Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1311-1312
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1311 Zein

Zeitung 1312

&das Zugeteilte, Portion», von doiecgoi«teilen, verteilen», aind. dãjaté cteilte. zeilig, in Zss. zwei-, dreizeilig, im 18. Jh., mhd. zlleht«in Reihen, Streifen geteilty.

Zein, Zeine, s. Zain. Zeis-chen, s. Zeisig.

Zeise, f.(Pl.-n):(früher) Akmise;(jetzt nur noch) Gebäude, in dem die Akaise erhoben wurde. Auch Zese. Vgl. Frisch 2, 477 ². Mhd. zse f. aus mlat. accisid, s. Akzise.

Zeiselbär, m.: zahmer, herumgeführter Bär. Nach Adelung«in einigen Gegender. Bei Voß 1, 349 Zieselbär. Herkunft unklar. Kaum gleich Zeidelbär. Nach Weigand zum folg.

Zeiselwagen, m.: einfacher Stall-, Leiter- wagen. Bayr. Zu bayr. zeiseln«eilen, schweiz. zisen«anstürmem. 1429(b. Schmeller) zeyssen «exhortari?.

zeisen, v.:(Verworrenes) auseinander zup- fen. Wetterau.(26se), auch bayr. Mhd. zeisen «zausen, zupfenꝰ, ahd. zeisan; dazu mnd. tésen «pflücken, zupfen, kratzen», ndl. teezen, ags. fsan«zerpflücken, engl. tease«upfen, reißen, Wolle kratzen», schwed.-dial. fe(i)sa«verpflük- ken, dän.-dial. tese«zupfeny. Daneben die a- Wa. 2ausen.

Zeisig, m.(*s, Pl.-e): der Erlenfink, fringilla spinus; loser Mensch(bes. in der RA. lockerer Z., 1786 bei Adelung); 1425 cések, etwas später zißig, cæißige(Diefenb. gl. 110*2). Mhd. dafür adse f., alsel f.(noch bayr. zeisl, schwäb. zeisle, auch pfälz.-luxemb. zeiselchen), alselin n. Mhd. zise entl. aus tschech. ⁶ν½, wührend Zeisig aus dem erweiterten tschech. Giæe᷑k stammt. Die erstre Form noch in Zeis-chen, n., 1711 bei Rädlein Zeiſigen, 1469 im mrhein. voc. ex quo ulsilten, mhd. zisechin n. Vgl. Suolahti. ZUS. zeisiggrün, 1562 bei Mathesius Sar. 100 b.

Zeit, f.(Pl.-en): Zeitpunkt; Zeitverlauf, die Aufeinanderfolge des Seins; die Aufeinander- folge des Seins bis wohin; die wozu nötige Auf- einanderfolge des Seins u. a. Mhd. 2⁰ f. n.«Zeit- punkt, Stunde, Jahres-, Tageszeit, Lebensum- stände, Leben, Lebensalter, Zeitalter, Zeity, ahd. zltf. n., auch 2idn.; dazu asächs.-afrs.-ags.-anord.- dän.-schwed.:ιd f., ndl.:νσ⁴ f., engl. lide, auch «Fluty. Die Herkunft ist unsicher. Geht man von der Bed.«Zeitpunkt? aus, so stellt man es am besten zu aind. dãjaté«teilt», gr. daiecdai «teilen»(s. Zeile), aind. ã-ditig«unbeschränkt in Zeit und Raumy, arm. ti Zeit, Alter, Tage, Jahrey. Vgl. Walde unter daps. Dazu wohl auch engl. fime, ags. finα m. mit andrer Abl., mit Ab- laut dazu gr. docm. caufgeteiltes Land». Kaum richtig Zfd W. 8, 145f. 4 L. zeitig, adj.: in der

Gegenwart seiend; in der Zeit kurz geschehend; möglich zu ernten; frühzeitig. Mhd. zätec, ahd. zulig«zeitgemäß, zu rechter Zeit seiend od. ge- schehend, erntbar?. Davon zeitigen, v.: reif machen; reif werden. mhd. zötegen, wovon wie- der Zeitigung, f., 1678 b. Kramer. zeitlich, adj., mhd. zνtlich«der Endlichkeit angehörend, weltlich, erntbar, zeitgemäß, ahd. zitlih!; dazu ags. fidlice adv. Davon Zeitlichkeit, f., mhd. zutlicheit(Myst.). ZUS. Zeitabschnitt, m.: Verdeutschung von Moment. Zeitalter, n., erst 1786 b. Adelung gebucht. Bei Lessing, 1786 b. Adelung. Fürlat. saeculum. Zeitfolge, f., bei Wieland Sylv. 6, 2. Zeitgeist, m., 1811 b. Campe aus Herder(Br. zur Bef. der Hum. 1, 11,[17, 64 S.], auch bei Schubart 6, 296, als Vorstufe da- zu 1739 Genius unserer Zeit 2fdW. 3, 156); bei Goethe Faust 577 Geist der Zeiten zeitgemäß, adj., b. Campe als neu mit ältern Belegen. Vgl. Zfd W. 2,315. Zeitgenosse, m., 1556 b. Frisius 12842 u. 1538 bei Seb. Franck Chron. 1382, aber 1537 b. Dasypodius«snchronus zu gleicher Zeit lebend». Vgl. Zfd W. 2,315. Zeitlang, zusam- mengerückt aus eine Zeit lang, 1711 b. Rädlein. Zeitlauf, m.(-Lels, Pl.-äufe u. läufte), 1716 bei Ludwig. zeitlébens, 1786 b. Adelung in der vertraulichen Sprechartn, 1724 b. Gottsched Crit. Dichtkunst 470 Zeit Lebens. Zeitlose, f. (Pl.-n): das Zwiebelgewächs colchicum autum- nale, das im Herbst, also außer der Zeit blüht. Bei Adelung auch«Günseblümchen». Ebenso 1716 b. Ludwig in beiden Bedd. Mhd. z?'telõse f., niemals die Herbstzeitlose, sondern eine Früh- lingsblume wie Krokus, Narzisse, ahd. zν⁵osa f. «ermodactilus, citamusy. Vgl. Nd. Jahrb. 15, 44 f. Zeitmaß, n.: Takt, Quantität der Silben. 1786 b. Adelung. Zeitpunkt, m., erst b. Ade- lung gebucht. Wohl Verdeutschung von Mo- ment. Zeitraum, m., 1786 b. Adelung. Zeit- rechnung, f.: Chronologie. 1716 bei Ludwig. zeitspielig, adj.: Zeit vergeudend. Nach kost- spielig gebildet. Zeitschrift, f., im 18. Jh. für Journal. Zeitvertreib, m., mhd.?tvertrip m. zeitweilig, adj., erst im 19. h. Zeitwort, n., bei Schottel für Verbum.

Zeite, s. Zotte.

Zeitung, f.(Pl.-en): Nachricht(noch bei Schiller Räub. 1, 1;4,3, Karlos 3,8 u. ö., Goethe Reineke 7, 174; 22, 228, Platen[1843]4, 211); ge- druckter Bericht von einer Begebenheit od. von Begebenheiten der gegenwürtigen Zeitläufte, Mitteilung einer Begebenheit od. von Begeben- heiten d. Gegenwart zur öffentlichen Kunde(so b. Luther in auff die Newe zeitung von Münster