Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1331-1332
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1331 Zipolle

Ziseleur 1332

Zipölle, f.(Pl.-n): Zwiebel(s. d.). 12z1pp, interj., bes. in der RA. nicht zipp sagen können. Nordd. 1691 bei Stieler zipsen«müh- sam atmeny. Wohl lautnachahmend. 2zipp, adj.: zimperlich, jungfräulich beschei- den. S. sipp.

Zippe, f.(Pl.-n): Singdrossel, turdus musi- cus. 1746 in Döbels Eröffn. Jägerpr. 53. Obsächs.; thür. 2ib, altmärk. zipp usw. Den Ton des Vogels nachahmend. Alterist die ZUS. Zippdrossel, f., 1555 bei Gesner ziepdruschel, 1579 in Sibers Gemma 44 Zipp Drossel. Vgl. Suolahti 67.

Zipperlein, n.(-s): Fußgicht, Podagra. 1482 im voc. theut. i 82 cypperlein, Chr. d. d. St. 10, 327, 16 zipperlin m. Eig. spöttische Be- zeichnung für einen, der zæippert. Zzippern, v:: mit kurzen Schritten emsig und lebhaft gehen. 1811 bei Campe koft und in kleinen Absätzen zucken, zittern; trippeln, 1691 bei Stieler. Dazu mhd. zĩpeltrit m.«Trippeltritt⸗, zipfen«trip- peln». Wohl verw. mit zappeln.

1Zirbel, f.(Pl.-n): Zirbeldrüse(s. d.). Bei

Voß lyr. Ged. 2, 119.

2Zirbel, f.(Pl.-n): Fichtenart, pinus cembra, Arve. Bei Goethe 30, 21 M., 1678 bei Kramer Zir- bern. Nebenformen sind Zirbe, Zerbe f., Zirm, Zirn m.(aus Zirben). Bei Lonicerus( 1586) 51° aber ist zirbel der die Samen enthaltende runde Fichtenzapfen und dies scheint die ur- sprünglichste Bed. zusein. Abg. von mhd. zirben asich im Kreise drehen, wirbelny, ahd. sil zerban «sich im Kreise drehens; dazu ags. tearflian sich wãälzeny. Vgl. auch md. cirbelwint« Wirbelwind. Wohl verw. mit zi᷑rbeln. ZUS. Zirbelbaum, m., bei Duez«Fichtenbaum?; 1561 bei Maaler Züirnenboum. Lirbeldrüse, f.: eirunde Drüse im Gehirn. Der Name nach der Ahnlichkeit mit einer Zirhelnuß. 1786 bei Adelung u. bei Voß lyr. Ged. 2, 302. Sie galt früher als Sitz der Seele. Zirbelnuß, f.: Frucht der Zirbel. Bei Diefenb. gl. 435 c.

zirka, adv.: ungefähr. Das lat. circd crings- umher, ungefähr». 1727 b. Sperander u. schon im 17. Jh.

Zirkel, m.(*, Pl. wie Sg.): Kreis, gemachter Kreis; Gesellschaft(zunächst eine einen Kreis um eine höhere Person, Fürsten bildende), 1727 bei Sperander(wohl nach frz. cercle); aus 2 Schenkelnbestehendes Werkzeugzum Schlagen eines Kreises; bei Chr. Wolffu. Sperander circul. Mhd. zirkel m.«Kreis, Kreislauf, goldner Reif als Schmuck eines Fürstenhauptes, das Instru- ment». Entl. aus lat. circulus m.«Kreislinie, Kreis» von lat. circus m., gr. xipxoc m.«Kreis-

linie, Kreisz, woher mhd. 2irc, s. Bezirk. Von gr. xipxoc m. auch gr. kipxivoc m., lat. circinu m.«Zirkelinstrument», woraus mit Übergang von n in! wie in Kümmel ahd. circel m. 4 L. zirkeln, v.: mit pedantischer Sorgfalt bilden; auch sich in Kreislinien bewegen; mit dem Zir- kelherstellen. Mhd. zirkeln«die Runde machen, mit dem Zirkel messen, nach dem Zirkelmaß verfertigen.

Zirkulär, n.(-Lels, Pl.-e): Umlauf., Rund- schreiben. Aus neulat. circulare n., von lat. eir- culus m.«Kreis'(s. Zirkel). Bei Wächtler 1703 Circular-Schreiben. Zirkulatin, f.(Pl. -en): Umlauf. 1703 b. Wächtler. Aus glbd. lat. circulãtio f.zirkulieren, v. umlaufen, kreisen. Im17. Jh. aus lat. circulãreckreisförmig machenꝰ.

Zirkumfléx, m.(-es, Pl.-e): das Tonzeichen. Aus mlat. circumflexus cumgebogner, d. h. lang- gezogner Tom, demin Gedankenan lat. accentus m. subst. M. des Part. Perf. Pass. circumfleæus von lat. circumflectéẽre cumbiegenꝰ, bei späteren Grammatikern als lang betonen).

Zirkus, m.(-usses, Pl.-usse): rundes Ge- bäude für Reiterkünste. Das lat. circus m., eig. Kreiss, dann«kreisrundes Gebäude für Wagen- rennen, Kampfspieles usw. Im 18. Jh.(bei Schu- bart Ged. 2, 71 Zirkus), aber schon 1546 in glei- cher Bed. circk m. in Hedios Ubersetzung von Baptista Platina 372.

Zirm, Zirn, s. 2Zirbel.

Zirpe, f.(Pl.-n): zirpendes Insekt, Grille, Zikade. 1796 bei Nemnich. Von zirpen, v.: wiederholt einen kurzen schrillen Ton von sich geben. 1691 bei Stieler neben tschirpen. Wohl lautnachahmend.

Zirrus, m.: Windwolke, fein gekräuselte Wolke der höchsten Luftschichten. Aus lat. cirrus m.«krauses Haar. Oft bei Goethe Natw. Schr. 12.

zischeln, v.: mit leisem Geräusch heimlich sagen. 1673 b. Weise Erzn. 171. Von zischen, v.: das Geräusch ss od. sch andauernd hören lassen. Bei Luther 5, 156 Jen. u. Weish. 17, 9; Hiob 27,23; 1517 b. Trochus Q 3 tzischt«sibilats, im voc. inc. teut.= frauwen seichen. Laut- nachahmend. Mhd. dafür zispen, ahd. zispan, wovon nhd. zispern. ZUS. Zischlaut, m., Be- zeichnung der s-Laute. In neurer Zeit.

Ziseléur(spr.-ör), m.(I, Pl.-e): einer der ziseliert. Das glbd. frz. ciseleur m. von ciseler s. u. ziselieren, f.: fein ausmeißeln. Aus glbd. frz. ciseler, von frz. ciseau, afrz. cisel m. Meißel, Grabstichels. Im späteren 18. Jh.(1773 bei Amaranthess 1, 739 ciselirte Arbeiten).