1265 willen
Wimperg 1266
in einzwilligen. Mhd. willigen«willig machen, zu Willen sein». ZUS. 1. mit Willen: willenlos, adj.: ohne Willen. 1811 bei Campe mit ältern Belegen. 2. mit Willens: Willensfreiheit, f., a. a. 0., ebenso wie Willenskraft, f. 3. mit Will: willfähren, v.: nach jem. Willen tun. 1664 b. Duez mit Dat., 1561 b. Maaler zwillfaren, spätmhd. ꝛillenvarn, bei Keisersberg willen(s)- foren, mhd. eines willen vãren zu vüren«wonach streben, trachten, ins Auge fassen, suchenꝰ, s. u. Fahr. Vgl. ZADS. 1908, 370. Die Flexion ist daher schwach willfahrte, gewillfahrt. Davon willfährig, adj., 1561 b. Maaler 500 willfärig, aber auch 500 d willfertig u. so b. Luther Matth. 5, 25, von zwillfart b. Maaler, wo das Wort schon ungedeutet ist. willkömmen, adj., mhd. wil(le)komen, um 1100 willechomen nach Wil- len u. Wunsch gekommen,, in der Begrüßung willkommen/ mit Auslassung von sei, seid, zgs. aus Wille u. kommen, dem alten Part. von Kom- men. Subst. Willkömmen, m.(*): freund- liche Begrüßung; großes Trinkgefäß dafür(in dieser Bed. 1556 ſnoch nicht 1541] bei Frisius 597«unten spitzes Trinkgeschirr, das unausge- trunken nicht hingestellt werden kann»). Mhd. willekomen n. Daneben Willkomm, m.(-5), bei Goethe Faust 2031, auch bei E. M. Arndt, schon mhd. willekum m. von mhd. willekome, kume,-kom,-um, ahd. im 10. Jh. wilicumo, 2gs. mit*-Mumo, s. Nachlkomme. Willkür, f. Hand- lung ohne Grund; freie Wahl. Mhd. ¹¹(le)kür f. freie Willenswahl, freier Wille, freiwillige Ent- schließung, Neigung, Zustimmung, Überein- stimmung, Gutdünken», md. willekar, erst im 12. Jh., 2gs. mit mhd. kiür, s.1Kur; dazu afrs. wil- kerem. f. Davon willkürlich, adj., mhd. wille- Kürlich«freiwilligy.
willen, nachgestellte Präp. mit Gen.: we- gen. So nur selten; entstanden aus um— ewil- len. Bei Luther. Mhd. durch— willen, Akk. von Wille. In Verbindung mit Pronomina steht die Form auf-t, dessentwillen usw.
Willi, Koseform für Wilhelm. Willibald, s. Wilibald. willig, s. Wille.
Wilpert, n.(s), volkstümliche Form für Wildbret, z. B. thür.-obd. Schon mhd. willpret aus ailtpret.
wimmeln, v.: in einer Menge von lebhaften Durcheinanderbewegungen sein oder sich dar- stellen. Bei Luther 2. Mos. 8,3, Ps. 104, 25; 105, 30, H. Sachs 15, 142. Md. einmal wimelen, von md. Ʒιmen«sich regen, wimmelnꝰ, ahd. w¹- man(Schmeller); daneben ahd. wƷνmidön u. wi- mizzen(wamezzen, noch bayr. wammezen«sich
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
regen, wimmelr) u. wiumman(mit iu nach got. iumg f.«Menges, s. Idg. Forsch. 13, 155). wim- steht im Schwebeablaut zu got. iu⁸ν*(s. o.), Ba- sis* eoem, zu der Entsprechungen sonst fehlen.
¹ Wimmer, m.(-s, Pl. wie Sg.): harte Stelle im Holz, Knorren; kleines Geschwür. Noch bayr.-öst.- kärnt. Bei Adelung F., 1568 bei Ma- thesius Sar. 138. Mhd. wim(m)er m.«Knorren- Auswuchs, Warze, Blüschen auf der Hauts. Her- kunft dunkel. Viell. zu d. Stamm von wimmeln.
²Wimmer(-, Pl. wie Sg.): Winzer. Noch mundartl. 1482(vindemer) wimmer, von mhd. windemen, wimmen«Weinlese haltens, ahd. in- demõn, entl. aus glbd. lat. vindémiare, zgs. aus vin(um) n.«Wein» und einer Abl. von démere «nehmen⸗. Dazu auch*Wimmer, f.(Pl.-n): Weinlese.
wimmern, v.: kläglich tun, kläglich tuend äußern; überhaupt zitternde gebrochne Laute von sich geben(Schiller Glocke 176). 1664 bei Duez wimmeren, 1618 bei Schönsleder verioim- merl, 1557 bei Waldis Es. 4, 99, 7 wimmern, 1678 bei Kramer u. b. H. Sachs Fab. 51, 27 emmern, 1432 Fimmerzen, spätmhd. b. Wolkenstein 53, 55 wimmer cklägliches Tunꝰ», ebd. 98, 26 gewamer. Wohl zu winseln(s. d.). ZUS. Wimmerholz, n., scherzhafte Verdeutschung für Gitarre, Geige. 1882 ostpreuß.
Wimpel, m.(-, Pl. wie Sg.): Zeugstreifen wie eine kleine Fahne am Mast usw. Bei Ade- lung und bei Blumauer An. 3, 147 F. Mhd. wimpel f. m.«Wimpel, Stirnbinde, Kopftuch», ahd. wimpal«Tuch zur Umhüllung»; dazu and. wimpal«Schleier, ndl. winpel m., ags. win-, wimpel m.«Umhüllung für Frauen», engl. wım- ple, anord. vimpill m.«Schleier»; entl. schwed.- dän. vimpel u. frz. guimp(l)e f.«Lanzenfühnchen', afrz. auch Kopfschmuck der Frauen». Die Form W. mit p ist wohl md%., vgl. mhd. bervimpfen «verhüllen. Herkunft dunkel. Viell. stamm- verw. mit anord. veipa f.«weibliches Kopftuchy.
Wimper, f.(Pl.-n): Haarrand des Augen- lides; einzelnes Haar daraus. Aus mhd. zwint- brã(ae) f., ahd. wintbräoaf., and. wintbrãia f. Nach Idg. Forsch. 19, 346 gehört zwink- zu air. find, finn«Haarꝰ, der zweite Teil ist Braue.
Wimperg, m.(-s, Pl.-e), Wimperge, f. (Pl.-n):(in der gotischen Baukunst) Giebel über Fenstern u. Türen. Noch els.-Schweiz.- bayr. Windberg«Staffelgiebel). Aus mhd. wint- berge f.«Schutz vor dem Winde gewährender Ort, Mauerzinne», and. wWintberga f.«Mauer- zinney. Zgs. aus Wind(oder mit einer Entspre- chung von got. Qinds«verkehrt») u. einer Abl.
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