1281 wohlig
Wolf 1282
Frankf. Reichscorr. 2, 664 wolwart. wohlfeil, adj.: billig; nicht vielwert. Mhd.-md. wolveil(e): davon Wohlfeilheit, f., mhd. wolveilef. wohl- geboren, mhd. wolgeborn«von edler Geburt». Später auf bürgerliche Kreise ausgedehnt, jetzt in der Anrede Eoo. Wohlgeboren. Heute durch hochwohlgeboren auch für Bürgerliche ver- drängt. Wohlgefallen, n., md. wolgevallen n., kirchlat. beneplacitum n. wohlgemut, adj.: guten Muts. Mhd. wolgemuot. wohlgesetzt, adj.: gutstilisiert. Bei Schubart(Zfd W. 11, 144). 1575 im Garg. 87 wohlgestaltety. wohlge- stalt, adj.: schöne Gestalt habend. Mhd. ol- gestalt, 2gs. mit d. alten Part. von stellen. wohl- habend, adj.: nicht unbeträchtliches Vermö- gen besitzend. Im voc. inc. teut. u. bei H. Sachs Fab. 240, 3; davon Wohlhabenheit, f., 1561 bei Maaler. Bei Diefenb. gl. 62 abundantian. Wohlklang, m., 1716 b. Ludwig, gr. ebꝓuwviaf. Wohllaut, m.: guter Klang der Stimme, der Worte. Bei Herder 1, 458 8.; dazu wohllauten, v., 1642 b. Duez. Wohlleben, n.: Leben in Ge- nuß. 1642 b. Duez. Mhd. ³ν. Wohlsein, n.: Gesundheit. 1716 b. Ludwig. Wohlstand, m.: gute Vermögensverhältnisse. 1561 b. Maaler u. bei H. Sachs Fastn. 5,341. Wohltat, f.: Tat aus Wohlwollen; das damit Erwiesne. Mhd. w- tãt f., lat. beneficium n.; davon Wohltäter, m., mhd. woltcter; wohltätig, b. Diefenb. gl. 71°, wovon Wohltätigkeit, f., 1691 bei Stieler. Wohlverleih, m.(-els): die Pflanze arnica montana. 1786 bei Adelung neben Wolferley, auch schon 1741 b. Frisch. Ob diese Herleitung richtig, ist zweifelhaft. Wohlwollen, n., 1678 bei Kramer, lat. benevolentia f. Der subst. Inf. Wwohlzwollen, davon das Part. wohlwollend als Adj. 1691 bei Stieler.
wohlig, s. wohl.
wohnen, v.: sich bleibend aufhalten. Mhd. zwonen, ahd. wonéën; dazu asächs. wοnon, wunön, ndl. wonen, afrs. wona, wund, ags. wunian(auch cbleiben, dauern, ausharren,) got. in unwunands cbekümmerts. Von einer Wz. en(s. gezwinnen), die viell. pflügen» bedeutete. Vgl. Idg. Forsch. 16, 179 u. KZ. 41, 395. Zur Bedeutungsentwick- lung vgl. lat. cives gui arant(pflügen, wohnen) in Sicilia. 4B L. wohnhaft, adj.: wohnend. Mhd. wonhaft«Wohnung habend, angesesseny. wohnlich, adj.: angenehm zu bewohnen. Im 15. Jh. wonlich«wohnlich, traulich, vertraut». Wohnung, f.(Pl.-en), mhd. wonunge f.«Ge- wohnheit, Wohnung, Gegend». ZUS. Wohn- haus, n., mhd. οnhds n. Wohnsitz, m., 1811 bei Campe. Wohnstube, f., 1786 b. Adelung.
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
Wöhräde, f.(Pl.-n): um das Wohnhaus ge- legnes Ackerland. Aus dem Ndd., wo es auch Wurte, Wort heißt. 1741 b. Frisch Wort, Wort- stette, Hausworth«die erhöhte Stelle, worauf man ein Haus baut». Wohl zu Werder.
Woiwõd(e), m.(-den, Pl.-den):(ehemali- ger) Fürst der Moldau, Wallachei; Statthalter. 1526 b. Diefenb.-Wülcker waywoda. Aus poln. 260 jeiνοda m. Heerführer(abg. vo m.«Krieg» und einer Abl. zu voditi«führen»).
wölben, v.: bogenförmig runden, hervor- tretend zurunden. 1664 bei Duez 20. u. elben. Mhd. welben(auch stark), ahd. aelben; dazu asächs. bihwelbian«verbergen», ndl. welven, anord. hvelfa(schwach, aber Part. holfinn«ge- wölbt, bogenförmigy) u. got. wilftr. jos pl.«Sargy, eig. die Wölbungeny. Verw. mit gr. x*οoc m. «Busen, Buchtv. Vgl. auch Walde unter culcita. 4B2L. Wölbung, f., 1642 bei Duez Welheng.
Woldemar, Eigenname, Nebenform von Waldemar.
Wolf, m.(-Lels, Pl. Wölfe): das bekannte Raubtier, lupus; Hautentzündung zwischen den Beinen, die durch Reibung vom Reiten oder Gehen entsteht; Name von Maschinen, die rei- Bend von Staub reinigen; Garnreuse, vgl. Zfd W. 2, 82. Mhd. 20 m. in den beiden ersten Bedd., ahd. 2f m.; dazu asächs.-ags. 2³⁵†, ndl.-afrs.- engl. wolf, anord. ulfr m., schwed. ulf, dän. ulv, got. wulfs m. Verw. mit gr. Xò'xoc, lat. lapus(aus dem Sabinischen?), alb. ul, arm. gail, abg. vläki, lit. vitkas, apreuß. wilkis, lett. willes, aind. vfas, aw. vehrkõ m.«Wolfo. Daß im Germ. aus einem Guttural entstanden ist, beweist anord. Mgr f. «Wölfim»(s. u.). Vgl. Walde. Der Pl. lautet noch b. Luther Wolfe, wie mhd. lve. 4 L. Wöl- fin, f.(Pl.-nen), mhd. awülvin(ne) f., auch wuül- pinne, eingetreten für älter wilpe, ahd. 2lpa f.; dazu anord. Agr f.«Wölfim, verw. mit lit. vlké, aind. vrkig f., viell. auch mit lat. o⁵ρes f.«Fuchss. Idg.*2ilα. wölfisch, adj., mhd. wilvischen adv. u. wolfisch. ZUS. Wolfsgrube, f.: Grube zum Fang der Wölfe; übertr. in der Kriegskunst. Im 15. Jh. 2wο—†gruobe f. Wolfshunger, m.: Hunger, wie ein Wolf ihn hat, starker Hunger. 1691 bei Stieler. Wolfsmilch, f.: die durch- weg einen milchweißen brennenden Saft ent- haltende Pflanze euphorbia. Mhd. 0lf symilch, f., ahd. wοluismilch(Zfd W. 3, 303). Wolfsra- chen, m.: gespaltner Gaumen beim Menschen. Bei Goethe Nat. Schr. 7, 196. Wolfsstrahl, m.: Kardendistel, virga pastoris. Bei Lonicerus 99 b Woljpsstreel, eig. Wolfskamm(s. Strähl), weil die krumm gebognen Häkchen d. wild wachsen-
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