Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1315-1316
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13¹5⁵ Zenakel

Zerbe 1316

ahd.-qzan, ags.-et t)an, anord.-ta, got.-atjan; entsprechend gr.-aTetv.

Zenâkel, s. Zönakel.

Zenit(preuß.), Zenith(öst.-bayr.), m. n. (Jels): Scheitelpunkt am Himmel. Im 17. Jh. bei Lohenstein Geistl. Ged. 10. Aus glbd. arab. semt, das durch die Schreiber des Mittelalters verderbt wurde.

Zenkel, m.(*J, Pl. wie Sg.): Nagel. Zu dem unter Zank erwähnten mhd. zunke f.«Spitzey.

Zenotãphium, n.(:*9, Pl. phien): Denkmal ohne die Uberreste des Verstorbnen. 1791 bei Roth. Aus gr.lat. cenotaphium n., gr. kevo- rdꝙiovn., zgs. aus kévôc«leerꝰ u.-raꝓαov Graby.

zensieren, v.: prüfend(nach dem Werte) besprechen, beurteilen. Aus lat. censére ebegut- achten, prüfend schätzen». Im 17. Jh. Zensor, m.(-s, Pl.-en): Sitten-, Bücherrichter(im 17. Jh.). Aus lat. censor m. estrenger Sitten- richter, Tadlery. Zensür, f.(Pl.-en): be- urteilendes Zeugnis; Büchergericht(Schupp 1, 564). Aus lat. censũra f.«Sittenrichteramt, strenge Beurteilung». Zensus, m.(Gen. wie Sg.): Schätzung. Aus glbd. lat. census m.

Zent, f.(Pl.-n): Gerichtsbezirk(für Polizei u. peinliche Gerichtsbarkeit). Mhd. zent f., aus V mlat. centa statt centena f. von lat. centum chun- dert», in der alten Gaueinteilung cein Gerichts- bezirk von 100 Gehöften u. Dörfern», ahd. hun- tari. ZUS. Zentgraf, m.: Zentrichter, mhd. zentgrãve f.

Zentenärium, n.(-s, Pl.-rien): Hundert- jahrfeier. Von lat. centénãrius caus hundert be- stehend(zu centum«hundert). zentesi- mäl, adj.: hundertteilig. Neue Bildung zu lat. centéẽsimus«der hundertste?.

Zentifölie, f.(Pl. n): hundertblättrige Rose. Aus lat.(osa) centifolia, F. des Adj. centi folius chundertblättrig». Bei Stieler 1691 Zentifolien- rose. Zentigramm, n.: 1oo Gramm. Aus frz. centigramme m., gebildet aus lat. centum chunderty und frz. gramme m.(s. Gramm). Zentiméter, n. m.: 1οο Meter. Aus frz. centi- metre m., gebildet aus lat. centum u. gr. lat. me- trum n.«Maßy. Beide seit 1868 gesetzlich.

Zentner, m.(*I, Pl. wie Sg.): hundert Pfund. Mhd. zentenœre, ahd. centenãri m., aus lat. cente-

narii(ponderis)«eines Gewichtes von 100 Pfun-

denꝰ, von centénus«hundertmalig.

Zenträl, adj.: den Mittelpunkt ausmachend, ihn angehend. 1774 bei Adelung. Aus lat. cen- trälis«in der Mitte befindlich?, von centrum (8. Zentrum). 48L. Zenträle, f.: Mittel-

punktslinie, Achse, Krafterzeugungsstelle. In

neurer Zeit. Zentralisatiön, f., ein die na- poleonische Verwaltung bezeichnendes Schlag- wort(frz. centralisation, 1798 von der Akademie zugelassen). Zuerst 11. 2. 1808 in einem Brief von Hegel. Vgl. Ladendorf. Zentrifugäl- kraft, f. Schwungkraft. 1813 bei Campe. Nach nlat. centrifugãlis cdas Zentrum fliehend»(s. u.). Zentrifüge, f.(Pl.-n): Schwungmaschine, Schleuder. Gebildet nach frz. centrifuge(28s. aus lat. centrum n., S. u., u. einer Abl. von fugere cfliehen*). Neure Bildung u. Erfindung. Zentrum, n.(s, Pl. Zentren): Mittelpunkt; politische Partei der Mitte(1848), seit 1871 ka- tholische Partei. Das gr. Jat. centrum n. Mit- telpunkt eines Kreises⸗, gr. kévrpov n.«Spitze, Stachel, Nagel, Mittelpunkt in der Scheibes. Schon mhd. entl. zenter n., daneben auch in lat. Form(H. v. Sachsenheim Tempel 275).

Zephir, östr.-bayr. auch noch Zephyr, m. (, Pl.-e): milder Südwestwind. Mhd. zephirus (Minnes. 2, 14*b, 67. 162, 73) aus gr.-lat. zephyrus m., gr. Zequpoc m.«Westwind.

Zepter, Scepter, n. m.(-*I, Pl. wie Sg.): Herrscherstab. Bei Luther Scepter m. n., mhd. im 12. Jh. zepter, cepter m. n. Aus glbd. gr.-lat. sceptrum, gr. ccirpov n.«Stütze, Stab, Herr- scherstab», von gr. caimretv«stützen, lehnenv.

Zer, n.(-Lels), Zerium(-s): chemischer Grundstoff, Metall. Anfang des 19. Jhs. entdeckt.

zer-, unbetonte untrennbare Partikel mit Verben, vondenen dann Substantiva abgel. wer- den können. Sie hat die Grdbed. des Auseinan- dergehens, Auseinanderbringens, des völligen Trennens. Mhd. zer-, ze-, md. 2u(r)(auch noch nhd. zur], z. B. bei Hoffmannswaldau, bei Lu- ther zubrechen 2. Mos. 32, 19, zulegen 4. Mos. 10, 17, zurgehen Matth. 5, 18, zurtrenmen Ps. 22, 15), ahd. zu-, zi-, ze-neben seltnerem obd. zur-, zer-, zir-; dazu asächs. fe-, mnd. te-, afrs. fo-, fe-, ki-, ags.. Daneben steht in genau gleicher Bed. got. dis, das aber lautgesetzlich nicht stimmt, da man*tis- erwarten müßte. Allerdings zeigt sich dieselbe Unregelmäbßigkeit b. got. du(s. 2u) u. wohl auch bei ga, was man durch Vortonig- keit erklärt. Nach KZ. 40, 547 soll got. dis- aus lat. dis- entlehnt sein, doch hätte eine Entleh- nung wohl auch*tis- ergeben(vgl. Kreks aus lat. Graecus). Außerdem gibt es im Got. ein

..:. kuz- in tuzvvérjan«schwergläubig sein», das zu

gr. duc eschlecht» gehört und ein kawis in keis-

standan æsich trennen», das zu lat. bis, d. 2ονιυi

gehört. zer- wird also mit got. dis u. lat. dis zu

vereinigen sein u. zu zwei gehören. Vgl. Walde. Zerbe, s. Zirbel.