Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1291-1292
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1291 Wuppdich

Wurm 1292

neben ðůnschelgerte, ahd. wuanschiligerla f., 2gs. mit einer Abl. von Wansch.

Wuppdich, m.(-e, Pl.-): schnelle Bewe- gung; Schluck Branntwein. Wetterau.-obhess.- thür.-mecklenb.-preuß. Eig. eine imperativische Verbindung wuppe dich, mundartl. für wippe cbewege dich schnell). Zuerst als Interj. chusch, geschwinde», 1792 b. Klein Provinzialwb. 2, 238 als pfälzisch. Dazu Wupptizität, f. Schnellig- keit. Zuerst 1885 bei Sanders Ergänzungswb. gebucht(mit Beleg aus dem Kladderadatsch).

Würde, f.(Pl.-n): Vorzug, Wert eines Dinges(nur noch vereinzelt, z. B. unter aller W.); achtunggebietendes Ansehen; Amt, das Ansehen gibt,(auch als Titel hoher amtlicher Stellung Seine Würden Schiller Wallenst. Tod 1, 5); hoher Grad gemeßnen Betragens. 1642 bei Duez W., aber Wirdigkeit, bei Luther zw irde. Mhd. zwirde, wierde, md. werde f.«Wert, wert- volle Beschaffenheit, Ansehen, Würde, Ehre, Ehrenbezeigung, Verehrungy, ahd. wirdof., auch schon«achtunggebietende amtliche Stellungy; dazu ags. wiε‿ε ε) f. Abstraktbildung zu zwert. 4BL. würdern, v.: würdigen, schätzen. Nach Adelung nur in den Kanzleien einzelner Ge- genden, aber bei Goethe 41, 2, 363. Mhd. wWir- dern, werdern, afrs. wertheria«abschätzen, taxie- rem.. würdig, adj.: Würde habend, etw. ver- dienend. Bei Luther wirdig, mhd. wirdec, ahd. wirdig; dazu asächs. wirdig(würdig, angenehm), ags. wirpig. Davon würdigen, v. seinem Werte nach erkennen. Mhd. wirdigen; wovon Würdi- gung, f. Würdigkeit, f., mhd. wirdec-, wer- decheit f. chohes Ansehen, Herrlichkeit, Amt u. Würde, Ehre, Auszeichnungy.

Wurk, m.(-fels, Pl. WMürfe): Tat des Wer- fens; soviel auf einmal der Zahl nach geworfen wird(vom Würfeln, Werfen der Jungen); Art des Umwerfens eines Gewandes(Faltenzwurf); (wetterau.) das kleinste Gläschen Branntwein als ein Trunk. Mhd. wurf m., ahd. wurf m.(Pl. -i), dazu ags. m.,-i-Abstraktum zu werfen. RA. einem in den W. kommen, eig. ein Jägeraus- druck. ZUs. Wurfschaufel, f.: Schaufelzum Worfeln des Getreides. Bei Luther Luk. 3, 17 Wurfschauffel, aber Jes. 30, 24; Jer. 15,7; Matth. 3, 12 Worffschauffel. 1482 im voc. theut. pp 1 b wur fschauffel, 1340 md. worfschüvil, ahd. worph- schvala. Wurfspieß, m., 1617 bei Hulsius Schiff. 15, 18.

Würfel, m.(-*I, Pl. wie Sg.): Körper mit 6 gleichen quadratischen Flächen, auf denen sich die Zahlen von 1 6 befinden, zum Glücks- spiel; dem gleicher Körper ohne Zahlen, Kubus

(1716 b. Wolff). Mhd. wr fel m. in 1. Bed., spät- ahd. worſtl, worfel; dazu anord. verpill m. Von Wurf zu werfen. 4BL. würf(e)licht, wür- f(e)lig, adj., mhd. würfeleht«würfelförmig». würfeln, v., mhd. wurfeln. ZUS. Würfel- becher, m., 1811 bei Campe. Würfelspiel, n., mhd. wiirfelspil n.

würgen, v. durch Zudrücken der Kehlefast ersticken machen; mübevoll(wie erstickend) aussprechen od. schlucken. 1482 im voc. theut. pp 1 b Wargen, mhd. würgen, md. wurgen, wor- gen(daher noch mundartl. orgen) in beiden Bedd., ahd. wurgan«ersticken machen»; dazu and. ι᷑arin«Erwürgerin». Eig. Kausativum zu glbd. mhd. erzwergen. Verw. mit lit. verz d, ver sti aschnüren, einengen, pressen», abg. vriid, vrésti cbinden). 48L. Würger, m.: wer er- würgt; die Vogelart lanius, 1780 b. Popowitsch Versuch 416. Mhd. wörger. ZUS. Würge- engel, m.: Engel des Todes(1664 bei Duez); kleiner Falke, Neuntöter, nach Adelung zu- weileny. Umgestaltung von ahd. wargengil m.; dazu ags. wearginkel m., eine Abl. von ahd. wWαrc, ags. wearg«Räuber», anord. vargr«Wolfy. Vgl. Suolahti 149. Noch gött. Wörgengel m.

Wurm, m.(els, Pl. Würmer): Schlange, Drache; langleibiges Weichtier; um sich fres- sendes Geschwür(im Volksglauben auf einen Wurm zurückgeführt); peinigender Gedanke; eigentümlicher auffälliger, dem Gewöhnlichen widerstrebender Gedanke, Schrulle(Goethe 2, 231, Günther 505, Lessing 10, 297); kleines Kind(meist Ntr.); Bezeichnung des(wie ein W. sich durch das Buch hinziehenden) Buch- titels unten links auf der ersten Seite jeden Bogens(1740). Mhd. arm m., ahd. wurm m. (Pl.-i)«Schlange, jedes Kriechtier, auch das flie- gende, z. B. Spinne, Floh, Mücke, Fliege usw; dazu asächs. ιm m., ndl.-engl. worm, ags. arfrm m., anord. ormr m., schwed.-dän. orm, got. waurms m.«Wurm, Schlangev. Verw. mit gr. böoc m.«Holzwurmo, lat. vermis m., aruss. ver- mie«Gewürm», apreuß. vormyan, urminan rotz (eig.«wurmfarben»). Vgl. Walde. Der Pl. lau- tet mhd. würne u. so bei Luther 2. Mos. 16, 20; Hiob 21, 26, aber auch noch bei Goethe Faust 403 u. sonst dichterisch. Der Pl. Wärmer im 17. Jh. 4BL. wurmen, v.:(unpers. m. Akk.) quälen, ärgern. Im 18. Jh. vielfach mit Dat.(bei Schiller u. So wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin. 1691 bei Stieler. 1437 wurmen Eingeweidewürmer haben», 165861 salz- burg. cherumwüten»(Zfd W. 7,163). wurmig, adj., mhd. wᷣurmec, wirmic«wurmstichig. Wur-