Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1285-1286
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1285 wollicht

Wrack 1286

wolte ist durch Einfluß des zunächst im Md.

entstanden. Neben dem Part. gewwollt älternhd.

auch wolt, gewwollen u. wollen, vgl. Zfd W. 1, 305. wollicht, Wollkämmer usw., s. Wolle.

Wollust, f. starke Lust(vgl. Hebbel Agnes Bernauer 2,2); fleischliche Lust. Noch 1669 im Simpl. 478. 481 M. Mhd. ²wοllust m. f.«Wohl- gefallen, Freude, Vergnügen, Lust, Wollust, Wohlleben, Genuß». Ahd. zuerst im 11. Jh. 2001- lust«hohe Freude, hohe Lust». Zgs. mit wohl, dessen Kürze hierregelrecht erhalten ist. 4L. wollüstig, adj., mhd. 20⁰llastec«Lust erwek- kend, reizendy. Wollüstling, m., bei Klop- stock Mess. 1, 107.

Wolm, m.(Jlels, Pl.-e), auch Wolmen, m. (, Pl. wie Sg.): langer auf Pfosten ruhender Balken. Preuß.«Geländer, Barriere, Beischlagy. Herkunft dunkel.

womit, adv., mhd. wãmit(e). wonãch, öst. auchwornãch, adv. mhd. war nãch. Zgs. mit*ο⁶ο.

Wonne, f.(Pl.-n): Sinnenweide, Seelen- genufß in lebhaft bewegenden angenehmen Ge- fühlen. Nach Adelung veraltet und erst von neuern Dichtern wieder aufgenommen. Vgl. Zfd W. 6, 350. Bei Luther W., md. wonne, mhd. zounne, wünne f., über die Bed.«Wiesenland» (wunn und weide) vgl. Btr. 14, 370, ahd. wunna, wunnla f., auch unno m., wennd f. chohe Freu- des; dazu asächs. wunnia f. Freude»(and. un- wunni f. cunfreundlicher, unangenehmer Ort), ags.n(/) f.«Freude» u. mit Ablaut ahd. winne f.«Weidey, anord. vin f.«Gras-, Weideplatzy, got. winja f.«Weide, Futter» mit urspr. Bed. Eineähnliche Bedeutungsentwicklung in 4ugen- eide. Zu der idg. Wz. iyFen, die noch in wohnen, gewinnen vorliegt. Verw. mit air. fine«Ver- wandtschafty(aus* d). Weitres s. b. Walde unter venus. 4BL. wonnig, adj., md. wnnic. Davon wonniglich, adj., mhd. w᷑εα‿, wun- neclich. ZUS. Wonnemonat, m.: Mai. Jetzt gefaßt als«Monat der Wonne»; aber mhd. win- ne-, Wannemänõt m., ahd. winne-, wunnimänöth bed. eig.«Weidemonat». Vgl. Weinhold Monats- namen 63 f. u. Btr. 14, 370. wonnesam, adj., mhd.-md. wunnesam, ahd. waonnesam, asächs. wunsam, ags.νnsum clieblich». wonnetrun- ken, adj., im 18. Jh. dichterisch.

wor-, mit erhaltnem Vokal vor folgendem vokalischen Anlaut gleich 20ο(s. d.) in worän (nhd.); woräuf(nhd.); worâus(nhd.); wor- éin, mhd. warin, ahd. fragend wara in; wor- nãch, s. wonach; worõb(bei Kl. Schmidt Erz. 46); worüber(nhd.); worüm, Adv., fragend oder bezüglich: weshalb. Jetzt als Fragewort

unfein, aber 1716 bei Ludwig worum? u. noch volkstümlich; worünter(nhd.).

worfeln, v.:(Getreide) zur Reinigung ge- gen den Wind werfen. Bei Luther Ruth 3,2, Jes. 30, 24 orffeln. Spätmhd. worfen. Zu ahd. wint- worfa f.«Wurfschaufel?, das zu werfen gehört.

worgen, s. würgen.

Wort, n.(-els, Pl.-e u. Wörter): Einheit von Lauten, die eine geistige Anschauung aus- drückt; einzelne solcher Lauteinheiten ingram- matischer Verbindung als Satz; Gruppe von Wörtern(in Sprichzwort, Dichterwort u. in RA. wie einem d. W. reden, ein gutes W. für jem. ein- legen); gegebne mündliche Versichrung. Mhd. wort n.(pl. wort, aber auch schon zworte b. W9ern- her Maria 149, 39 u. wrter Renn., worter Serv. 1071), ahd. wort n.; dazu asächs.-afrs.-ags.-engl. Word n., ndl. οord, anord. ord n., schwed.-dän. ord, got. waurd n. Verw. mit lat. verbum n., apreuß. wirds«jWorts, lit. vafdas m.«Name», mir. fordat«sie sageny. Kaum Erweitrung der in gr. dufrup m.«Redner» vorliegenden Wa., da dazu der Akzent von lit. vafdas nicht stimmt. Den Pl. Wörter fordert auch Adelung für die erste Bed., doch war er im 18. Jh. noch nicht durchgedrungen(bei Lessing 7, 127 Worte cein- zelne Wörters»). 4BL. Wörtchen, n. RA. ein Wörtchen mit jem. reden«ihm Vorhaltungen machen». wörtlich, adj., mhd. wortlich, auch «mit Worten ausgedrückt». ZUS. 1. mit Wort: Wortbruch, m., 1691 b. Stieler; davon wort- brüchig, adj., 1811 bei Campe mit Beleg aus Thümmel. Wortforschung, f., 1663 b. Schot- tel für Etymologie. Wortfügung, f., Ver- deutschung von Syntax, 1661 bei Comenius Sprachen-Thür. wortkarg, adj., 1811 bei Campe. Wortklauber, m., 1781 b. Kindleben als stud. Wortlaut, m.: wörtlicher Inhalt von etw. Gesprochnem. Erst 1811 bei Campe mit Beleg aus Collin. 1716 b. Ludwig«Wortklango. wortreich, adj., 1678 bei Kramer. Wort⸗ spiel, n.: ein Spiel mit Worten. 1649 b. Hars- dörffer Gesprechssp. 8, 64. 1678 bei Kramer Wörterspiel, frz. jeu de mots. Wortwechsel, m.: Zank. 1663 b. Schottel 522. Aberschonmhd. wortawehsellich«in Wortwechsel bestehendv. 2. mit Wörter: Wörterbuch, n.: Lexikon. 1641 bei Schottel 9 u. 1631 bei Comenius Spra- chen-Thür Vorr. A 32.

Wotan, s. Wodan.

Wrack, n.(-Le]ls, Pl.-e,-s): Schiffsrumpf als Trümmer. 1757 bei Eggers. Bei Voß Ovid 7,450 M.; 1782 b. Goekingk Ged. 3, 27. 208, aber

177 schiff brüchigs. Aus nd. wrak m. cjedes Un- 81*