Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1293-1294
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1293 Wurst

Wust 1294

misieren, v.: wie ein Wurm herumkriechen, Grillen fangen. Bei G. Keller4, 219. ZUS. wurm- äßig, adj.: wurmstichig. Mhd. wurmæzic. Wurmfortsatz, m.: das Ende des Blinddarms. Wurmkraut, n.: Pflanze, die ein gutes Mittel gegen die Würmer im Körper abgibt. 1786 bei Adelung. Wurmmehl, n: von Holzwürmern zu Staub zerfreßnes Holz. Mhd. warmmel n., ahd. wurmmelon. Wurmsame(n), m.: Name von Pflanzen, deren Same die Eingeweidewür- mer tötet u. abtreibt, eig. Name des persischen Wermuts, artemisia contra(nämlich vermes), dann der Same selbst als Mittel. 1664 bei Duez Wurmsamen, 1561 b. Maaler Wurmsamenkraut. wurmstichig, adj.: durch den Wurm zer- stochen(vom Holz). 1537 bei Dasypodius u. schon bei Keisersberg(Germ. 28, 411).

Wurst, f.(Pl. Würste): mit gehacktem Fleisch gefüllter Darm. Mhd. zwurst f.(Pl.-i), md. orstf., ahd. wurstf.; dazu mnd.-ndl. orstf. Herkunft unsicher. Man verband es früher mit werden«drehen»; nach Kluge zu zwirren, also Gemengsely. Weigand stellte es zu wirken u. verglich got. waurstio n.«Werk, besserzueinem alten*vurhstis f.«Werk, was wohl wegen Wur- steln(s. u.) das Richtige trifft. Die RA. das ist mir wurst(bei G. Keller 8, 220) stammt aus dem stud. Sprachgebrauch, vgl. Meier 43, ist aber nicht recht erklärt. Nach Zfd W. 1, 279 daher, weil man die Wurst an beiden Enden anschnei- den kann, was nicht überzeugt. W. wider W. bed.«Geschenkgegen Geschenk». Die W. nach der Speckseite werfen. Durch ein kleinres Ge-

schenkein größreserlangenwollen. Schonmhd.(

die wurst an bachen(Schinken) werfen. 4L. wursteln, v., älterwursten: Wurst machen; (dann auch, bes. in fortursteln, öst.) im alten Geleise fortarbeiten. Im 15. Jh. vertursten« das Fleisch in Würste verarbeiten; dazu mnd. or- stelen cringen, kümpfen, sich balgeny, mndl.- ndl. worstelen cringen, kůmpfen», wozu wohl ags. wraãstlian, engl. wrestle«xxingen». In ags. zwraxlian ist der Guttural noch erhalten. Da- von Wurster, m.: der Wurstmacher,-händ- ler. Südd. als Gewerbebezeichnung. Wurstig- keit, f.(spr. wurscht-): Gleichgültigkeit. Bei Bismarck Stimmung gänzlicher Wurschtigkeit. ZUS. Wurstsuppe, f.: Suppe von der Brühe, in der die Würste gekocht sind. 1691 bei Stieler.

Wurte, f.(Pl.-n): Erderhöhung zur Auf- nahme von Wohnungen, bes. in der Nähe des Wassers. Ndd. S. Wöhrde.

Württemberg, Königreichin Süddeutsch- land. Seit 1802 amtlich so geschrieben. Mhd.

Wirtenberg als Name einer Burg im jetzigen Oberamte Kannstatt, zuerst 1092 Wirtinisberk Berg des Wirtiw. 4B. Württemberger, m., spätmhd. Wirtenberger.

Wurz, f.(Pl.-en), als letztes Wort in vie- len Pflanzennamen, z. B. Haus-, Nies-, Itab-, Schwarzwurz. Mhd.-ahd. aurz f., mhd. auch Wurzel, Pflanze, Kraut»; dazu asächs. wurt f. Wurzel, Blumes, ags. wWyrt f.«Wurzel,(Ge- würz)krauts, engl. wort, anord. urt f., schwed. ört, dan. urt, got. waurts f.(¶Wurzely). Dazu noch aus dem Germ. anord. rot f.«Wurzel, ags. ꝛrõt«Rüssel»(s. d.). Verw. mit gr. biza, lesb. Zpicda f.(aus roredja), lat. rãdiæ f., kymr. gwreiddim«Wurzel».

¹ Würze, f.(Pl.-n): scharfen angenehmen Geschmack mitteilende Speisezutat von Pflan- zen. Mhd. wiürze(e), wurz(e) f.«Gewürzkraut, Würze, Gebräus; dazu asächs. urtia f. Speze- rei⸗, engl. wort«Würzes. Von Wurz. 4BL. würzen, v., mhd. wäürzen, warzen, spätahd. wurzen. Würzig, adj., 1691 b. Stieler würzicht.

²Würze,.(Pl.-n): Bierwürze, dasnochnicht gegorne Bier. Mhd. wir, wirz n. f.«Würze, bes. Bier-, Metwürze, überhaupt süße Feuchtigkeit, süßer Stoffs, ahd. wiræ«Birnenmost» ptisanae, sucus p(r)irorum(Wadstein Asächs. Sprachd. 78, 7); dazu mnd. Werf e) f., ndl. wort, ags. Wyrt f., engl. wort Bierwürzes, anord. virtr n., norw. vörter, schwed. vört, dän. urt, urgerm.οertiz-n. Wohl mit Ablaut zu dem Stamm von Wurz.

Wurzel, f.(-n): der im Boden befindliche Teil der Pflanze;(übertr.) Ursprung, Ursache; math.) die Grundlage einer Potenz(1711 bei Wolff);(in der Sprachwissenschaft) die nicht mehr zerlegbaren Elemente der Wörter(die bei- den letzten Bedd. nach lat. rãdia). Mhd. wurzel f., ahd. wurzala, wurzellaf., dazu mnd. wortelef., ndl. wortel f., aber ags. zyrtwala m., Awalu f., wodurch eine Zss. erwiesen wird mit einem Wort, das in got. walus m., anord. völr cStab⸗ steckt, verw. mit lat. vallus m.«Pfahly; Wurzel also«Krautstock». 4BL. wurz(e)lig, adj., 1664 b. Duez wurzelicht. wurzeln, v.: Wurzel fassen, schlagen, mhd. wurzeln, ahd. 2wrzalön, wurzellõn, ags. wyrtwalian. ZUS. Wurzel- wort, n. einnichtabgeleitetes Wort. Bei Zesen.

wuschen, wuschig, s. wutfschen.

wuseln, v.: sich schnell bewegen, kriechen, wimmeln wie Insekten; sich geschäftig umtun. Bei Goethe Faust 5846. 1669 im Simpl. 160. Schwüäb.-els.-bayr.-hess. thür. Herkunft dunkel.

Wust(mit 7), m.(*es, Pl.-e): Schmutzmasse; eine durcheinanderliegende Masse von Sachen.