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muten, v. etwas von jem. begehren, was man eig. nicht sollte. Spätmhd. zuomuten. 4B L. Zumutung, f. starke Fordrung. Bei Stein- hövel Esop 340, 1491 bei Liliencron 2, 298.
zun, aus zu den. Jetzt nicht mehr üblich. Aber vom 16.—18. Jh. gebräuchlich. Mhd. zen aus ze den, ahd. zen aus zi den.— zundchst, adv., 1716 bei Ludwig.— Zunahme, f.: Ver- mehrung. 1642 bei Duez. Zuname, m.: Ge- schlechtsname im Gegensatz zum Vornamen. Mhd. zuoname m.
Zundel, m., obd. für Zunder(s. d.).
zünden, v. inFeuersetzen, brennen machen; (alem.) leuchten. Mhd. zunden, zunden, zunten sent-, anzündeno, auch«brennen, leuchter», ahd. zuntan, zunden«entzünden; zuntén-brennen; dazu ags. tyndan, ontendan, engl. tind, anord. tenda, schwed. fända, duän. fände, got. tandjan canzünden» neben fundnan«brennen». Von dem starkenV. mhd. zinden, zinnen abrennen, glühen». Dazu noch ahd. zantaro m.«glühende Kohle u. Zunder. Herkunft dunkel. Erklärungsversuch ZfdPh. 24,216. 4B L. Zünder, m.: Brennendes zum Anzünden, Vorrichtung zum Anzünden. Mhd. in anzünder m., gewöhnlich zündel, ahd. zundare m.«Anreizer, Fackel». Zündung, f., neuere Bildung. Ahd. zuntunga«Anreizung. ZUS. Zündholz, n., 1716 bei Ludwig. Zünd- hütchen, n. Zündkraut, n., 1678 bei Kramer. Kraut«Schießpulverss. Kraut. Zündloch, n., spätmhd.=üntlochn. Zündpfanne, †., 1716 bei Ludwig. Zündschwamm, m., 1664 bei Duez.
Zunder, m.(s): Zündschwamm; auch über- tragen. Mhd. zunder m. n., auch zundel(noch obd.-schles.), ahd. æumdira, zuntar f., auch zun- til m.; dazu mnd. tunder m., ndl. fonder, tondel n., ags. fynder, tymdre f., engl. tinder, anord. tundr m., schwed. tunder, dan. tönder. Zu 2unden.
Zuneigung, f.: Liebe. 1575 im Garg. 93. Mhd. zuoneigen n. bei den Mystikern.
Zunft, f.(Pl. Zünfte): mit Rechten ausge- stattete Körperschaft von Personen gleichen Ge- werbes. Mhd. zunft f. Gesetz, Regel, nach be- stimmten Regeln sichrichtender Verein, Verein, Gesellschaft, Zunfts, ahd. zumft f.«Zusammen- kunfts, sonst gizumft; dazu and. mistumft f.«Un- einigkeit, Zwist». Zu der Wz., die in ziemen vor- liegt, eig.«Bindung». Formal entspricht gr. duscic f. Bändigung). 4BL. zünftig, adj., mhd. zünftic«d. Zunft angehörend', ahd. zumftig csich ruhig verhaltend, friedlich». ZUS. Zunft- meister, m., mhd.=unftmeister m. tribunus:.
Zunge, f.(Pl.-n): beweglicher Teilim Munde, der zum Sprechen dient; Sprache eines Volkes;
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
einer Z. ähnliches. Mhd. zunge f., ahd. zunga f.; dazu asãchs. tunga, ndl. fong, afrs-ags.-dun. tunge, engl. tongue, anord. schwed. funga, got. tuggõ f. Verw. mit lat. lingua, alat. dingua f. Vgl. weitere Verwandtschaft bei Walde. 4L. züngeln, v.: mit der Zunge umherspielen(von Nattern); dann von Flammen. 1680 bei Lohenstein Cleo- patra 36(V. 102).— züngig, in Zss. wie doppel-, zweizüngig. ZUS. Zungenbein, n., 1786 bei Adelung. Zungenblatt, n., 1741 bei Frisch u. bei Adelung als Name einer Pflanze. Zungen- drescher, m.: Schwätzer, Rabulist. 1642 bei Duez Zungentrescher, zuerst Anf. d. 16. Jhs., vgl. Zfd W. 1, 357. Der zweite Bestandteil nach Ade- lung viell. zu drq'uschen(s. d.), obsächs. dreschen. zungenfertig, adj., noch nicht bei Campe.
zunichte, in 2. machen, werden, öst. auch zu nichte, wie bei Luther. Mhd. zenihte«zunichts».
Zünsler, m.(“, Pl. wie Sg.): Lichtmotte. Bayr. Von bayr. zünseln«mit dem Lichtspieleny, auch flimmern, flackerno, soauch schweiz., ahd. zæunselön xünden, anzünden. Dazu ahd. zinsilo m., zinselôd m. zunders, zinsera f. Rauchfaßo, die wohl zu zunden gehören.
zupfen, v.: wiederholt ziehen. 1618 bei Schönsleder Rr 2 ² 2upffen, Qq 7 20pffen, in den Fastnachtssp. des 15. Jhs., 1462 bei Liliencron l, 532 2zupfen. Auch zuppen, preuß. zoppen, zuppen in der Bed.«zurückgehen?. Kaum von Zopf.
zur, aus zu u. dem Dat. Sg. der, mhd. zer aus æe der, ahd. zer(u) aus zi deru. Zuweilen auch zu u. Gen. der, z. B. zur Propheten- u. Apostel zeiten(Luther 6, 351 b).— zurechnen, v. hin- zurechnen; durch Rechnen zuteilen; als zukom- mend zusprechen. In der 3. Bed. bei Luther (Ps. 32,2; 130, 3) zurechen, 1541 bei Frisius 437 5b zuorechnen. Davon Zurechnung, f, veraltet, 1642 b. Duez, erhalten in der Zss.zurechnungs- fähig, adj.: verantwortlich. Erst im 19. Jh.— zurécht, adv.: zu der gehörigen Bereitschaft, zu dem gehörigen Stande in zurechtlegen,-ma- chen,-stellen,-weisen. Mhd. zi rehte crechty, ahd. 2i rehte dem Rechte gemäß, rechts, nd. 10- rechte. Damit 2gs. Zuréchtweisung, f.— zu- reden, v.: durch Reden zu bewegen suchen. Mhd. zuoreden.— zureichen, v.: darreichen; zulänglich sein. In d. 2. Bed. 1642 b. Duez.— Zu- richten, v.: herstellen. Mhd. zuorihten.
zürnen, v.: zornig sein. Schweiz. auch mit dem Akk. Mhd. zürnen, md. zurnen, zornen (noch bei Fischart Garg. 75 z6rnen), ahd. zurnen mit Akk. Von Zorn.
zurren, v.:(seemänn.) bewegliche Gegen- stände auf dem Schiff an feste anbinden. Aus
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