Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1267-1268
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1267 wind

winden 1268

zu bergen oder zu Berg, vgl. mhd. intburgelin n.«kleine Zinney.

wind, adv., nur noch in es ist, wird, macht mir wind und wehe. Bei Scheffel Gaudeamuss 65. Bayr. öst. u. sonst. Schon mhd. so inde noch 85(Konrad troj. Kr. 12937), daneben winne und, zu mhd. winne, winde f.«Schmerz, die teils zu winden, teils zu winnen gehören. Vgl. winden. Dazu Harnwinde.

1 Wind, m.(Lels, Pl.-e): Luftströmung; Luft in den Eingeweiden; leere Prahlerei, Großspre- cherei. Mhd. ahd. wint m.; dazu asächs.-ndl.- afrs.-ags.-engl. wind, anord. vindy m., schwed.- dän. vind, got. winds m. Verw. mit glpd. lat. ventus m., kymr. gewynt, bret. guent, idg.*πωέεtος zu der Wz. 6 wehen»(s. d.). 4 L. windig, adj.: viel Wind enthaltend; leer, prahlerisch, 1778 b. Hermes Soph. Reis. 3, 154, Heine 1, 189; 3, 21. Mhd. windec, auch«blühendo. Z0S. Windbeutel, m.(b, Pl. wie Sg.):(eig.) nur mit Wind aufgeblasner Beutel;(dann) inwendig hohles Gebäck; nichtiger, hohler Mensch. Bei- des 1786 b. Adelung, älter, vgl. Liscow 761. Denn schon 1778 b. Hermes Soph. Reis. 1, 444 die Abl. windbeuteln, v.: Nichtiges sprechen. 1767 b. Lessing Minna 3, 7, wovon Windbeuteléi, f. Windbruch, m.: durch Wind umgerißne od. gebrochne Bäume. Mhd. wintbruch. wind- dürr, adj.: von Luft u. Windausgetrocknet, auf dem Stamm abgestorben u. dürr. Mhd. wint- durre. Windei, n.: ohne Befruchtung des Hahnes gelegtes Ei. Bei Lessing 5, 353 aus Lo- gau, 1517 b. Trochus H 52 intey. Windfall, m.: vom Wind umgerißner Waldbaum. Spät- mhd. wintwal m. Windfang, m.: Vorrichtung im Vorhause zum Abfangen des Windes. Mhd. winkwancm. Windfuß, m.: flatterhafter leicht- sinniger Mensch. Bei Schiller Kab. u. L. 1, 1. Windugalle, f., s. ²Galle. 1786 bei Adelung. Windhund, m., s.*Wind. Windlicht, n.: Licht, das auch im Winde brennt. Von Lessing 5, 353 aus Logau angeführt. Mhd. wintliehl n. Fackeb. Windmonat, m.: November. Um-

gestaltet aus spätahd. winde-, windumänöth, von

Karl d. Großen benannt windamemänéth, d. h. «Weinlesemonat(Oktober)», dessen erster Be- standteil aus lat. vindémia«Weinlese» zu vin- dõmiare, s. 2 Wimmer. Vgl. Weinhold die deut- schen Monatsnamen 60 f. Windmühle, f.,

mhd. intmül f. Windofen, m.: Ofenmit Luft- zug, Zugofen. 1691 b. Stieler. Windpocken,

pl.: unechte Pocken. 1786 b. Adelung. Wind- rehe, f. Pferdekrankheit. 1786 b. Adelung. Mhd. Wwintrœhe adj. Zgs. mit Rehe(s. reh). Windrose,

f. die nach den Windstrichen eingeteilte Scheibe des Kompasses u. ihre Abbildung. 1716 b. Lud- wig. Windsbraut, f.(Pl.-bräute): tobender Wind. 1482 im voc. theut. oo 6 b windspraut, mhd. windes Sprout(Weinschwelg 141), gew. windesbrat, ahd. wintesprat,-brüt, windishrät, wintsprt, alsoscheinbar Windsbrauts. Früher mythologisch erklärt. Doch ist das nicht halt- bar. Der zweite Teil ist wohl erst volksetymo- logisch zu Braut gezogen. Vgl. Btr. 21, 111 ff. Windspiel, s.*Wind. windstill, adj. 1541 bei Frisius 866 2; davon Windstille, f., a. a. O. Windwehe, f.(Pl.-/): vom Wind zusammen- gewehte Schneemasse. 1734 bei Steinbach. Windwirbel, m.: fortlaufende, trichterartige Umdrehung des Windes. Bei Luther Jes. 17, 13; 40, 24, 2. Péetr. 2, 17, auch-wuürhel(Jes. 29, 6, Hes. 13, 11. 13, Mark. 4, 37, Luk. 8, 23). Wind- wurf, m.: vom Wind umgeworfner Waldbaum. Spätmhd. wintwearf m.

²Wind, m., veraltet u. nur in Zss., s. u. Mhd. wint m.«Windhund», ahd. wint m. Unsichrer Herkunft. Nach Weigand eins mit¹ Wind, nach Kluge umgestaltet aus lat.-gall. vertragrus m. Beides unsicher. ZUS. Windhund, m., 1618 b. Schönsleder u. in der Zimm. Chron. ²4, 240, 27. Windspiel, n.(Pl.-e): großer schlanker wind- schneller Hund zum Jagen, canis grajus. Mhd. wintspil n. Zgs. mit 1Spiel. Also eig. wohl ein Kollektivum.

1 Winde, f.(Pl.-n): die sich windende Pflanze convolvulus. Ahd. winda f., vgl. Zfd W. 3, 307. Von winden.

²Winde, f.(Pl.-n): W9erkzeug zum Winden. Mhd. winde, spätahd. awinta f.

Windel, f.(Pl.-n): Tuch zum Umwinden. Mhd. indel f., ahd. wintila f., and. windila f. Bindey. Zu winden. 4BL. windeln, v.: ein- wickeln. Bei Goethe 3, 201. ZUS. windel- weich, adj., bes. in der RA. 70. schlagen, prügeln (im 19. Jh.)«weich wie eine Windeb. Vgl. aber ZfdW. 6, 211.

Windeltreppe, f., noch im 19. Jh. für Wendeltreppe.

iwinden, v.(Präs. winde, Prät. wand, Konj. zwände, Part. gewwunden, Imp. ³nde): kreisför- mig, kreisartig bewegen; durch kreisförmige

Bewegung umbinden; drehend in einander be-

wegen. Mhd. winden, auch sich von einer Rich- tung nach der andern bewegen», ahd. wintan (Prät. want, Pl. wuntumn, Part. giwuntan); dazu asächs.- ags. windan, ndl. winden, engl. wind, anord. vinda, schwed. vinda, dän. vinde, got. bi- windan«umwinden), eig.«drehen, flechteny.