Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1327-1328
Einzelbild herunterladen

1327 Zikade

Züngel 1328

Stammes Tschangar. Sie sind über Agypten gekommen, worauf vielfache Benennungen in den europ. Sprachen hinweisen, so port. Gita- nos, engl. im 16. Jh. Egipeions, jetzt Gypsies. Wetterau. heißen sie Heide.

Zikäde, f.(Pl.-n): Baumgrille, Heuschrecke. Aus dem gleichbed. lat. cicãda f., woher auch ital. cicala, frz. cigale, span. cigarra f. Im 18. Jh.

Zilizium, n.(*I, Pl.-zien): härenes Gewand, Büßerhemd. Aus lat. cilicium n. Haardecke aus kilikischen Ziegenfelleny. 1801 bei Campe.

Zille, f.(Pl.-n): Flußfahrzeug vom kleinsten bis zum größten. Urspr. wohl bayr.-öst., jetzt aber auch im Gebiet der Elbe u. Oder be- kannt. Mhd. zuülle, zulle f. Vgl. Schmeller, der es richtig als ein slaw. Wort erkannte, russ. Célnd m., slov. Côνn, tschech. Clun, s. Berneker 166.

Zimbel, f.(Pl.-n): Tonwerkzeug aus klei- nen Glöckchen. Mhd. cymbele, zimbel m., ahd. zymbala f. Aus gr.-lat. mbalum, gr. ko⁵ßoXov n.«Schallbecken zum Aneinanderschlagen. Bei Krämer 1678 Chmbal n., bei Luther f. Zimélien, pl.: Kleinodien, Kirchenschatz. Uber kirch. lat. cimelium n. aus gr. keiunxiov n. «Kleinod». 1834 bei Petri.

Zimier, bayr. nurn.(-Lels, Pl. e), auchf.(Pl. -n): Helmschmuck. Mhd. zimier(e)n. f.-Helm-, Ritterschmuck». Entl. aus glbd. frz. cimier m. von frz. cime f.«Spitze, Gipfel⸗ aus volkslat. cima f., von gr. xõôuo n.«junger Kohlsproßo.

1Zimmer, n.(s, Pl. wieSg.): ein Schock, od. auch 40, 50 Felle(im Pelzhandel). Mhd. zimber n. 440 Stück Pelzwerk», mnd. timber, anord. timbr n. 40 Stück Pelzwerk». Entl. glbd. engl. limber, mlat. timbrium n., frz. kimbre m. 40 Pelze). Eins mit dem folgenden. Eig. wohl«Stapel».

2Zimmer, n.(-s, Pl. wie Sg.): bewohn- u. heizbare Räumlichkeit eines Gebäudes;(urspr.) Bauholz(noch mundartl.). Mhd. zimmer, zim- ber n.«Bauholz, Holzbekleidung eines Stollen (noch bergm.), Bau, Gebäude, Wohnungy, ahd. zæimbar n.«Bauholz, Gebäude», dazu and. tim- bar«zLimmerwerk», ndl. timmer«Zimmer?», afrs. timber n. Gebäude, Zimmer⸗, ags.-engl. kimber n.«Bauholz, Bau», anord. timbrn, schwed. kimmer, dän. tömmer«Bauholz. Verw. mit gr. déheiv cbauen', s. zahm. Viell. eins mit gr. ddμασρο Gattin, Bezz. Btr. 27, 153. Das b ist einge- schoben. Dazu zimmern, v.: bauen, zusam- menfügen. Mhd. zimmern, zimbern, ahd. zim- berran, z=imb(a)rõn; dazu and. timbrian, asächs. timbron, ndl. timmeren, afrs. timbra, ags. tim- br(i)an, engl. timber, anord. timbra, schwed. timar, dan. tõmre, got. tim(b)rjan«zimmern,

bauen». Davon Zimmerer, m.(Schiller M. St. 5, 2), ahd. zimbarara m.«Künstlery; got. dafür timrja m. ZUS. mit zimmern: Zimmerge- selle, m., mhd. zum(m) ergeselle. Zimmer- holz, n. mhd. 2immerholz n.«Bauholzs. Zim- mermann, m.(Pl. Jeute), mhd. 2imberman (Pl.-iute), ahd. zimbarman. Zimmermei- ster, m., spätmhd. zimbermeister.

Zim(me)t, m.,(els, Pl.-e): rötlichbraune Gewürzrinde. Zimmet im 16. Jh. z. B. bei Loni- cerus 2992², bei Luther 2. Mos. 30, 23 Cynnamet, 1483 bei Eychman c 8b 29pmmat, im 14. Jh. im voc. opt. 482 Nr. 41, 81 zinmend, spätahd. cin- ment(ZfdA. 9, 398) mit Antritt von t aus glbd. mlat. cynamonium, cinomonium(woraus mhd. cinimon, zinemin, cinamomam, zimmun), von lat. cinnamum u. dies aus gr. xiv(vjaοv, kivduwvov (Herodot 3, 111), hebr. ginnamön, das auf ma- laiisch Kãs? mänis süßes Holz» zurückgeht. ZUS. Zim(me)tbaum, m., 1691 bei Stieler.

zimperlich, adj.: affektiert zartfühlend, wunderzart(Rachel Sat. 6, 354). Bei Adelung zumpferlich, ebenso 1716 bei Ludwig; 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 135 zimperlich. Md. Form für obd. zimpferlich, zumpferlich(Schmeller). 1541 b. Frisius 826 b u. danach b. Maaler das ein- fache zimpfer«subtilis, feine. Mhd. 1422 z9m- phirn«weinen. Entl. mndl. 2imperije. Bei Ade- lung u. Ludwig steht auch ein Verb zumpfen csich auf eine gezwungene Art sittsam stelleny. Herkunft dunkel. Vgl. aber sipp u. ziepen, zu denen es eine nasalierte Formseinkönnte. 4 L. Zimperlichkeit, f. zimpfern, v.: zimper- lich tun. Bei Musäus Straußf. 1,39; 1778 bei Her- mes Soph. R. 1, 387 zimpern. Mhd. 2umpferns. o.

Zimt s. Zimmet.

Zindel, m.(*J, Pl. wieSg.): Futtertaft. Auch Zendal(Goethe 30, 86.116), Zendel, Sendel. Mhd. æindũl, zendãl, sendãl, zindel m., zindãt, zendãt f. «Art Tafts. Aus glbd. mlat. cendalum, sindalum n., abgel. von gr.-lat. sindôn f., gr. cuvd f.(bei Herodot 2, 95 als ägyptisches Kleidungsstück). Herkunft unsicher, vgl. Levy 85.

Zinerärie, f.(Pl.-/): Aschenkraut, Aschen- pflanze. Beliebte Zierpflanze. Von lat. cinis(Gen. cineris) m. f.«Aschen. 1796 bei Nemnich Asch- Kraut cineraria.

1 Zingel, m.(», Pl. wie Sg.): Fischart, bes. perca zingel. Auch Zindel. 1786 bei Adelung Zinge u. Züngel, 1796 bei Nemnich auch zinde, zindel. Mhd. zintm. Wohl zu mhd. zint«Spitze», s. Zinlce.

2Zingel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Mauerumgür- tung. Bei Th. Körner(1863) 4, 254; 1663 bei