1287 wrackeln
wühlen 1288
taugliche, Ausgeschoßne»(s. Brack), bes. aber «Schiffstrümmer». Dazu ndl. wrak n.«Schiffs-
trümmery», ags. Wrcœc n. umhertreibender Ge- genstand, Verbannung, Elend», engl. zrack Blasentangy, wreckh«Wrack», entl. schwed. vralc, dän. vrag, aber echtnord.-norw. rak Drift, um- hertreibender Gegenstand, Trümmer». Sicher zu der unter rächen behandelten Wz. Als Adj. wird W. gebraucht in wrack werden, sein. Dazu Wracker, Wraker, m.(-s, Pl. wie Sg.): Be- seitigung der schlechten Ware, bes. der schlech- ten Heringe. Nordd. Zu mnd. araken, s. bracken.
wrackeln, v., nd. für rackeln chin- u. her- bewegev», an der(verschlossenen) Tür wrackeln. Zu wricken.
Wrasen, m.(-s): Brodem. S. ³ Wasen.
Wreifholz, n.:(seem.) Holz, das zwischen Schiff und Anlagestelle gehängt wird, um das Reiben zu vermeiden. Also«Reibholzy. Zu. reiben. 1811 bei Campe.
wribbeln, v.: drehen, reiben. Nordd. (preuß.-pom. u. a.) für ribheln. 1776 b. Hermes Soph. R. 1, 639.
wricken, v.:(seem.) mit éinem Ruder ru- dern. Aus dem Ndd. 1796 bei Röding. Altere Belege Zfd W. 8,47. Nd.-ndl. wrikken chin- u. herbewegen, ein Boot wricken»; dazu schwed. vricka, dän. vrikke«verrenken, mit dem Ruder wricken». Die urspr. Bed. ist«hin- u. herbewe- gen, es könnte zu got. wrilcan«verfolgen?(s. rächen) gehören. Anders Falk-Torp.
Wringen, v.(Prät. wrang, Part. gewrungen), nd. Form für ringen(s. d.), aber in der bes. Bed. «Wäsche zusammendrehen, um das Wasser zu entfernen». 1664 bei Schottel. ZUs. Wring- maschine, f.
Wruke, f.(Pl.-n): Kohlrübe. 1786 b. Ade- lung. Entl. aus glbd. poln. brakrie*o f.
Wucher, m.(-s): Zins von Geld; unbilliger, übermäßiger Gewinn aus Geld od. im Handel. Mhd. wd⁴ner m. n., md. zιαρ̃ eτ, alem. zw⁶cher, ahd. wuνᷣοᷣaοr m. n. LEuwachs, Ertrag, Leibes- frucht, Gewinn, Ertrag von ausgeliehnem Geld (dies mhd. auch in üblem Sinn); dazu mnd. wöker m.«Zins, Wucher», ndl. wexer m., afrs. wker, ags. οονr f.«Sprößling, Abkömmling, Zinsy, got. ο rs m. Zinsy, entl. anord. oler n., schwed. ocker, dän. aager«Wucher, Zinsy. Zu der Wz. in aachsen. Die eig. Bed. ist«Nach- komme», vgl. gr. réoc«Nachkommenschaft», dann«Zins, Wucher». Die Bed.«Wuchery» ent- stand durch diekirchliche Anschauung, nach der Zinszunehmenunerlaubt war. Vgl. noch Laden- dorf. Ebensolat. sůraf. 4BL. Wucherer, m.,
mhd. ³οnerer, spätahd. wuchirari. wuche- risch, adj., spätmhd. αοᷣerisch. wuchern, v.: Wucher treiben, Gewinn suchen;(von Pflan- zen) sich sehr stark ausbreiten. Mhd. ⁴‿οʃe- r(e)n Ertrag, Prucht bringen, gewinnen(früh- mhd. auch)«übeln Gewinn suchen u. machen?, ahd.(bei Notker) wacheron«Frucht bringen, Gewinn erstreben»; dazu and. οian«gewin- nen, erwerbem. ZUS. Wucherblume, f.: sich stark ausbreitende Pflanze, bes. die Saatwucher- blume chrysanthemum segetum L., die die Saat leicht erstickt. 1786 bei Adelung.
Wuchs, m.(-es, Pl. Wäüchse): Zustand des Wachsens; das Gewachsensein; das Gewachsene als Gesamtheit. Nicht bei Ludwig und Frisius. Bei Lessing 8, 113, Wieland 10, 292, bei Adelung mit Belegen aus Gesner u. Weiße. Abstrakt- bildung zu wachsen. 4BL.-wüchsig, inhoch-, urwüchsig.
Wucht, f.: überwältigende Schwere. 1786 bei Adelung als nd. 1781 bei Kindleben«von Gewicht, etwas Schweresy. Bei Schubart M. Altmärk. 1⁰‿᷑mit f.«Hebebaum, Gewicht, gött. zdchte f. Hebebaum, Hebeb. Mit a ausĩ durch
Einfluß des a aus nd. wicht(e) f.«Gewichty zu
Gewicht. 4BL. wuchten, v.:(eig.) mit dem Hebel bewegen; schwer sein. wuchtig, adj.: schwer. Erstim 19. Jh. Nichtb. Campe, Heinsius. wudeln, v.: sich regen u. bewegen, hin und herlaufen wie Ameisen am Haufen, wimmeln; sich vermehren. 1786 bei Adelung als nd., 1716 bei Ludwig. Bei H. Sachs(1612, 2, 4, 138) und 1562 bei Mathesius Sar. 372 in 2. Bed. Bayr. ꝛwaeteln, wuedeln. Dazu schweiz. wuüedh«üppig wachsendy. Nach Weigand zu waten.
Wuf, m.(Aels, Pl.-e): lauter Ruf. Nur noch altertümlich bei Dichtern aus mhd. 03ο m. Geschrei, Jammerklages, ahd. ⁴αο*νm., asächs.- ags. ⁰⁰p m.«Weinenꝰ, anord. öp n.«Ruf, Schreiv. Dazu got. οjan«laut rufen, schreien», ahd. awufan«wehklagen', ags. εpan«weiner», engl. weep«weinen», Spa«schreien, rufeny, verw. mit abg. vabiti«herbeirufenꝰ, lett. αᷣνεε vor Ge- richt fordern».
wühlen, v.: bohrend wälzen; heimlich po- litisch aufreizen(in neurer Zeit). 1482 im voc. theut. pp 1 à2αen oder graben, 1469 im mrhein. voc. ex quo graben oder woylen, mhd. wielen, ahd. νolen«wühlen»; dazu and. οlian zu- grunde richten», ndl. welen. Von mhd.-ahd. 2εο m. Niederlage, Verderben», im Ablaut zu Wal, s. Walstatt. Es könnte aber auch zu got. walus m.«Stab» gehören. Vgl. Idg. Forsch. 18, 252. 4L. Wühler, m.:(eig.) Maulwurf;


