1269 winden
Winter 1270
Entl. ital. ghindare, span. guindar, frz. guinder. Dazu das Kausativum enden u. Wand. Wohl verw. mit aind. vandhüram n.«Wagenkorby, umbr. ahavendu er soll abwenden», abg. da f. «Fischhaken». Vgl. Btr. 30, 268. 4B L. Win- dung, f., 1691 bei Stieler.
²winden, v.:(weidm.) wittern(1763 b. Hep- pe);(unpers.) der Wind geht. Bei Diefenb. gl. 238 inden.
Windfall usw., windig, s. 1 Wind.
Windhund, s. ²2 Wind.
Windig, m.(“els, Pl.-e): Abendschmetter- ling, dessen Raupe an der Winde lebt. Im 19. Jh.
Windlicht usw., s. 1 Wind.
windschief, adj.: schief gezogen, verdreht, verzogen. Dafür 1763 b. Heppe windicht, isch. Zu winden. Bei Lessing 10, 143; 11, 528 übertr.
Winfried, Mannsname. Ahd. Win(i) frid, ags. Winfrid, ags. aus ahd. wini m.«Freund u. Friede.
Wingert, m.(-e, Pl.-e): Rebstück, Wein- berg. Nochschweiz. schwäb.-hess.-mrhein. Fort- setzung des mhd. wingarte m., ahd. wingart e) m.; dazu asächs. wεgardo m., ags. wεngeard m., engl. vineyard. Zgs. mit Garten.
Wingolf, m.(-S, Pl.-e): 1850 gestiftete Studentenverbindung. Der Name ist entnom- men aus der Wingolf überschriebnen Ode Klop- stocks, in der dieser, ihn in den Anmerkungen als Name«des Tempels der Preundschafty be- zeichnend, seine Freunde feiert. Anord. Vingol; kommt mit Valhöll verbunden vor u. ist Wein- haus». Zgs. mit anord. vin«Wein» u. golf n. «Estrich, Wohngemach». Vgl. Btr. 14, 369. Fälschlich als«Freundeshaus»(anord. vinr „Freund») gedeutet. Davon Wingolfit, m. Cen, Pl.-en): Mitglied des Wingolfs.
Wink, m.(-es, Pl.-e): ein statt durch Worte durch eine Bewegung gegebnes Zeichen; ver- stohlner Hinweis auf etw.(em. einen W. geben); Augenblick(bei Wieland, Goethe in einem W.). 1642 bei Duez Winckc. Md.(selten) winc m. Wanken», ahd. winch m.«Winb. Von winken.
Winkel, m.(“J, Pl. wie Sg.): Vereinigungs- stelle zweier Linien od. Flächen sowie der innre Raum zwischen ihnen; enger Raum zwischen zwei Gebäuden; abgelegner Raum;(nd.) Kram- bude(bei Richey). Mhd. winkel, auch«Eckes, ahd. winkil m.«Ecke, Winkel» in 1. Bed.; dazu mnd. ndl. winxel m., ags. wincel«Ecken. Eig. wohl«Biegung». Zu winken. Got. waihsta m. Winkel, Eckey gehört zu einer nasallosen Wz. 4BL. wink(e)licht, winkſ(e)lig, adj., bei Diefenb. gl. 35 b winkellich. ZVUS. Winkel-
advokat, m.: Rechtsbeistand, der nicht von der Obrigkeit bestätigt ist. Winkelehe, f.: heim- liche Ehe. Mhd. winkelé f.(Berthold 1, 318, 4). Winkeleisen, n.: zwei eiserne Stäbe, in rech- temWinkel aneinandergefügt(b. d. Bauleuten). Bei Diefenb. gl. 267 2 winkeleyssen n. Winkel- haken, m.: Haken in Form eines rechten Win- kels(bei Zimmerleuten, Tischlern, Schlossern, Buchdruckern, Schriftgießern, Orgelbauern. Adelung). 1678 b. Kramer Winckelhack. Win- kelmaß, n.: Winkeleisen, haken. Mhd. winkcel- mãz,-mezn. winkelrecht, adj.: rechtwinklig. 1716 bei Ludwig. Winkelschule, f.: geringe Privatschule. 1691 bei Stieler. Aber schon bei Diefenb. gl. 184 winkelschuler. Winkelzug, m., meist im Pl. Winkeluge, eig.«Züge im Ver- borgnen», dann geheime Ränke, Ausflüchte, leere Entschuldigungen». Bei Lessing Minna 2,9.
winken, v.: statt zusprechen durch eine Be- wegung seinen Willen od. seine Meinung kund- tun; andeutendkundgeben. Mhd. winken(Prät. winkte, nur einmal wanc, Part. gewinkcet)«sich seitwärts bewegen, wanken, schwanken, nicken, winken», ahd. winchan; dazu and.(entl.) win- ken, ags. wincian«winken, blinzeln», engl. winx. Die urspr. Bed. ist wohl cbiegen. Verw. mit wanken und mit lit. vingis m.«Bogen, Krüm- mung, véngin«tue etwas ungern», vingns ckrumm?, alb. vanke, vangu m.«Felge, Rad- kranz»; eine Wz. ohne Nasal in air. feacaim cbiege» u. in got. waihsta, s. Winkel. Das Part. wird nhd. nicht selten stark gebildet gezwwunken (bes. obd. bei Uhland, Kerner, G. Keller Ges. W. 8, 140, ziemlich allgemein er hat ihm eins gewun- ken ceine Ohrfeige gegeber, preuß.). Vgl. Gom- bert 4, 15.
winseln, v.: schwachu. feinlautig jammern, bes. vom Hunde. 1618 b. Schönsleder wim,len, auch 1537 bei Schaidenreißer Od. 16, 163 wimp- seln, noch els. zνmeslen, bei Keisersberg Post. 3, 17 bwintzelen. Mhd. winseln, von mhd. winsen, ahd. ³n(i)sön«in leisen Tönen sich auslassen». Wohl verw. mit wimmern od. mit weinen.
Winter, m.(-s, Pl. wieSg.): Jahreszeit vom kürzesten Tag bis zur Frühlingstag- u. Nacht- gleiche. Mhd. winter, winder m., ahd. wintar m.; dazu asächs. wintar m., ndl.-afrs.-ags.-engl.- schwed.-dän. avinter m., anord. vetr m., got. wintrus m. Herkunft dunkel. Weder die Zu- sammenstellung mit air. find, kymr. gaynn «weiß», noch mit lit. vanduõ«Wasser»(Btr. 15, 522) gibt befriedigenden Aufschluß über die Bildungsweise. Der Gen. winters den Winter übers als Adv. 4 BL. winterlich, adj.: dem
80*


