Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1321-1322
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1321 Zeuge

Ziege 1322

spätanord.§i n.«Werkzeug, Ausrüstungs. Man stellt es zu ziehen, wovon es sich aber in seiner Bed. schwer ableiten läßt; vielmehr führt diese dahin, es zu got. laujan«machenꝰ, s. 2Taa, zustellen, wobei freilich der Vokalismus Schwie- rigkeiten bereitet. Das M. findet sich noch im 18. Jh. bei Adelung(in bestimmten Bedd.), bei Lessing 7, 447(der Zeug ist schon verschnitten), Günther 87, Lohenstein Himmelschlüssel 32. ZUS. Zeughaus, n.: Haus für das militärische Zeug(s. o.). 1537 bei Dasypodius zeughauß. Zeugmeister, m.: Befehlshaber der Artillerie. Bei Aventin und Fronsperger. Heute noch in Feldzeugmeister. Zeugschmied, m.: Verfer-

tiger von eisernen Werkzeugen. 1716 b. Ludwig.

Zeuge, m.(n, Pl.-n): als Bewahrheitender od. Beweisender, überhaupt Aussagender Her- beigezogner; Anwesender, der Zeugnis abgeben könnte. Mhd. sehr selt. ziuge m. neben züuc m. u. geziuc, geæiuge m., die auch«Zeugnis, Beweiss bed.; ebenso mnd. ich m. n.«Zeugnis, Zeugen- beweis, Gesamtheit der Zeugen», m.«der ein- zelne Zeuges, ebenso getäch n.«LZeugnis⸗, m. Zeuge». Dazu mhd. geziugen cdurch Zeugnis beweisen, ahd. giziugön cerklären, auseinander- setzen. Man stellt es zu zichen, wofür ahd. 2i urckundin ziohan«zur Urkunde(Beweis) ziehen», mhd. ze geziuge ziohan zur Bezeu- gung ziehen»(Iwein 7664) spricht. Höchstwahr- scheinlich ist die abstrakte Bed.«Zeugniss älter als die konkrete. 4BL. 1zeugen, v.: zum Be- weis kundgeben od. aussagen; Zeugnis ablegen (dies zeugt von großem Leichtsinn, nicht selt. dafũrzeigen. Uber die Verwechslungderbeiden Verba vgl. Zfd W. 12, 66). Mhd. ziugen, ahd. giziugõn(s. o.). Davon Zeugnis, n.: zur Be- wahrheitung, zum Beweis Ausgesagtes; schrift- liche Aussage über Leistungen. Mhd. ziugnusse f. n., gew. geziugnässe f. n., von geziugen(s. o.).

2zeugen, v.: geschlechtlich hervorbringen. Mhd. ziugen«herstellen, verfertigen», spät cer- zeugens. Von Zeug. 48L. Zeugung, f.: geschlechtliches Hervorbringen; Geschlecht (Schiller Tell5, 1). Mhd. aiugunge f. das Machen,

Zeute, s. Zotte.[Tun.

Zibbe, f.(Pl.-n): Weibchen des Hasen, des Kaninchens. In nordd. u. md. Ma. Thür. Zibef. auch«junges weibliches Lammꝰ, preuf. Zibbe «Mutterschaf⸗, hess. ziwwe«Hündin». Wohl hochd. Form für Tebe(s. d.).

Zibébe, f.(Pl.-n): syrische große Koch- rosine. 1534 b. S. Franck Weltb. 141 b. Aus glbd. ital. 2ib νbo m. von glbd. arab. zab75.

Zibet, m.(-els): starkriechende Masse aus

den Drüsen des Zibettieres, der Zibetkatze. 1647 bei Schönsleder Nn 8 Zibettenkatz. Aus ital. zibetto m. cZibet, Zibetkatze» von arab. zabãd.

Zibörium, öst. auch Cibörium, n.(-s, Pl. -rien): Gefäß für die Hostien. Aus gr. lat. cibo- rium n.«Trinkbecher aus Metall», gr. xißdpiov n. cdas Fruchtgehäuse der ägyptischen Bohne, die den Agyptern zu Trinkgeschirren dienten.

Zichrie, f.(Pl.-n): die Wegewarte; Pulver aus der Wurzel dieses Krautes. Aus dem in der ersten Bed. stehenden mlat. cichorea, ital. cico- ria f., von dem Nom. Pl. des glbd. gr. lat. cicho- rium, gr. wuixprov n. 1618 bei Schönsleder Cichori, 1574 b. Fischart Onomast. 259 Cicorei.

Zicke, f.(Pl.-n): Ziege; auch Rehgeiß. Bei Adelung cin den gemeinen Sprecharten,. 1716 bei Ludwig. Mhd. nicht belegt. Ahd. ziltkin n.«junge Ziege, junges Ziegenböcklein, Bocks; dazu ags. ticcen n. Zu Ziege mit einer in Tiernamen nicht seltnen Konsonantenver- dopplung, vgl. Idg. Forsch. 26, 68. Das Suffix ist dasselbe wie in Schawein. 4 BL. Zicklein, n., mhd. zickel(in) n. Zickel noch bei Ludwig.

Zickzack, m.(-s, Pl.-e): scharfe Winkel bildende Linie. 1710 bei Nehring sicsac, ein neu Wort, so erst bey der Belagerung Landau (welche?) bekandtgemacht worden(Sperander schreibt dies ab), 1716 b. Chr. Wolff zigzac«Art der Approchen». Geschrieben nach frz. zigeag (1680), das viell. dem Deutschen entstammt. Es wäre eine Ablautsbildung zu Zacke wie Wisch- wasch usw. Später dann bei Lessing 1, 214; bei Goethe 34, 1, 15 als Interjektion.

Zider, m.(*s, Pl. wie Sg.): Obstwein, Apfel., Birnmost. Aus frz. cidre, ital. cidro m., von mlat. cicera f. u. dies aus dem kirchlichen gr.- lat. sicera f., gr. cicepa n.; dies beruht auf aram. sichrä aus hebr. Sékär berauschendes Getränk». Bei Adelung 1774, dagegen b. Zinck öcon. Lex. 1753 noch in frz. Form Cidre.

Zieche, f.(Pl.-n): Bettdecken-, Kissenüber- zug. Mhd. ziechef., ahd. 2iecha f., dazu ndl. fijt f., engl. fick. Nicht zu aiehen, sondern wie glbd. frz. kaief., air. Hach, entl. aus gr. Jat. théca f. Hülle, Decke, Futterab, gr. Onkn f., vgl. Apotheke.

Ziefer, n.(*, Pl. wieSg.): Federvieh. Ober- pfälzisch, aber auch bei Mörike Ged. 20. Els. «Ungeziefer». Viell. erst aus Ungeziefer(s. d.) gebildet. Sonst eins mit ahd. zebar(s. a. a. O.).

Ziege, f.(Pl.-n), mhd. zige p, ahd. ziga f., auch«der Bocko. Urspr. frk. Obd. dafür Geiß. Weitere Verbreitung s. u. Zicke. Nach Arch. f. slav. Phil. 16, 390 verw. mit russ. diij«wildo (unsicher). Auch der Vergleich mit alb. di f.