatzer(s. d.). Wohlzuwitzern, S. zitschern.

Zweck, m.: Holznagel(in Schuhzuweck, jetzt meist Zuecke, s. d.); der Holzpflock in der Mitte der Scheibe(veraltet, aber noch bei Gotthelf); (danach dann) Zielpunkt(noch im 16. Jh. ganz sinnlich, die Bed.«Ziel» bei Kramer, Duez, Schönsleder, Brand Narr. 75, 10, Luther 6, 142.

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