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und wenn er Evangelium durch gute Neuve Zei- kung verdeutscht), endlich Blatt od. Zeitschrift solcher Mitteilung, 1678 b. Kramer. Bei Luther Apostelgesch. 14,17 auch in d. Bed.«Zeitläuftes. Spätmhd. zitunge f.«Nachricht, Kunde», nach- gebildet nach mnd. fidingef., ndl. tijdingf.Nach- richt. Alter ist ags. fidung f. Nachrichts, engl. lidings von tidan esich ereignenꝰ(zu Zeit). Da- neben steht anord. fdindi n. pl.«Ereignis, Nach- richt, schwed. fdender, dän. tidende, wohl von anord. tidr«was sich ereignet». Jedenfalls ist also Z. entlehnt. ZUS. Zeitungsdeutsch, n.: das schlechte Deutsch der Zeitungen, 1858 be- legt, bes. durch Schopenhauer zum Schlagwort geworden. Vgl. Ladend. Zeitungsschrei- ber, m., 1678 bei Kramer Zeitungschreiber. zelebrieren, v.: feiern. Aus lat. celebräre chäufig tun, feiern, preisen», von celeber chäufig, gefeiert, berühmt». Bei Henisch 1616.
Zelge, f.(Pl.-n): eingefriedigtes Feld zum Wechseln von Fruchtbau u. Weide; bestelltes Feldals ½ der Gesamtflur; Pflugarbeit zur Saat. Obd. Md.(im 12. Jh.) zelge m., nach dem Nieder- rhein hin im 12. Jh. zilge«Rebschoß»(Trierer Psalm. 79, 12), ahd. zuelga(Tat. 146, 1) z2weigs; dazu nd. im 16. Jh. u. nnd. felge, ndl. telg m., ags. telga m.«LZweig», anord. fjalga f.«Zweig». Die Bedeutungsentwicklung ist wohl Zweig, Hecke, eingehegtes abgeteiltes Feld. Dazu zelgen, v.: ein Feld, nachdem es brach gelegen, bestellen; Dreifelderwirtschaft treiben(bayr.); einfriedi- gen(schweiz.). Vgl. dazu anord. felgja«schnei- den, behauen?, schwed. fälja, dän. felge. Wohl verw. mit air. Auigim«spaltes, lat. dolãre«be- arbeiten, bebauen», lit. datgis m. Sense». Wei- tres s. Walde.
Zelle, f.(Pl.-n): kleines Klosterzimmer; Kleines einfaches Zimmer überhaupt(nhd.); kleines Nebenkloster(daher noch Zellle] in zahlreichen Ortsnamen); Bienenzelle(mhd.); kleinstes selbständiges organisches Gebilde(im 18. Jh.). Mhd. zelle f.-kleines Klosterzimmer, Wohngemach, Nebenkloster, Bienenzelles. Aus lat. cella f.«Kammer, Stübchen, Vorratskammer, Bienenzelle», mlat. auch«Klosterzelles. 4 B L. zellicht, zellig, adj., im 18. Jh. ZUS. Zel- I(en)gewebe, n., 1786 b. Adelung die Einrich- tung eines Körpers, nach der er aus mehrern nebeneinander befindlichen Fächern bestehts.
Zellernuß, f.: die große runde Haselnuß. Sie sollvon dem Kloster Zell bei Würzburg den Namen haben. Bei Jablonski.
zellulär, adj.: aus Zellen gebildet. Neure Bildung von lat. cella(s. o.).— Zelluloid, n.:
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
LZellhorn, ein 1869 von Hyatt in Amerika zu- erst dargestellter Stoff, Ersatz für Horn, Hart- gummi, Elfenbein. Gebildet aus lat. cellula f. skleine Zelle» u. gr. eidoc n. Gestalts.— Zellu- löse, f. Holzfaserstoff, Zellstoff, Hauptbestand- teil aller pflanzlichen Zellwandungen. Neure Bildung von lat. cellula, s. o.
Zelöt, m.(-en, Pl.-en): Eiferer, bes. Glau- benseiferer. 1716 bei Ludwig u. 1562 b. Mathe- sius Sar. 155 b. Aus kirchl. gr. lat. 22lôtes«Ei- ferer(2. Mos. 20,5), gr. EnAurHC m. Nacheife- rer, Eifersüchtiger»(von znXGerv cnacheifern). 4B2. zelötisch, adj.: glaubenseifrig, leiden-
1 Zelt, m., s. Zelter.[schaftlich.
²Zelt, n.(Tels, Pl.-e): Wohnung aus Stangen u. Latten mit Bedeckung von Tuch, Leinwand, Fellen od. ähnlichem. Mhd.(selt.) zelt n., gew. gezelt n., ahd. zelt, fast immer giaelt n.; dazu mnd. telt n., ags.(ge)teld n., engl. filt«Zelts, anord. fjald n.«Vorhang, Teppich, Zelt⸗, entl. schwed. fält, dän. felt«Zelty u. frz. faudis m. Hütte». Von ags. beteldan cüberdecken, um- gebeny, dessen Herkunft unsicher ist. Die An- nahme, daß Z. aus ital.-span. port. fenda, vulgär- lat. tenda entl. sei, ist lautlich kaum möglich. Uber den Pl. Zelten s. Gombert 5, 2.
Zeltchen, n.(*s, Pl. wie Sg.): Zuckerplätz- chen. Verkleinerungswort von Zelte, m.(-n, Pl.-n), Zelten, m.(-s, Pl. wieSg.): kurzes plat- tes viereckiges kuchenartiges Backwerk. Noch bayr. Mhd. zelte m., ahd. zelto m.«Kuchenꝰ. Viell. verw. mit gr. davdoic f.«Kuchens. Dazu Lebzelter(s. d.).
Zelter, m.(s, Pl. wie Sg.): Pferd, Paßgan- ger. Bes. obd. Mhd. zelter m., ahd. zeltari m.; dazu and. telderi m. Von älternhd. zelten, mhd. zelten, spätahd. zelten«im Paßgang gehens, wo- zu Zelt m.«wiegender Gang eines Reittieres (Paßgang), indem es abwechselnd beide rechte u. beide linke Füße hebts. Wohl entl. aus span.- lat. thieldo«Zelter als asturische Pferdeart⸗ (Plinius hist. nat. 8, 67).
Zemént, m. n.(-Lejs, Pl.-e): Bindemittel, Kitt. Aus frz. cement m., ital. cemento, engl. cement, von lat. caementum n. Bruchstein». Bei Jablonski 1721 eine besondere Art Mörtel. Mhd. cement m. ist ein nagendes, als eine Art Beize zum Scheiden u. Reinigen des Metalls ge- brauchtes Pulver. 4BL. zementieren, v.: mit Zement dicht machen. Cementirer schon b. Mathesius(Zfd W. 1, 238).
zen, gekürzt aus-ezen, Ableitungssilbe für Verben zur Bezeichnung eines verstärkten
Begriffs. Noch bayr.-ezen, öst.-azen. Mhd. zen,
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