Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1295-1296
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1295 wüst

Xylograph 1296

1678 b. Kramer, 1561 b. Maaler. Mhd. μοεt m. Verwüstung, Wust, Schutty. Zu wüst. wüst, adj.: unangebaut u. unbewohnt; un- angebaut u. unbearbeitet; zerstört; durchein- ander ungeordnet; sittlichverkommen. Früher Wwüste. Mhd. εeste, ahd. wdοsti cunangebaut u. menschenleer; dazu asächs. 2⁵⁶8, ndl. est, afrs. 2⁰6Ste, ags. õste. Verw. mit lat. vdstus öde, verwüstet, leer?, air. fãs«leery. 4 BL. Wüste, f.(Pl.-n): öde, unbebaute u. unbebau- bare Gegend. Nach Adelung veraltet und nur biblisch. Mhd. w¹este f., ahd. uο⁵ f. Daneben älternhd. Wästen, 4. Mos. 1, 1, Matth. 3, 3, mhd. Wüestene f., ahd. wοstinna f., asächs. wοtunnia f., afrs. wõstene, zwõstene, wovon Wüstenéi, f.,

mhd. ³estenlef.(Karlmeinet 334,13). wüsten,

v.: verschwendrisch mit etwas umgehen. Mhd. Wwüesten«verwüsten, ausplündern,(refl.) sich schädigen», ahd. wοstan, asächs. aοισνstian(ver- wüsten), ags. ν‿εαπ. Wüstheit, f. wüstes Be- tragen. Noch nicht b. Adelung. Wüstling, m.: ausschweifender Mensch. Bei H. Sachs Fastn. 5, 484. Vgl. noch ZfdW. 4, 207. Wüstung, f., mhd. W³estunge f.«verödeter Ort, Verwüstung, Verderben, Schadenꝰ.

Wut, f. wilde gewaltsame Aufregung. Mhd. wuot(pl. wiete), ahd. ³νοm) f., dazu ags. 200, anord. œdi f.«Wuty. Von dem adj. ahd. αο⁹ε

«unsinnigo, ags. ⁰⁶⁴d, engl. οοοd, anord. ædr un- sinnig, rasendy, got. 2005s«wütend, besessen. Verw. mit lat. vãtνεs m.«Wahrsager, Seher?(s. Walde), gall. oꝰο reic, air. fãith«Dichters, anord. õödr m.«Gesang». Zur Bedeutungsentwicklung vgl. gr. uatvonai rase», wozu gr. udνi m. Se- hery. Dazu das wütende Heer«er wilde Jägers, mhd. daz ebetende her, eig. Wuotans Heer(s. Wodan), denn nach Einführung des Christen- tums dachte man sich Wodan an d. Spitze seiner göttlichen Schar mit Getöse schreckend durch die Luft fahren. Vgl. Mogk Grd. d. germ. Phil. ² 3, 332. 4 BL. von dem Adj. uot: wüten, v., mhd. w⁰eten, ahd. ³ο˙tan, asächs. 5dian, ags. wéᷣdan«wüten», anord. ædask«rasend werden?. Wüterich, m.(-els, Pl.-e): wütender Mensch. Mhd. weterich m., im 12. Jh. w⁴οterich, gebil- det nach Eigennamen wie Friedrich. wütig, adj., mhd. etic, ahd. wuotig, daneben wuotag. ZUS. Wutschierling, m., mhd. zcuotschier- linc m., eig.«(durch Genuß) in Wut versetzen- der Schierling».

wutsch, Interj. der schnellen Bewegung. 1781 bei Kindleben. Dazu wutschen, v., auch Wwitschen, Goethe Br. 9, 8.79. Wohl lautnach- ahmend. Dazu wahrscheinlich auch wuschen (nordd.), wovon wuschig«unordentlichy, bei Fontane Br. 1, 4 in Gänsefüßchen.

X

X, n.: Buchstabe. In der Mathematik gilt æ als unbekannte Größe, daher in der Umgangs- sprache æmal unzählig ofty. RA. eilem ein X fär ein Vmachen«etwas weismachen, betrüg- lich etwas vormachen». In der lat. Schrift ist

V5, u. dies konnte man leicht in X 10 verwan-

deln, daher eig. doppelt anschreiben». 1435 b. Conrad von Dankrotzheim(s. Strobel Beiträge 124) macht ein ickis für ein v. Vgl. noch Lau- remberg 1, 137 u. Borchardt-Wustmann. Z08.

X-Beine, pl.: krumme, wie ein X geformte

Beine, Gegensatz O-Beine. X-Strahlen, pl., von Röntgen 1896 entdeckte besondre Art von Strahlen. Der Ausdruck wurde sehr bald eine Art Schlagwort. Vgl. Ladendorf.

Xanthippe, f.(Pl.-n): Hausdrache, böses

Weib, böse Sieben. So bei Gellert Lustsp. 289 Xanlippe. Urspr. Name des bei spätern Grie- chen als zanksüchtig u. böse geschilderten Wei- bes des Sokrates, gr. avoinn.

Xenie, f.(Pl.-/): kurzes Sinngedicht. Seit dem Erscheinen von Schillers und Goethes Xcenien(1797) in Umlauf gekommen. Aus gr. kéviov n. Gastgeschenk» zu Eevoc m. Gast, Fremder.

Xylograph, m.: Holzschneider. 1834 bei Petri. Von Xylographie, f.: Holzschneide- kunst. A. a. O. Aus glbd. frz. æylographie f., 2gs. mit gr. Eov n. Holz» u. einer Abl. von TpGdceiv schreiben).