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Winter gemäß. Nach Adelung dafür üblicher winterhaft. Er führt auch wintericht,-ig,-isch an, die alle veraltet sind. Mhd. winterlich, ahd. wintarlih. wintern, v.: Winter sein; den Win- ter zubringen(jetzt meist in überwintern); den Winter über erhalten(bei Schiller Tell 2,2 am Ende, jetzt meist in über-, durchawintern). Mhd. wintern in allen 3 Bed., ahd. wintarran den Winter leben». Winterung, f.:(schweiz.) Winterfutter. 1561 b. Maaler. ZUS. Winter- birne, f.: Birne, die sich den Winter hält. 1691 bei Stieler. Winterfrucht, f.: im Herbst ge- sätes Korn, das überwintert. 1416 intervruht f. Wintergarten, m.: Gewächshaus, Zimmer für Pflanzen im Winter. 1811 b. Campe. Win- termonat, m.: ein Monat des Winters; bis ins 18. Jh. der November, vom 15. Jh. an auch der Dezember. Mhd. wintermänöt m. schwankend zwischen Oktober bis Januar, ahd. wintarmänöt m. Januar». Vgl. W9einhold Monatsnamen 61 f. Wintersaat, f.: Winterfrucht. Mhd. winter- sãt f.
Winzer, m.(-s, Pl. wie Sg.): Weinbauer. Mhd. winzürl(e) m., auch winzurl, winzürne, ezurn, ahd. winzur i)l, winzurnel, noch bayr. Weinzierl. Früh entl. aus lat. vinitorem, dem Akk. von vinitor m.«Winzer»mit volkstümlicher Umgestaltung des zweiten Bestandteils.
winzig, adj.: überaus klein. Mhd. winzic. Wohl aus derselben Wz. wie wenig oder unmit- telbar von diesem.
Wipfel, m.(-e, Pl. wie Sg.): höchste Spitze des Baumes; auch Gipfel(Goethe Deutsch. Par- naß 133). Mhd. wipfel m. Spitze eines Baumes, eines Besens, eines Gebäudes, md. auch wippel, ahd. zwνꝓfil, wiffil m.«Pflanzenspitzey. Zuwippen (8. d.). 4 L. wipf(e)lig, adj., in Zss. wie hoch-, breitwipfelig. wipfeln, v. durch Abhauen des Wipfels kürzen. 1398 mhd. wipfeln«einen Baum durch Abhauen des Wipfels zeichnen.
Wippe, f.(Pl.-/): Vorrichtung zum Schnel- len, Schaukeln, Schwengel. 1663 bei Schottel 1444 auch«Brunnenschwengel», entl. aus nd. wippe, wuppe f., auch«Wippgalgen»(Richey). Von wippen. 4BL. Wippehen, n., bes. in der RA. einem Wippchen vormachen«mit falscher Vorspiegelung verleiten u. so in Nachteil brin-
geny. Wetterau.-nordd.-preuß. Von wippen,
v.: auf- u. niederschweben machen; schnellend zum Niederfallen in die Höheschweben machen; sich stoßweise bewegen(bes. von einer Turn- übung);(von Münzen) zu betrügerischen Zwek- ken auswiegen. 1663 bei Schottel u. 1664 bei Duez, 1517 bei Trochus Y 2 b. Aus nd. wiepen,
auch auppen; dazu 1477 clev.&ᷣ᷑pen(schwan- ken), ndl. ννpen, mhd. νꝓꝑfen(hüpfen, sprin- gen), schwed. vippa, dän. vippe«wippen, schau- kelny. Verw. mit weifen, lat. vibräre«schwin- gen, zittern). 43L. Wipper, m.: Münzbe- trüger. Hamburg. bei Richey ceiner, der die Münze wiegt(wippt), die vollwichtige zum Aus- scheiden u. Einschmelzen, die geringhaltige, um sie unter die Leute zu bringens. 1664 bei Duez. Vgl. Kipper. ZUS. Wippgalgen, m.: Galgen zum Auf- u. Niederziehen der Verbrecher. 1664 bei Duez.
wips! Interj. größter Schnelligkeit: im Augenblick. Bei Bürger(1778) 53, Reiske an Lessing 13, 443 ps. Aus nd. bei Richey avνs zu nd. wνpp, mhd. ν m.«schnellende Bewe- gung, Schwungo, ahd. wieph(in 2i themo wwipphe «im Nuy(Otfrid 4, 16, 28). Zu wippen.
wir, Nom. Pl. des Pronomens der 1. Pers. Mhd.-ahd. wir; dazu asächs. ¹ν, e, afrs. ¹, ags. 2⁰6, engl.°, anord. vér, got. weis«wiry. Dazu ein Dual got.-asächs.-ags. wt, anord. vit. Der- selbe Stamm in aind.-apers. ve*m, aw. vaém Wiry, abg. v⁶, lit. vedu,«wir beidey. Der Stamm
weist wohl derselbe, der in lat. vr ginti, gr. eicoci Ssteckt, eig.«beide.
Wirbel, m.(-, Pl. wie Sg.): fortgehende kreisförmige Bewegung; Scheitelpunkt mit kreisförmigem Stand des Haars; drehbares schmaleszapfenartiges Werkzeug(an der Geige, am Fenster, 1482); einem W. äühnlicher Knochen; wiederholtes Anschlagen der Trommel. Bei Duez auch Wurbel. Mhd. wirbel, werbel m. in den beiden ersten Bed., ahd. wirvil m.«Wirbel- windo, daneben werbo, werfom.«Wasserwirbeb dazu mnd.-ndl. Wervel m., anord. hvirfil! m., schwed. hvirfyel, dün. hwirvel, aus dem Nord. entl. engl. whirl. Zu werben. 4BL. wirb(e)- licht, wirb(e)lig, adj., 1642 bei Duez wirbel- lächtig. wirbeln, v., 1664 bei Duez. ZUS. Wir- belsäule, f., 1811 bei Campe. Wirbeltier, n., im 19. Jh. Wirbelwind, m., 1678 bei Kramer; bei Luther Jes. 17,13 dafür Windavirbel.
wirken, v.:(tr.) tätig seiend hervorbrin- gen, durch Tätigsein hervorbringen; weben; den Teig knetend bearbeiten(Brot wirken); (intr.): tätig sein, Erfolg haben. Früher auch wirken Duez, Goethe 5, 1, 119 usw. Bei Luther zwwirken, bei Maaler würcken. Mhdl. wirken, würhken, wurken(Prät. worhte, Part. geworht), ahd. wirkan, wurchan(Prät. worahta, Part. gi- warht,-orht); dazu asächs. wirkian, afrs. Werka, wirka, ags. w*re(e)an, wircan, weorcean, anord. Yrkja, orka(entl. schwed. virka, dän. virlo),


