Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1355-1356
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1357 zwirbeln

zwote 1358

verengend zusammenziehen», ahd. in zuinch- ougéy Blinzelnder»(Schmeller); dazu ags. kwwinclian, engl. lawincle. Nicht zu zwingen, viell. mit zwwei zusammenhängend. 4L. zwin- kern, bei Günther 285. Daneben bayr. zwinzen. zwirbeln, v. drehen, herumwirbeln. Thür.- nordfränk.-els.-schweiz. Md. zwirbeln von mhd. zwirben«sich im Kreise drehen»(noch bei Stie- ler). Wohl zu dem unter Zirbel behandelten ahd. zerban unter Einwirkung von zwerch.

Zwirl, m., bayr. für Quirl. 1786 bei Adelung als Drechslerwerkzeug.

Zwirn, m.(lels, Pl.-eſZwirnarten]): Fäden von Flachs, Hanf, Seide, gedrehter Näh-, Netz- faden; Geld(Nestroy 1, 48). Mhd. zwirn m. «zweidrähtiger Faden»; dazu ndl. tweern m. zweimal zusammengedrehter Faden' u. fewijn, ags. getwinne«doppelte, anord. tuennr««dop- Pelty. Aus*twisna-zu lat. hini, falls aus*daisni. 4BL. zwirnen, v.: zu zwei zusammendrehen. Im 15. Jh. zzrnen sje zwei Fäden zusammen- drehen». Auch schon ahd. zawirnén, zwirnön czurückdrehen». Dazu mnd. fernen, ndl. tebeer- nen u. twijnen, engl. twine, anord. tinna(ver- doppeln), schwed. tvinna, dän. tvinde czwei od. mehr Fädenzusammendrehem. ZUS. Zwirns- faden, m., mhd. zwrnvaden m.(auch noch 1716 bei Ludwig).

zwischen, adv., präp.: 1.(mit Dat.) tren- nend innen hinein von-, 2.(mit Akk.) trennend innen hinein in. Mhd. zuwischen, md. auch zwuschen, zubuschen, zuschen, auch. mit Gen., verkürzt aus mhd. enzwischen adv., präp., un- der zuwischen adv., ahd. in 2uiskén, unter zuisgén, zuerst Adv., dann auch Präp. mit Dat., eig. Dat. Plur. von mhd. zucisc, ahd. 22⁰,86 7i) adj. qje zwei, zweifach»; dazu ags. fiisk, ndl. tusschen, engl. betzwiæt. Von 2uwis(s. ier) abgeleitet. Ahd. sagte man under zuwiskén puchstaben cunter je zwei Buchstaben?, in zwischen minen brusten «zwischen meinen Brüsten?; z%. bezieht sich also ursprünglich nur auf zwei, hat aber nhd. diese Beschränkung teilweise eingebübßt, z. B. Uukraut zuoischen den Weizen säen. ZIUS. Zwischenakt, m., im 19. Jh. Zwischenfall, m., im jetzigen Sinn erst 1811 bei Campe. Zwi- schengeschoß, n., Zwischenhandel, m., beide 1811 bei Campe. Zwischenraum, m., 1691 bei Stieler. Zwischenspiel, n., 1786 bei Adelung für Intermezzo. Zwischenträger, m., erst Ende des 18. Jhs., 1811 bei Campe.

Zwist, m.(es, Pl.-e): Gegeneinandersein durch Entzweiung. Mhd. zwist m.«Entzwei- ung:, zuerst in einem Kölner Vertrage viermal

(Höfer Urk. 273); 1319 mnd. fwist f.(a. a. O. 131, 56), mndl. foist, afrs. fwist, entl. schwed.-dän. kwist. Abl. von tawis, s. 2ωr. Dieselbe Bil- dung ist ags. tewist m.«wiefach gedrehter Fa- denꝰ, engl. faist«grobes Zeugo, entl. dän. fawist. 4B2L. zwistig, adj., 1691 bei Stieler, wovon Zwistigkeit, f. 1734 bei Steinbach.

zwitschern, v.: feine Töne von sich geben (von Vögeln). Mit tsch aus tz, obd. 2witzern, wie auch 1678 b. Kramer, mhd. zWi:teern, ahd. 2 ⁰i2- zirõn; dazu mengl. twiteren, engl. twitter. Wohl lautnachahmend.

Zwitter, m.(-s, Pl. wieSg.): zweigeschlech- tiges Geschöpf. Im 15. Jh. b. Diefenb. gl. 275° czubtor. Mhd. zwidorn, zꝛitarn, zwitorn m. «Zwitter(im 15. Jh.), Bastard, Mischlingy, ahd. zoitarn m.«Kebskinds». Zu zuwie- mit dunkler Ableitung.

zwitzern, v.: flimmern. Obd.-wetterau.- obhess.-thür. usw. 1811 bei Campe mit Beleg aus Goethe(8, 142); 1678 bei Kramer«wetter- leuchten, mit den Augen herum zuitzeren oder wimperen», im Simpl. 1, 143 Kz. von den Augen, 1537 b. Dasypodius 468 e. Eins mit zwοitschern u. vom Ton auf das Licht übertr. Vgl. grell, hell.

zwo, das F. zu ¹ei(s. d.).

zwölf, wenn nichts folgt auch zwölfe: 12. 1537 b. Dasypodius u. 1540 b. Alberus dict. Z24 b 2v!ff, 1469 im mrhein. voc. ex quo=rolffe, md. zaolf, urspr. auch noch bei Luther, b. Serranus dict. g 3 b æ0elff, mhd. 2wl(e)f, 2uwelif(flekt. zwelve), ahd. 2wοσl(i)f; dazu asächs. hwelif, ndl. bawaalj, afrs. teoilijf, taelif, tolef, ags. twelf, engl. hwelve, anord.-schwed. tolf, dän. fol, got. tæoalif† (Dat. twalibim). Entsprechend lit. dulica. Zgs. aus ka zweiꝰ u.-lijf, s. elf. 4BL. zwölfte, Ordnungszahlwort. 1537 b. Dasypodius 220⁰!pke, 1540 bei Alberus dict. Z4 b 2οοlfft, aber bei Ser- ranus zwelfft, bei Luther zawelſfte, mhd. z*velft, ahd. 2ëνelifto; dazu nd. tzwolfte, ndl. tewelfde, afrs. kavwilifta, ags. tewelfta, engl. twelfth, anord. tolfti, schwed. tolvte, dän. tolote. Davon zwölftens, adv., gebildet wie drittens. Subst. die Zwölf- ten, pl.: die zwölf Nächte von Weihnachten bis zum Dreikönigstag(Epiphanias), die im Aber- glauben eine große Rolle spielen. Bei Vo1, 21. Z.US. Zwölfbote, m., eine wiederverschwun- dene Verdeutschung von Apostel. Mhd. Zowelf- bote, ahd. 2d⁵eld);boto m. zwölferlei, adv., 2g8. aus dem Gen. von zwνf u.-dei s. d., Zwõlf- mal, 1537 b. Dasypodius, woneben mit Dat. Pl. älternhd. auch 2ꝛνε πlen, 1482 im voc. theut. dd 5 b zwelf;malen.

zwote, das F. zu zweite(s. d.).