Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1263-1264
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1263 wiewohl

Wille 1264

wiewoöhl, konj.: statthabend daß. Bei Lu- ther 1. Mos. 42, 8. Auch 1482 im voc. theut. 004b.

Wigwam, m., bayr. auch n.(-s, Pl.-s): In- dianerhütte. 1857 b. Freiligrath Hiawatha 130. Aus einer Indianersprache.

Wiking, m.(s, Pl.-er): nordischer Seeheld. Aus dem Nord. entl., anord. viingr«Seeräuber», ags.wĩε‿ing, afrs. wieing, witsing, wising m. Her- kunft unsicher. Vgl. Falk-Torp.

Wild, n.(Lels): die jagdbaren wilden Tiere. Mhd. wilt n.«wilde Tiere, Wild), ahd. ild n. (Pl. wildir)«wildes Tier; dazu ags. ⁰ν⁴(or) n. Urgerm.*ooοldi-n. Zuwild. 4B L. wildenzen, v.: nach Wild riechen. 1763 b. Heppe. Alter ist wilder inzen, vgl. 2fd W. 6,46. wildern, v.: un- rechtmäßig jagen. Erst 1801 bei Adelung. Ein andres wildern, s. unter wild. Davon Wilde- rer, m., 1757 bei Egger. Schon spätmhd. wilde- rœre Jägery. ZUS. Wildbret, n.(-*s): Fleisch der jagbaren Tiere. Bei Duez u. Kramer wild- pret. Mhd. wiltbrãt,-brœæte n., eig.«Wildbraten. Zgs. mit Braten. Wilddieb, m., 1691 b. Stieler. Wildfang, m.(-s, Pl. fänge): ausgelaßner junger Mensch. 1716 b. Ludwig«wilder u. fre- cher Jüngling, 1678 b. Kramer, 1618 b. Schöns- leder u. auch schon im 16. Jh., 1517 b. Trochus gb circumforaneus, profugus, erraticus homo, erro vagus: ein leuffer: wiltfange, so auch schon im 15. Jh. Daneben vom Falken im 16. Jh.; eig. aber im 15. Jh. wildfang m.«der Fang des Wil- dese, dann später«Jagdbeute, gefangner wilder Falke». Vgl. Zfd W. 11, 241. Ganz sicher ist die Bedeutungsentwicklung nicht. S. auch Wild- ling. Wildschütz(e), m.(-en, Pl.-en): Wild- dieb. 1763 b. Heppe Wildpretschütz«Wildrers. Im 18. Jh. sonst«Weidmann», wie spätmhd. wilt- schäütze m. Wildstand, m.: der Bestand des Wildes in einem Jagdbezirk. 1691 bei Stieler.

wild, adj.: unangebaut; nicht von Menschen gepflegt u. veredelt; höchst ausgelassen; sitten- los; zornig. Mhd. ilde, ahd. 0ildi; dazu and. wildi, ndl.-engl. 2⁰¹ο¹d, afrs.-ags. wilde, anord. villr (verirrt), schwed. vild, vill, dän. vild, got. wil-

Peis«wildy. Wohl verw. mit kymr. geoyllt un- gezühmty, abret. gueld-enes«insula indomita». RA. wilde Ehecnicht gesetzlich geschloßne Ehey. B. Hermes Soph. Reise 3, 34., vgl. Ladendorf. Früher dafür Unehe. Subst. Wilde, m.: primi- tiver Mensch(Adelung unterscheidet Wilde, Barharen, gesittete Menschen, 1716 b. Ludwig die wilden inAmerica); Student, der keiner Verbin- dung angehört(1809 stud., vgl. Zfd W. 8, 103); keiner parlamentarischen Fraktion angehörig (1849, vgl. Ladendorf). 4L. wildern: wild

werden. Fast nur noch in verwildern. Md. vorwil- dirn. Wildling, m.(-s, Pl.-e): noch nicht ver- edelter Baum(1786 b. Adelung, nach ihm auch dial. Wildfang genannt, noch els.-schweiz., vgl. Zfd W. 11, 243); noch nicht gezähmtes Tier; un- eheliches Kind. Wildheit, f., 1664 bei Duez. Wildnis, f. wilde Gegend. Bei Opitz Ntr. Mhd. wiltnisse,-nis,-uüusse.-nus f. n. Wildzen, v.: wild werden. Bei Goethe 2, 89. Wohl aus zw³l- denzen(s. u. Wild). ZUS. Wildbad, n.: natür- liches warmes Quellenbad. Mhd. zwiltbat n. wildfrémd, adj.: ganz fremd. Im 17. Jh., vgl. Gombert 4, 15. Wildgraf, m., mhd. wiltgräve, gréve m.«Vorstand eines erst urbar zu machen- den Landstrichs». Wechselnd mit rögräve, s. Rauhgraf. Wildheuer, m.(-s, Pl. wie Sg.): der das Heu auf schwer zugünglichen Stellen mäht. Ein Schweizer Wort. Bei Schiller Tell 4, 3; b. Goethe 24, 369(Wanderjahre) erklärt. Von Wildheu n. Zgs. mit Wilde f. Wildnisꝰ, mhd. 2wτde f.

Wildschur, f.(Pl.-en): Wolfspelz. 1778 bei Hermes Soph. Reis. 4, 291. Umgebildet aus poln. zwilczuru f.«Wolfspelz»(zu poln. wilk m. «Wolfy).

Wilhelm, Mannesname. Mhd. Willehelm, -halm, ahd. Willahelm,-halm, ags. Wilhelm, anord. Vilnjalmr, zgs. aus Wille u. Helm. Entl. afrz. Villalme, woraus nfrz. Gaillaume. Das a in mhd.-ahd.-halm beruht wohl auf frz. Einfluß. Davon Wilhelmine, Frauenname.

Wil(l)ibald, Mannesname. Ahd. Willihald, zgs. aus Wille u. bald«kühnꝰ, s. bald.

will: erwünscht, angenehm. In der Verbin- dung ꝛ⁰. u. οhl, pei Joh. G. Müller in Musäus Straußfedern 3, 5. Aus mecklenb.-pomm. 2⁰! d. l erwünscht u. wohlgefällig, friedlich, auch bei Reuter. Wohl gleich Wille.

Willeléi, f.(Pl.- n): kraftloses Wollen. Verdeutschung von Velleität. Bei v. Raumer Geschichte der Pädagogik(1847 ff.) 3, 1, 232.

Wille, öst. auch Willen, m.(-ns): Selbst- bestimmung; Selbstbestimmungsvermögen. Mhd. awille m.(Gen. w¹llen), ahd. w¹llo m.; dazu asächs. willio m., ndl. zwil, afrs.-ags. willa m., engl. will, anord. vili m., schwed. vilja, dͤn. vilje, got. wilja m.«Willey. Verw. mit abg. volja f. «Wille». Zu wollen. Der neue Gen. Willens statt mhd. willen bereits 1497 bei Janssen Frankf. Reichscorr. 2, 622 in der RA. willens sein«bereit seiw. 4B L. willen, v., s. gezwillt. willig, adjj.: guten Willen, Gehorsam zeigend. Mhd. zwillec, ahd. asüchs. wllig, afrs. willich; davon willi- gen, v., nur in in etiv. willigen«zustimmem u.