1341 Zuck
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häusler, m. zuchtlos, adj., mhd. 2uhtlôs cun- gezogen, rücksichtslos». Davon Zuchtlosig- keit, f., 1786 b. Adelung. Zuchtmeister, m., mhd. 2uhtmeister m. Erziehers. Zuchtrute, f.: Rute zur Besserung. 1691 bei Stieler. Jetzt übertr.«schlecht erzognes Kind», das einem selbst zur Zuchtrute wird. Zuchtschwein, n: Schwein zur Zucht. Mhd. zuhtszwin. Ebenso Zuchtstier, m., Zuchtvieh, n. Zuchtwahl, f.: Auswahl von Lebewesen zur Zucht. Durch Bronns Ubersetzung von Darwins Werk origin
ofspecies(1860) geprägt. Vgl. noch Ladend. 214.
Zuck, m.(-Tels, Pl-e): ein schnelles Ziehen, das Zucken. Nicht bei Adelung. Mhd. zuc m. ckurzes, geschwindes und heftiges Ziehen oder Reißen», auch Verzückungs. Von zucken, v., mhd. zücken, zucken«schnell und mit Gewalt ziehen, schnell ergreifen, an sich reißen, fort- reißen, wegnehmen, entreißen, rauben, stehleno, ahd. zukxan(Prät. zuhta) cin kurzer Geschwin- digkeit mit Gewalt wegreißen, entreißen, rau- ben». Eig. ein obd. Wort u. eins mit zucken, s. d., vgl. auch drüͦcken, drucken. Intensivbildung zu
æiehen. 4BL. Zuckung, f., b. Diefenb. gl. 484 b
zuckunge f.
zuckeln, v.: in kurzen geschwinden Bewe- gungen, aber langsam gehen. Bei Klamer Schmidt Erz. 46; 1778 b. Hermes Soph. R. 6, 338 zukeln. Nordd. auch zockeln. Zu mhd. z0cken cziehen, zerren, reißen, locken, reizens, zu ziehen.
zücken, v.: ziehen(das Schwert). Eins mit zucken. Bei Adelung das Schwertzuckten mit Be- leg aus Wieland. 1716 b. Ludwig zucken, zucken, auch bei Duez und Kramer zucken vom Degen.
Zucker, m.(-s):(kristallisierte) Süßigkeit aus dem Pflanzenreich, bes. aus dem Zuckerrohr u. der Zuckerrübe, dann auch aus dem Tierreich (Milchzucker). Mhd. zu(c)ker m., ahd. zucura (Graff 5, 631). Wie mnd. sucker m.(woraus dän. suker, schwed. socker), ndl. suiker f., engl. su- gar aus mlat. 2ucura f., zuccarum, zucharum n. und dies von arab. sukkar. Dies stammt aus pers. Sãkär(daraus entl. gr. cdxxoplov] n., lat. saccharum n.) u. weiter aus prakrit sakchara, aind. gãrkarã f.«Gries, Kies, Geröll, Sandzuk- ker», verw. mit gr. xpoxc-n f.«Kiesel. 4 L. zuckern, v., mhd. zuckern. ZUS. Zucker- bäcker, m.: Konditor. 1678 bei Kramer; im 17. Jh. sonst Zuckerbeck. Zuckerbrot, n.: süßes Backwerk. Jetzt bes. in der RA. Z. und Peilsche. 1664 b. Duez Zuckerbrodtn. Zucker- hut. m.: Zucker in kegelförmiger Gestalt. 1716 bei Ludwig. Zuckerkand, m.(-s), 1540 bei Alberus dict. Yy 1a zuckerkanet, 1537 bei Da-
sypodius 212( 2ucker Candel. Vgl. Kandel- zucker. Zuckerkartoffel, f., Kartoffelsorte. 1796 b. Nemnich. Zuckerrohr, n.: die Pfanze saccharum. Mhd. zuckerrör n. m. Zucker- rübe, f.: Runkelrübe, aus der man Zucker be- reitet. 1811 b. Campe als Vorschlag. Anders b. Adelung«Art Wasserpetersilie mit sehr süßen, eßbaren Wurzeln». zuckersüß, adj., mhd. uckersüeze. Zuckerwerk, n. Zuckergeback- nes. 1664 bei Duez.
Zuckfuß, m.(es): fehlerhafter Gang des Pferdes, Hahnentritt. 1811 bei Campe. zudecken, v.: tüchtig durchprügeln. 1716 b. Ludwig, wie engl. cover.— zudém, zgs. aus 2u u. dem, 1664 b. Duez auberdaßs.— zudring- lich, adj.: sich jemandem wider seinen Willen nähernd. 1786 bei Adelung.
zueignen, v.: widmen;(refl.)sich aneignen. Spätmhd. auoeigenen. Davon Zueignung, f., 1664 bei Duez. Mhd. zuoeigenunge f.— zuer- kennen, v.: durch ein Urteil jemand. zuteilen. 1678 b. Kramer.— zuérst, adv.: vor allem an- dern. Mhd. um 1100 z6rist, ahd. 2i érist, s. erst.
Zufall, m.: unerwartetes Geschehen. Mhd. zuoval m. accidens»(b. den Myst.), sonst«Ein- nahme, Zustimmung'». Davon zufällig, adj., b. Diefenb. gl. 7 auvelliclich.— zufertigen, V.: zustellen, zuschicken. 1801 bei Adelung als Kanaleiwort.— Zuflucht, f.: Ort od. Person, zu der man um Hilfe flieht. Mhd. zuowluht f. (Myst.)(lat.) crefugiums.— Zuflge, Präp. mit Dat. des vorausgehenden, aber Gen. des nach- folgenden abhängigen Wortes. 1786 b. Adelung. Entstanden aus au u. Folge.—zufrieden, adj., (früher nur) adv. unbeunruhi gt(æufrieden las- sen); von dem bestehenden Zustand befriedigt. Im 16. Jh. Adv., 2. B. bei Wickram zuofriden, b. Luther(Ps. 116, 7; Spr. Sal. 16, 7) zuftieden, 2gs. mit dem Dat. Pl. von Friede. Mhd. dafür mit vride, wie noch wetterau. meadd Fridd. Als Adj. 1678 b. Kramer. Davon Zufriedenheit, f., 1678 bei Kramer.— Zufügen, v.:(Unange- nehmes) widerfahren lassen. Mhd. zuovifegen. — Zufuhr, f.(Pl.-en): Herbeischaffung der Lebensmittel u. a. 1664 bei Duez.
LZug, m.(lels, Pl. Züge): Handlung des Zie- hens; Bewegung u. Kraftanstrengung nachsich; V Bewegung nach einer Richtung fort; ein Sich- bewegen ia Mehrzahl von einem Ort zum an- dern; Ziehgerät, etw. in Bewegung zu setzen; Gespann; Eisenbahnzug; gezogne oder sich zie- hende Linie; Unterabteilung der Kompanie. Mhd. zuc m.(-ges), ahd. zug m. in den beiden ersten Bedd., auch vom Ausziehen des Netzes


