Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1329-1330
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1329 Zingulum

Zipfel 1330

Schottel 1448 2ingel f. cRiegel, Schranke, Zwin- ger. Mhd. zingel f., s. amzingeln.

Zingulum, n.(Ds, Pl.-S u. Ja): Gürtel des Priestergewandes. Das lat. cingulum n.«Gürtels. Bei Schiller Gang nach dem Eisenhammer.

1Link, m.,(gewöhnlich, bayr nur) n.(-els): weißbläuliches metallisches Element. Das Ntr. nach latinisiertem=incum n, aber bei Paracelsus ( 1541) 2inck(en) m., 1562 bei Mathesius Sar. 39 b zinckm., gegen Ende des 15. Jh. bei Basilius Va- lentinus Triumphwagen des Antimonii Zncken m. Schon Weigand verglichzweifelnd ahd. zinco m. weißer Fleck im Auges, also«das weiße Me- talb), was kaum richtig ist. Wahrscheinlicher eins mit Zinke(n), weil es sich unter gewissen Umständen in den Ofen in Zacken oder Zinken ansetzt. Vgl. Schade WB. 2, 1280. ZUS. Zink- ätzung, f,, auch Zinkographie, f.(2zgs. mit einer Abl. von gr. Tpdꝙeiv sschreiben): Atzung in Zink zur Vervielfältigung. In neurer Zeit.

2Zink, m.(-en, Pl.-en): die Fünf auf dem Würfel. Wohl veraltet. Mhd. zinke m., ahd. zinco m. Aus frz. cingue 5.

Zinke, f.(Pl.-n), Zinken, m.(-s, Pl. wie Sg.): hervorstehende besonders abgezweigte Spitze, an einer Gabel, am Hirschgeweih, auch Bergspitze; vorspringender Stadt- od. Dorfteil (els., auf dem Schwarzwald);(scherzhaft auch) lange Nase, bei Frisch aus Mathesius Sar.; Gau- nerzeichen; Blasinstrument. Mhd. zinkem., ahd. (Selten) zinko m. Daneben mhd. zanke m. und zint m.«Zacke, Gipfely. Zu letzterm stimmt ags. tind m. 2Zinke einer Gabel, Stachels, engl. tine, anord. tindr m.«Spitze, Stachel, Berg- gipfelo, schwed. tinne, dän. tind(e), so daß Zinlce aus eintho entstanden sein wird. Mhd. aint ge- hört wohl zu Zahn. Vgl. Idg. Forsch. 11, 285. Das Geschlecht ist b. Adelung u. Kramer F., b. Duez m. Z. Blasinstruments, 1537 b. Dasypod. 466 d zinck. Aber mhd. zint m. Davon Zinke- nist, m.: Zinkenbläser,(schwäb.) Musikant. 1647 b. Schönsleder Oo 4c, aber noch nicht 1618.

Zinn, n.(-ſels, Pl.-e[Zinnarten]): weißbläu- liches Metall. Bei Kramer, Duez Z.; bei Alberus diet. Ii 32 zien, auch noch bei Opitz 1, 94, bei Luther u. Mathesius zihn. Mhd.-ahd. zin n.; da- zu mnd. tin n), ndl. ags.-engl.-anord.-dän. tin n., schwed. tenn. Herkunft dunkel. Anklingendlat. stagnum n.«Mischung aus Blei u. Silbery, später «Zinns, das viell. kelt. Ursprungs ist. Daraus frz. Stain. Anklingend auch russ.svinéc m.«Zinm, lit. Soinas m. Bleiv. Vgl. Schade WB. 2, 1263. 4BL. zinnen, zinnern, adj.: von Zinn. 1482 im voc. theut. pp 7 b z9nein, mhd.-ahd. zinin.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

zinnern entstand wohl nach silbern, eisern. 2Z0S. Zinngießer, m. 1678 b. Kramer. Zinnkraut, n.: Pflanze, zum Blankmachen des Zinns benutzt. 1786 bei Adelung.

Zinne, f.(Pl.-/): oberster Einfassungskranz eines Mauerwerks. Mhd. zinne f., ahd. 2inna f.; dazu mnd. tinne f., ndl. tinne. Wohl aus*tindj- zu*tind«Zzahn?, s. u. Zinke.

Zinnöber, m.(*s): auseiner Verbindung von Quecksilber und Schwefel entstehendes rotes Mineral. Mhd.-md. zinober m. Aus glbd. gr.- lat. cinnabaris f., gr.«vvdßapi n.«Drachenblut, d. h. eine aus dem Harz ostindischer Bäume be- reitete rote Malerfarbe». Nach Plinius hist. nat. 33, 38 indisch.

Zins, m.(¹es, Pl.-en): Abgabe von Nutzung, Ertrag von Nutzung. Im ältern Nhd. auch zinse f.(Gombert 5, 4), noch ndhess. Mhd.-ahd. zins m.«Abgabe jeder Art des Eigenmannesanseinen Herrm; dazu and.-mnd. tins m. Aus einem rom. xtensus für census m.«Abschätzung, Kopf., Ver- mögenssteuer, Auflages zu censére«schätzen). Der Pl. mhd.=inse lautet noch öfter so im 18.J h., Günther790, Gellert Lustsp. 154, Withofacadem. Ged. 1, 224. 4BL. Zinsen, v. Zinszahlen. Mhd. zinsen, ahd. 2insan. Zinser, m.: Zinspflichtiger. Mhd. zinscre, ahd. zinsari m. Zinsung, f., 1691 bei Stieler. ZUS. zinsbar, adj., mhd. zins- bœre«zinspflichtigy. Davon Zinsbarkeit, f. 1786 bei Adelung. Zinsbauer, m., 1691 bei Stieler. Zinseszins, m.: Zins von Zinsen. 1691 b. Stieler Zinsenzins. Zinsgroschen, m., nach der Bibel, 1741 b. Frisch Mariengroschen, guter Groschem». Zinshahn, m.: ein als Abgabe ge- gebner Hahn, 1691 beiStieler; Haushahn über- haupt. RA. erhitzt wie ein Z. 1754 bei Lessing 1, 286, jetzt rot awie ein Z. Viell. wählte man zur Abgabe ursprünglich die wildesten Hähne. Zinshaus, n.: Haus, das Zinsen bringt, Miets- haus. 1691 bei Stieler.

Zionswäüchter, m.: Vertreter des strengen christlichen Glaubens. Wort der neuern Zeit.

Zipf, m., obd. für Pips(s. d.). Auch 1588 bei Ringwaldt laut. W. 346.

Zipfel, m.(*s, Pl. wie Sg.): spitzes(hängen- des) Ende einer Fläche, eines Gegenstandes (Wurstzipfel Adelung); nichts geachtete männ- liche Person(bayr.). Mhd. zipfel m. aspitzes Ende, Zipfeb). Von mhd. zipf m.«spitzes Ende, Zipfel»; dazu ndl. tip m., engl. tip. Wohl verw. mit Zapfen. Daazu viell. serb. deblo m. Stamm). Die letzte Bed. geht von bayr.-männ- liches Gliedo aus. ZUS. Zipfelmütze, f. Mütze mit Zipfeln. 1811 bei Campe.

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