Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1341-1342
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1343 Zugang

2um 1344

beim Fischfang; dazu mndl. feug f., ags. tge m., engl. fug. Verbabstraktum zu ziehen. 4B L. zugig, adj., noch nicht b. Heinsius.-zügig, nur in Zss. wie großzügig. Zügler, in Nach- zugler. ZUS. Zugbrücke, f., 1664 bei Duez. Zugführer, m.: Führer eines Zuges(milit., Eisenbahn). Erst im 19. Jh. Zugluft, f., 1786 bei Adelung. Zugtier, n.: Tier zum Ziehen. 1664 b. Duez. Zugvogel, m.: Vogel, der nach andern Ländern zieht. 1784 bei Herder Ideen 1, 24, 1786 bei Adelung.

Zugang, m.: das Hinzugehen; Ort, wo man hineingehen kann; was hinzugekommen ist. Mhd. zuoganc, ahd. zuogang m. Zutritty. Da- von zugänglich, adj.: Ort, Person, zu der man gehen kann. 1734 b. Steinbach zugängig. Zu- geben, v.: etw. draufgeben;(im Kartenspiel) bedienen; eingestehen; einwilligen. 1642 bei Duez auch cnachlassen, verzeihen». zugé- gen, adv.: anwesend. Mhd. zegegen, 288. aus ze und adv. gegen.

Zügel, m.(-e, Pl. wie Sg.): Lenkriemen des Zaums;(übertr.) Einschränkung. Mhd. zügel, ahd. zugil, zuhil m.; dazu mnd. fögel m., ndl. teugel m., ags. tygel m., anord. tygell m., schwed. kygel, dän. tõöile. Eig.«Werkzeng zum Ziehen». Zu ziehen. 4BL. zügeln, v. im Zaum halten. 1811 bei Campe mit Beleg aus Schiller. Mhd. æügel(e)n«züchtem. ZUS. zügellos, adj.: ohne Zügel. Meist übertr. 1741 bei Frisch. Davon Zügellosigkeit, f., 1786 bei Adelung.

Zugemüse, n.: Zuspeise. Mhd. zuogemliese n. Zgs. mit Gemüse in der urspr. Bed. zuge- stehen, v.: einräumen. Mhd. zuogestän jem. beistehen». zugetäãn, adj.: geneigt. 1642 b. Duez. 1561 bei Maaler zugethon. Part. von dem noch b. Adelung verzeichneten sich zutun«sich durch Gefälligkeiten beliebt zu machen su- chen». zugléich, adv.: zu gleicher Zeit. Bei Luther(2. Mos. 19,8; 5. Mos. 12,22; 22, 10; Kol. 4, 3) z2ugleich. Bedeutungsentwicklung unklar.

Zugvieh,-vogel, s. Zug.

Zuhälter, m.: der zu einem hält, bes. Ge- nosse einer Dirne. In neurer Zeit. zuhänd, adv.: alsbald. 1. Mos. 25, 26 zu hand. Mhd. ze- hant«alsbaldꝰ, eig.«bei der Hand.

zukommen, v.:(unpers.) gebühren. 1642 b. Duez«Nutzen haben, mit etw. genug habenꝰ. Mhd. zuokommen«herzukommen, auskommen, (an einem) von ihm entschädigt werden». Zu- kost, f., 1691 bei Stieler. Zukunft, f.: die künftige(2ulcommende) Zeit. Erst im 18. Jh. in dieser Bed., 1734 b. Steinbach; 1716 b. Ludwig nur in Zukunft, aber sonst nur ckünftiges Kom-

men. Mhd. auoοkunft f. ddas Kommen, Herzu- kommen, Ankunft». Davon zukünftig, adj., mhd. zuokunftic«xkommend, künftig, nächst- künftig, noch zu erwarten. ZUS. Zukunfts- musik, f., ein in den 50 er Jahren im Streit um R. Wagner verbreitetes Schlagwort, mit veran- laßt durch dessen Schrift Kunstwerk der Zu- kunft, aber nicht von ihm, vgl. Wagner Ges. Schr. 7, 123. 1856 bei Grillparzer 3, 204. Vgl. Ladendorf. Zukunftsstaat, m., Schlagwort seit den 70 er Jahren im sozialdemokratischen Programm. Vgl. Ladendorf.

Zulage, f.: was zum Gehalt, zum Fleisch u. a. zugelegt wird(1678 bei Kramer); das Zusam- menlegen des Zimmerwerks auf der Erde(bei den Zimmerleuten), 1786 bei Adelung und bei Goethe 13, 1, 44. zulänglich, adj.: hin- reichend. 1691 bei Stieler. zulassen, v.: ge- statten, erlauben; zur Begattung zulassen(spät- mhd. zuolãzen«admittere»). Davon zulässig, adj., 1716 bei Ludwig; 1678 bei Kramer zuläß- lich, in der Carolina 41 zulässig. Zulast, f. (Pl. läste): Weinmaß u. faß von 4 Ohm. Am Rhein. Ursprünglich wohl Lasty zum«Stück (7 Ohm) als das nächst geringere Maß nach diesem. Zulauf, m.: das Laufen nach etw. Mhd. zuolouf. zulétzt, adv., 1540 bei Albe- rus dict. GG 3 b 2uletzst, im 15. Jh. zaletzt, zuletst, zuo letst, 1469 im mrhein. voc. ex quo ze leste, md.(14.Jh.) zulezt, mhd. ze leg g)ist, ze lez(²)ist, ze leste, ahd. zi legzist, mnd. to lest, Verbindung der Präp. zu mit dem Akk. Sg. von letzt.

zullen, v.: am Sauglappen saugen. Bei R. Wagner Ges. W. 6, 127, 1811 bei Campe. Land- schaftlich in Franken, Nürnberg, schwäb.els. 4 BL. Zuller, m.: Saugpfropfen. Frk.-henne- berg.-els.; preuß. Zoller. Dazu ndl. dial. tullen ctrinken», ndl. ful f.«Flasche». Weitre Herkunft dunkel. Zu dieser Wz. wohl auch Zulp, m. (Jels, Pl.-e): Saugbeutel, Pfropfen für kleine Kinder. 1786 bei Adelung. Aber bayr. 20 ʃ%f, zulp«Lümmel, Tölpel, schon im 15. Jh. als basler. Schimpfwort zülpin, vgl. Zfd W. 8, 163. Davon zulpen, v., 1786 bei Adelung.

zum, aus zu dem, mhd. zem aus ze dem, ahd. zem(e) aus zi demo. zumäl, m.: hauptsäch- lich genommen; in besondre hervorhebende Betrachtung genommen. 1429 zu mal c(lat.) omnino, überhaupt, allerdings»(lib. ord. rer. 29b), mhd. ze müle, zemãle, md. z=u mãle«zugleich, zu gleicher Zeits(noch bei Schiller 2,92[Räub. 2, 3]%, Uhland), auch bereits«gänzlich»(noch bei Schil- ler 2,184[Räub. 5,1]), ahd. ze mäle czur Sache, für dasmaly. Zgs. mit mal«Zeitpunktz. Zu-