Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1279-1280
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1279 Woche

Wohl 1280

3, 19. 21; 2. Kön. 2, 10. Dann aber auch bei Les- sing 8, 363 in diesem Jahre, awo nicht noch vor- her u. ö., in Norddtschld. ganz gew. Im Sinne von als bei Goethe 28, 92 nach mehreren Jahren sah ich ihn wieder, wo er gräßer u. tölpischer ge- worden awar. Bei Schiller Jungfr. 5, 2 Jetzat ist eine schowere Zeit, Wo auch das Weib sich in den Panzer stecket steht es statt in der. Diese Verwendung hat weiter um sich gegriffen, u. südwestd. wird 2νο ganz als Relativum verwen- det als Ersatz für alle Kasus. Die ältre Form Wor- hält sich in Zss. vor Vokal. Vgl. auch α- rum. Wwobéi, mhd. 2⁰ν b?.

Woche, f.(Pl.-n): eine Reihe von 7 Tagen. Mhd. woche, auch awuche, spätahd. ocha, ahd. wecha; dazu and. rüzewika f., ndl. e&x f., afrs. Wwilce f., ags. wice, wucuf., engl. 1⁰eeꝭ, anord. vica f., schwed. vecka, dän. uge, got. ιμ f.« Wechsel,

Woche». Entl. finn. iεεμμο. Eig.«Wechsel» u.

mit diesem verw. Das lat. vicis«Wechsel) stimmt nicht in der Lautverschiebung, ebenso- wenig aind. vigti, vigtibhis«wechselnds, die aber doch wohl verw. sind. Vgl. Walde. RA. In den Wochen sein, liegen«im Kindbett sein», weil dabei früher Bett u. Zimmer 6 Wochen gehütet wurde. Schon bei Luther. Auch Wochen pl. Kindbetty. 4BL. wöchentlich, adj.: jede Woche. Spätmhd. wochentlich mit eingeschob- nem t aus awoche(n)lich; dazu 1332 mnd. weken- lik. wochig,-wöchig, nur in Zss. ein-, æubeiwwöchig, mhd. wüchec«eine Woche lang» (Liedersaal 2, 436, 132). Wöchner, m.: den Wochendienst Habender(vom Geistlichen). Mhd. wochenœre m. Wöchnerin, f.: Kindbet- terin. 1691 b. Stieler. Bei Luther dafür Sechs- wöcherin. ZUS. Wochenbett, n., Wochen- stube, f., beide 1691 b. Stieler. Wochentag, m.: Alltag im Gegensatz zum Sonntag. Nach Adelung 1786 im gemeinen Leben. Wocken, m.(-s, Pl. wie Sg.): Rocken. Bei Schottel u. Duez, 1517 b. Trochus R 2 b, Braun- schweig 2462CIe, 1678 b. Kramer ockef. Aus d. Ndd., mnd. wocke m.«Rockeny, and. eᷣxxo m. Dochto; dazu norw. oce m.«verworrene, verfitzte Massen. Vgl. Lidén Stud. 25. Anders Bezz. Btr. 21,220. Kaum zu Rocken, sondern eher zu Wieche. Wodan(Gen.-S), noch häufig Wotan(so bei R. Wagner): höchster, Sieg verleihender Gott der alten Germanen. Ahd. Wuotan, langob. Wo- dan, and. Wõôdan, in Westfalen Gudan, afrs.- da, ags. Woden(engl. noch in Weddnesday«Mitt- woch,», eig. Wodanstag»), anord. Odinn. Z. T. wohl mit dem gr. Zeus, lat. Juppiter seinem Wesen nach eins. Der Name war urspr. ein Bei-

name, viell. zu aind. vãta- m.«Windy, vgl. Mogk Pauls Grd. ² 1, 3, 332 oder auch zu Wut. wodürch, adv., 1664 b. Duez, älternhd. war- durch, z. B. 1568 b. Mathesius Sar. 38 b. Zgs. aus ꝛ00 u. durch. Woférn, Konj.: in der bedingen- den Hinsicht daß, unter der bedingenden Ein- schränkung daß. In der Zimm. Chr. 1, 439, 11.29 2ο verr, bei Fischart Ehez. T 5 waverr. Woge, f.(Pl.-n): hochgehende Welle. 1691 bei Stieler Wogen pl., nach ihm selt. Woge f. sg. Bei Luther Hiob 9, 8; Jon. 2, 4 0gef., auch«Wo- genschlag»(Luk. 8, 24). Md. 2, mhd. w⁴ (Gen.-ges) m.«bewegtes wogendes Wasser, Flut, Strom, Fluß, Meer, See, Teich, Wassery, ahd. wäg m.«tiefes bewegtes Wasser, Schlund, Meers; dazu asächs. ⁴ᷣ m.«wogendes Wassery, afrs. ⁰ε⁹, ει αW assero, ags. ⁰ος½, g m.«Woge, Meer», anord. vãgr m.«Meery, dän. vove«Wogey, got. ⁰˙9 m.«Sturmꝰ, Pl. 26ꝗ08 Wogen⸗. Zu heꝛoegen. Das M. Wogist noch mundartl. verbrei- tet; z. B. heißt so eine Stelle in der Lahn bei Gie- Ben, wo das Wasser gestaut ist. Der große u. Mleine Wog sind Seen bei Darmstadt. 4B L. wogen, v.: wie od. auf Wogen sich bewegen. Erst bei Campe als dichterisch. Bei Schiller, Voß und bald sehr beliebt. wogégen, adv., mhd. wargegen. wohér, adv., 1664 bei Duez. wohin, adv., mhd. warhin. Wohl, n.(-Lels): Wohlergehen, Heil. 1663 b. Schottel 785(Wol u. Weh). Das subst. Wohl (Komp. ohler, Sup. ο̈lst), adv. nach Wunsch, dem Willengemäß, dem Gefühlangenehm; mög- licherweise. Bei Kramer, Ludwig z¹3l, wie auch Weigand schrieb. Mhd. ol, ahd. wola, früher wela; dazu asächs.-ndl.-afrs.-ags. l, engl. well, anord.-dän. vel, schwed. väl, got. waila, überall zunächst das Adv. zu gut. Nach Idg. Forsch. 16, 508 zu aind. v& f.«Treffpunkt, Trefflinie, Grenze, Zeitpunkt, gelegne Stunde, Gelegen- heity wegen des got. ai; die übrigen germ. Wör- ter dann aus der abl. Form*νπla. Doch wird man eher ahd. wela zu wollen stellen u. für das got. al eine besondre Erklärung suchen müssen (e viell. in vortoniger Stellung erhalten). 4L. wohlig, adj. wohltuend, angenehm. Erst im 18. Jh. Bei Goethe 1, 167, Keller Nachlaß 229. Z. T. wohl durch Vermischung mit ²ο⁶hlig(s. d.) entstanden. ZUS. wohlän! auffordernde Partikel. 1476 bei Liliencron 2, 89, Wyle 41, 25. wohläuf! auffordernde Partikel, mhd. Daneben Adv.«in guter Gesundheit. Wohl- behagen, n.: körperlich u. geistig guter Zu- stand, md. wolbehagen«Wohlgefallen, Freudes. Wohlfahrt, f. gutes Ergehen. 1501 b. Janssen