1283 Wolfgang
wollen 1284
den Pflanze gleichsam d. laufenden Wolf käm- men. Wolfswurz, f.: gelber Eisenhut, aconitum lycoctonum. Mhd. 2⁶ο²fes)zurz f. Der Name, weil Wurzel u. Same Gift für den Wolf sind.
Wolfgang, Mannesname, ahd. Wolfgang, 2s. aus awolf u. gang«Gangy. Wolfram, Man- nesname(ahd. Wolfhraban, z9s. aus ol; u. hra- ban«Rabe); seltnes Mineral; bei Goethe Nat. Schr. 9, 126.
Wolger, f.(Pl.-n): Gänsenudel;(bergm.) Lehmpfropf in Schmelzlöchern. 1811 b. Campe Walger. Bei Schmeller als nürnb. Walger. Zu mhd. 2α⁴gen«wälzen», s. Wälgern.
Wolke, f.(Pl.-n): eine in der obern Luft schwebende zusammengeballt erscheinende Dunstmasse u. etw. dem ähnliches. Bei Luther 1. Kön. 18, 44 Wolcke, auch noch Wolcken; 1540 b. Alberus dict. t 2 b 290k, 1541 b. Frisius 588 b u. 1561 b. Maaler α⁴εν, 1574 b. Olinger Gramm. 31 u. 1482 im voc. theut h 7 b Wolck f. m., mhd. (alem. u. md.) awοle f., md. auch m., aus mhd. wolcan n.(pPl. diu wollen), ahd. wolkan n.(auch schon ka f.); dazu asächs. wolcan n., ndl. wolk, afrs. Wolteen n., ags. lc(en) n., auch wolcne f. Zu derselben Wz. wie welk. Verw. abg. vlaga f. Feuchtigkeit». RA. zWie aus den Wolken ge- fallen«ganz überraschty. Khnlich frz. fomber des nues. 4 BL. Wölken, v., meist in be-, um- wölken, aber dichterisch nicht selten. 1429 im lib. ord. rer. 23 aeοlKchen obnubilarey. wol- kicht, wolkig, adj., 1540 bei Alberus dict. t 2b ckicht«voll Wolken». ZUS. Wolken- bruch, m., b. Diefenb. gl. 106 b. Früher dafür mhd. 2⁰lKenbrust f.(zu bersten), noch wette- rau. Wolkenkratzer, m.: Bezeichnung der sehr hohen amerikanischen Häuser. In neurer Zeit. Wolkenkückucksheim, n.: utopisches Heim. Im 19. Jh. Ubersetzung von gr. veꝓeko- xoxxurĩia f. in Aristophanes Wolken. wolken- los, adj, mhd. olkenlös. Wolkensäule, f., nach 2. Mos. 13, 21 gebildet, bei Luther 2. Mos. 13, 21. 22; 14, 19 Wolckseule, aber Ps. 99,7 Wolk- kenseule, mhd.-md. ο⁵αε f., ahd. wοlchensal (bei Notker Ps. 98,7). Wolkensteg, m., bei Goethe 21, 233.
Wolle, f.(Pl.-n, kaufm. für Wollarten): das krause flockige weiche Haar des Schafes; die- sem ähnliche faserige Büschel mancher Pflan- zen. Mhd. 0lle f., ahd. οllaf.; dazu mnd. wulle, ndl. 200¹, afrs. olle, ullef., ags. wull f., engl. 2⁰⁰ ʃ anord.-schwed. al f., dün. ul⁴d, got. wullaf. Verw. mit gr. Nvoc, dor. Nvoc n., lat. Lãna f., lit. vilna f.«Wollfaserꝰ, lett. wilna f.«Wolley, apreuß. Wwilna«ROCk;, abg. Vlüna f., serb. vuvna f., aind.
urnãf.; dazu mit Ablaut mir. oland, kymr. qalan. 4BL. wollen, adj.: aus Wolle. 1482 im voc. theut. 00 8 2 ollin, 1469 im mrhein. voc. ex quo zdllen, b. Luther u. Schupp noch zwiüllen. Mhd. wüllin, ahd. wullen. wollicht, wollig, adj., 1691 bei Stieler awollicht, 1664 b. Duez awüllicht. ZUS. 1. mit Wolle: Wollblume, f. Name meh- rerer Pflanzen, deren Blätter mit einer feinen Wolle bedeckt sind. 1786 bei Adelung. Woll- handel, m., 1716 b. Ludwig. Wollkämmer, m.: der Kämmer der Wolle. Bei Diefenbach gl. 317 b wollenkemmer. Wollkraut, n.: Woll- blume. 1664 bei Duez u. bei Lonicerus(†⁵ 1586) Wulllcraut, bei Dioscorides 132 b Wulkrauft. Wollmarkt, m. wollreich, adj., 1716 b. Lud- wig; 1691 b. Stieler wollenreich. 2. mit Wollen: Wollenschläger, m., mhd. olle(n)-, 2w0ll- slaher, sleher. Wollenweber, m., mhd. wollen-, wall(en)yweber. Wollenzeug, n., 1691 b. Stie- ler. Zgs. mit dem Adj. 2llen.
wollen, v.(awill, willst, Prät. wollte, auch Konj., Part. gecwollt, Imp. 20 ʃle): Selbstbestim- mung haben; Selbstbestimmung äufßern; nach Selbstbestimmung streben; befehlendkundtun;
wie nach Selbstbestimmung angeben, erfordern.
1482 im voc. theut. oo 8 5 u. 1414 b. Diefenb. gl. 609 b wollen, auch wullen a. a. O. u. im 16. Jh. Wllen a. a. O., mhd. Wwellen, aillen, awollen, wöl- len, wullen(1. 3. Sg. wil, 2. Sg. wilt], Pl. wellſeln, konj. welle, Prät. 2 lte, wolde, Konj. wolte, wölte), ahd. wellan(Präs. 1. Sg. willa, wille, willa, wilſe], 2. 3. Sg. wili, wil[e], b. Williram 1⁰¹¹t, 3. Sg. auch zwilit, Pl. wellemés, wellet, wellent, Konj. welle, Prãt. elta, wolta, Konj. 2colti); dazu asächs. wil- lien, wellian(Präs. 1. Sg. wwillilu], welliu, 2. Sg. Wilils], Wwilt, 3. Sg. willi], Pl. williad, welliad, Prät. ꝛwelda, walda, οda), ndl. willen, afrs. willa (Prät. welde), ags. willan(Präs. wille, wilt,"wil- (IJe, Pl. willad, Prät. wolde), engl. will, anord. vilia(Präs. villia], vill, vilt, vill!]I, Pl. viliom), schwed. vilja, dän. ville, got. wiljan(Präs. wil- Jau, zwileis, ili, Pl. wileima, zwileiß, zwwileina, Prät. wilda)«wollen). Die Formen des Präs. sind urspr. ein alter Optativ von einem Stamme rHel-, die z. T. genau lat. velim, vels, velit von velle«wollen» entsprechen. Damit vermischen sich Pormen von wal(denn das e von well-
ist Umlauts-e), die auf Ablaut beruhen. Verw.
mit lat. velle«xwollen», lit. veliti«wünschen, gönnen, anratenꝰ, abg. voliti«wollen?, aind. vr- wählen, aw. var-«wählen, wollen». Die 2. Sg. mhd. wilt hält sich dichterisch bis ins 19. Jh., sie erscheint b. Brockes 1, 26, Günther 7, Liscow 173, Wieland Am. 2,201, j. Goethe 3, 510 u. a. Das ovon


