Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1317-1318
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1317 zerbersten

zerrissen 1318

zerbérsten, v.: auseinander bersten. Mhd. ze(r) bresten, ahd. zibrestan, asächs. febrestan.

Zerberus, m.(Pl.-usse): eig. dergriechische Höllenhund Képßepoc;(jetzt auch) grimmiger Wächter, grimmiger Mensch.

zerbléuen, v. schlagen, daß man es überall am Körper sieht. Mhd. zerbliuwen, ahd. ze- bliuwan. Zu bleuen(s. d.). Volksetymologisch zu blau gestellt. zerbréchen, v.: ganz ent- zweibrechen. Mhd. ze(r)brechen, ahd. zibreh- han, asächs. tebrecan, afrs. tõbreka, ags. tõbrecan. Davon zerbréchlich, adj., 1716 b. Ludwig. zerbröckeln, v.: in Brocken zerfallen. 1691 bei Stieler. Mhd. zerbräcken.

Zereälien, pl. Getreidearten, Kornfrüchte. 1834 bei Petri. Aus glbd. lat. cereãlia Ntr. pl. von cereälis«zur Ceres(der Ackerbaugöttin) gehörig.

Zeremonie, f.(Pl.-n): Höflichkeitsbrauch, feierlicher Hof- oder Kirchenbrauch. Aus lat. caerimõnia f. cheiliger Gebrauch». Frühnhd. alsckirchlicher Brauchs, 2. B. bei Luther W. 6, 213 Cerimonien. Dazu Zeremoniéll, n.(s, PI.-e): Inbegriff feierlicher Gebräuche. Von dem Ntr. caerimoniãle des lat. Adj. caerimoniãlis,«zur Gottesverehrung gehörigs. Bei Sperander 1728 u. schon im 17.Jh. Davon zeremoniéll, adj.: feierlich, förmlich. 1813 bei Campe noch cere- monial. zeremoniös, adj.: förmlich, Um- stände machend. 1703 bei Wächtler. Nach frz. céréẽmonieux.

zerfähren, adj.: zerteilt(zerfahrene Suppe bei Adelung); mit sich selbst uneinig(erst im 19. Jh.); davon Zerfährenheit, f. Mhd. zer- varn v.«auseinander, in Stücke gehen, zerbre- chen, zerfallens, asächs. tefaran causeinander gehen». Zerfäll, m., bei Schiller 2, 103. Von zerfällen, v.: auseinander-, verfallen. Mhd. zelr)vallen, ahd. zifallan, asächs. fefallan. Das Part. zerfallen in übertragnem Sinn 1778 bei Lavater Phys. Fragm. 4, 213. zerfétzen, v.: in Fetzen zerreißen. 1561 b. Maaler zerfätzen. zerfléischen, v., 1561 b. Maaler zerfleischet. zergéhen, v.: aus fester Verbindung ausein- ander gehen. Mhd. ze(r)gän, ahd. zigän, asächs. tegangan.

zergen, v.: neckend reizen. Thür. zerchen, nordd. preuß. zargen, zergen, bayr. zar'n, nd. targen(1755 bei Richey«nach gemeiner Aus- sprache tarren*). 1716 bei Ludwig u. 1691 bei Stieler zergen. Mhd. in gezergen.(Herbort, noch nhd. Gezerge) neben gezarre. Wohl Nebenform zu zerren mit Wandel des alten J(ahd. zerian) zu gwie in Ferge, Scherge. Doch kann auchVer-

wandtschaftbestehen mitndl. fergen, ags. tergan, engl. tarry, die wohl echtes g haben, und die zu russ. dergãti«reißen gehören.

zergliedern, v.: in die einzelnen Glieder zerlegen. 1678 bei Kramer. Mhd. zerliden. Vgl. Glied. zerknirschen, v.(eig.) zermalmen; mit höchster Reue erfüllen.(Nach at. conterere.) Mhd. zerknürsen,-knürschen, Var. zerknirsen, knisten(Chron. d. d. St. 3, 58, 3), md. zelrnorsen (14. Jh.), zuknorschen. Daneben zerknilsten, knisten, zerknüusen, ahd. zexnusen«elideres zu ahd. nussan«stoßen, schlagen, quetschen, kne- ten», nd. Xnusen«quetschens, ags. cnyssan czu- sammendrücken, quetschen⸗, schwed. knusa, dän. Enuse(S. verknusen). Viell. zu xneten. Auch knutschen ist verwandt. Die mhd. nhd. Form beruht auf Einfluß von knirschen, mit dem das Wort ursprünglich nichts zu tun hat. zer- knittern, v.:(eig.) zusammendrücken, daß es knittert. 1664 bei Duez dafür zerknitschen. zerknüllen, v.: zusammenpressen. 1691 bei Stieler. Spätmhd. zerkenüllen czerschlagen, zer- bleuen». zerlässen, v.: schmelzen. Mhd. zerlä(ze)n causeinandergehen lassen, entlassen, aufweichen, schmelzeny; dazu asächs. felätan ssich zerteilen». zerlégen, v.:(regelrecht) teilend auseinanderlegen. Mhd. ze(r)legen, ahd. zelegen. zerlöchern, v.: durch Löcher un- brauchbar machen. 1678 bei Kramer. zer- lümpt, adj.: in Lumpen zerrissen. 1561 bei Maaler. Mhd. zerlumpert. 1618 bei Schönsleder das Verb zerlumpen. zermälmen, v.: festes in kleine Teile verwandeln. Bei Luther 2. Mos. 32, 20 zumalmen. S. malmen.

zernieren, v.: ab- und einschließen oder umzingeln. Aus frz. cerner«umzingeln, mit einem Kreiseinschnitt umgeben», von lat. cir- cinare ckreisrund machen, von(wie frz. cerne m. Kreis», ital. cercine m.«Ring, runder Wulst) gr.-lat. circinus, gr. xipxrvoc m.«Zir- kely. Im 18. Jh. entl.

Zerrbild, n., 1791 von Campe für Karikatur gebildet, anfangs bekämpft, wurde dann von Wieland(Teutscher Merkur 1798 März S. 267), Bertuch, J. Paul u. a. gebraucht, von Heynatz gebilligt. Vgl. Campe 1801 u. 1813. Zgs. mit zerren, v.: reißend hin- u. herziehen. Mhd. zerren(Prät. zarte, Part. gezart, gezerſrelt) creißen, ziehen, recken, dehnen», ahd. zerran (Prat. zarte, Part. gizerrit) czerreißen» aus*er- jan. Gleicher Wz. wie zehren(s. d.).

zerrissen, Part. von zerreißen, im 18. Jh. (1776 bei Klinger St. und Dr. 2, 1) auf Gemüts- stimmungen übertragen, bes. dann im 19. Jh.

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