13¹9 zertieren
Zeug 1320
auf den durch Byrons Vorbild hervorgerufnen Weltschmerz(1829 bei H. Heine 3, 304). Vgl. Ladendorf u. Zfd W. 8, 25.— zerrütten, v., s. rütten. zerschéitern, v., s. scheitern.— Zer- sehéllen, v.(trs. schallend) kurz u. klein bre- chen machen, b. Adelung auch noch erschällen; (intrans.) kurz u. klein brechen. Mhd. zerschel- len(Frauenlob 53, 10)«schallend zerspringen?, trs. 1540 b. Alberus dict. z 4bich zur schell. Zgs. mit schellen cbrechen machen, einem Kausati- vum zuschallencertönem.— zerschléißen, v., in beiden Bedd. von schleißen. Mhd. ze(r)slizan, ahd. æislizan; dazu ags. fõslitan.—zerschmét- tern, v.: völlig zerbrechend schlagen, werfen. Bei Luther Jud. 9, 11.— zersétzen, v.:(refl.) sich auflösen, verderben. Erst im 19. Jh. 1786 bei Adelung und 1741 bei Frisch bergm.«zer- schlagen».— zerspälten, v.: von einander- spalten. Mhd. ze(r)spalten, ahd. zisεpaltan.— zerspéllen, v.: spalten. Ofter im 19. Jh. bei Dichtern.— zersplittern, v.: in Splitter zer- fallen;(refl.) sich mehreren Arbeiten widmen u. dadurch nicht vorwärts kommen. 1678 bei Kramer. Mhd. nur in zerspildœære.— zerstö- ren, v.: Teile eines Ganzen gewaltsam ausein- ander bringen. Mhd. ze(r)stœren.—zerstréut, adj.: träumerisch, nicht bei der Sache. Nach Lessing 7, 126 eine junge Ubersetzung von frz. distrait.— zerstückeln, v.: in Stücke teilen. 1561 bei Maaler. Mhd. zerstäcken. zertieren, v.: wettstreiten, bes. um einen höhern Platz ind. Schule. Auslat. certãrezwett- kämpfen». In dieser Bed. schon bei Rot 1571. Zertifikät, n.(els, Pl.-e): Beglaubigungs- schein. Aus nlat. certiftcatum n., dem als Subst. gebrauchten Ntr. von certificãtus, dem Part. Perf. Pass. von mlat. certificare cgewiß machen, Sicherheit gebem. 1703 im Zeit.-Lex. zertrümmern, v.: in Trümmer schlagen. Bei H. Sachs Fab. 330, 27 zertrüemern. Von Trümmer. Mhd. zerdrumen. Zervelätwurst, f.: feine Wurst. 1715 bei Amaranth. 341 bloß Cervelat, aus ital. cervellata f. Hirnwursts, von ital. cervello m.«Hirns aus lat. cerebellun, Dim. von cerebrum n.«Gehirn?. Zerwürfnis, n.(sses, Pl.-Sse): Streit, Zer- fallensein infolge Streits. In den Wb. bis Campe fehlend, aber 1561 bei Maaler zerwürffnuſß, also wohl ein Schweizer Wort. Mhd. zerwerfnüsse, zerwurfnus(t) f.— Zerzäusen, v.: hin- u. her- schüttelnd völligzerziehen. Spätmhd. zerzãusen aus rzerzinsen, ahd. ziztsn cent-, losgürten. Zessiön, f.(Pl.-en): Abtretung u. Uber- lassung. Aus lat. cessio f.«Abtreten, Uberge-
ben», von cédere«weichen»(s. zedieren). Im 16. Jh. entlehnt.
zeter! Interj. als Klage u. Hilferuf über Ge- walttat. Bei Ludwig, Kramer, Duez Zetter. Mhd. z6ter, z6ther, zetter, in den Minnes. ziehter. Kaum aus ziehet her. Verstärkend zetermör- dio, schon mhd. mordio, d. i. mord als Ausruf «Wehel» mit der angehängten Partikel 10, s. feuerjo. Auchsubst. Zeter, n.(-s). Dazu zeter, (öst. nur) Zeter schreien. 4BL. zetern, v.: schreien, keifen. Bei Schiller 2, 76 zettern. ZUS. Zetergeschrei, n., mhd. zëtergeschreie n.
1Zettel, m.(‧I, Pl. wie Sg.): beschriebnes od. zu beschreibendes Papierblättchen. Bei Luther (4. Mos. 5,23), Alberus, H. Sachsusw., auch noch bei Duez u. Kramer(neben Zettel), Garg. 150 Zedel, aber 1482 im voc. theut. pp6*ν zetel. Mhd. zedel(e) f. m. n., entl. aus mlat. cedula für sce- dula, lat. Schedula f.«Papierblättchen», Dim. von gr. Jat. scheda, scida f.«Papierstreifen, blatty, gr.-xidn f.«Splittery von cxicetv cspalten». Vgl. auch Schedel. 4 L. Zettelchen, n., mhd. da- fr zedelin n. 2Zettel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Aufzug eines
Gewebes. Spätmhd. zettel m. u. zcttelgarn n. (Mone An. 4, 236, 261). Von zetten(s. d.). 4BL. zetteln, v.: den Zettelherstellen(eig. b. Goethe 25, 1, 118 u. bildl. b. Gries Ariost 16, 9). Vgl. auch anzetteln. Mhd. zettel(e)n, auch schon bildl.
zetten, v.: auseinanderstreuen, ². B. gemäh- tes Graszum Dörren. Noch vielfach mundartl., so schweiz.-bayr.- wetterau.-obhess.-westerwäld.- thür.; els. zetteln. Mhd. zet(t)en(Prät. zatlt]e, Part. gezetſtlet, gezat) cstreuen, ausbreiten, ahd. zetjan; dazu anord. fedja«düngen), eig.«Mist verstreuen, tadn.«Misto, tadaf. causgebreitetes Heus. Verw. mit gr. doreicoi«teilen, verteilen». Mit der Abl. zetteln(s. o.) ist verzetteln zgs.
Zeug,(öst.-bayr. nur) n., auch nochm.(südd. und bes. in der Technik, z. B. das Metall zum Gießen der Lettern),(-Lels, Pl.-e): Gerätschaft (meist in Zss. wie Feuer-, Schreib-, Spielzeug); Kampf., Kriegsgerät(bei Luther häufig als M., jetzt wohl nur in Zss. wie Zeughaus, s. u.); Stoff zu Geräten, Gewirk od. sonstigen Dingen; Ge- wirk aus Flachs, Wolle, Seide usw.; Fähigkeit (das Z. haben zu etww.); unnũütze Sachen(dummes Z., seit dem 18. Jh.). Mhd. ziucm. Gerät, Hand- werkszeug, Ausrüstung, Waffen aller Art, Ge- schütz, gerüstete Kriegerschar(reisig zeug Rei- terei»), Zeug, Stoff, Materiab, ahd. giziug m. n. Kriegs-, Schiffsgerät, bewegliche Habe, Fisch- zugs; dazu and. gitiug(?) n. Aufwand, mnd. tach n., woraus ältdän. ν, jetzt tôi, schwed.„ν½,


