Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1261-1262
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1261 wiegen

wieten 1262

Mhd. wiege neben wige f., ahd.(selt.) wiga f., gew. aga f., mhd. wage f.(u. noch 1540 bei Al- berus dict. e 22 Wag). 1469 im mrhein. voc. ex quo weige, wetterau. Wéije(mit éi= mhd. ze). Dazu mnd. 2 9e, nd. weige, mndl. wieghe f., ndl. wiegf. Zu bewegen. Die mhd. Form mit ieweist viell. auf eine reduplizierte Form ahd.*οωνga aus*2wiga, od. ist aus einem nicht hochd. Dia- lekt entl. 4L. wiegen, v.(Prät. wiegte, Part. geꝛvwiegt): in einer Wiege schaukeln; in schwan- kende Bewegung versetzen od. in solcher sein. Mhd. selt. wigen, gew. wagen(von wage s. o.) u. im Lautspiel aigen, wagen. ZUS. Wiegen- lied, m., spät im 19. Jh. aufgekommne, aber durchgedrungneVerdeutschung von Inkunabel. zwiegen, v.(Präs. wiege, Prät. w%-, Part. ge- wogen, Imp. wiege):(intr.) Gewicht haben, der Schwere nach an Gewicht haben;(tr.) auf oder an der Wage prüfen wie schwer. Neubildung nach der 2. 3. Sg. wiegst, wiegt von wügen(s. d.). 1540 bei Alberus dict. e 2 b ich wig, wieg, weg, er wigt, auch schon mhd. zuweilen wigen. Aber noch b. Duez u. Kramer nur ¹wiegen(zu Wiege), aber b. Fischart u. Logau awigen. Das Prät. ug pei Luther 2. Sam. 14, 26, während bei Alberus dict. e 2 b das Part. getiegen lautet. wiehern, v. wird von den Lauten gesagt, die die Pferde hervorbringen; dann auch wie-

herndes Gelãchter. Bei Luther Jer. 5,8; 50, 11

wiehern, im 15. Jh.*iern(1420), wehaern, 206- hern, weihirn(Diefenb. gl. 277); daneben ie- heln(a. a. O., noch 1664 bei Duez wiehelen), mhd. wihen(en). Daneben mit Ablaut mhd. wei(g)en, ahd.(h)weiön, weigõn, weihön, auch wéjön; dazu engl. whinng, mundartl. zwicher, altdän. hwine«wiehern». Es gehört zu ags. hHoinan, engl. ohine«winseln, jammernꝰ, anord. hvina, schwed. hwina, dän. hwine ckreischen». Viell. verw. mit air. cãinim«weine». Eig.«schreien».

Wiek, f.(Pl.-en): kleine Meeresbucht. Ndd. u. zwar 1582 2w(hor. belg. 7, 38²); dazu ndl. wil, ags. c f., engl. mundartl. zwick, wich, anord. vix f., schwed. vik, dän. vig« Bucht». Zu weichen, eig. das Weichen, der Zurückgang».

Wieke, s. Wieche.

Wielant, Name des halbgöttlichen Meisters aller Schmiede der deutschen Heldensage. Ahd. Wielant, ags. Weland, isl. Völundr, anord. Vo- lundr. Im zweiten Teil steckt wohl Hand, der erste ist nicht sicher erklärt, vgl. Zfd W. 12,131.

Wiemen, m.(*5, Pl. wie Sg.): über der Esse angebrachte Hölzer zum Räuchern von Fleisch usw.; Stäbe für die Hühner zum Schlafen. Bei Voß 2,63 u. bei Storm. Nordd., aber auch hess.

Nd. wime(n), wim m., mnd. Wm m.«Stangezum Räuchern»(Rein. Vos 201), 1477 clev. wyme in 1. Bed., 1598 b. Kilian 668 ieme, wimme«Ort zum Fleischräuchern», mndl. zimme f., ndl. Wieme f.«Räucherkammery. Wohl verw. mit lat. vimen n.«Rute zum Fechten, Flechtwerk» (oder daraus entl.?), nir. fiambh«Kettey, aind. véma n.«Webstuhl).

Wiepe, f.(Pl.-n): Strohwisch(1811 b. Cam- pe, nd.); Hagebutte(1786 b. Adelung, Campe); (mundartl. auch) Scharpie(in dieser Bed. wohl für Wieke eingetreten). Die hochd. Form ist Weife, noch schweiz. W⁵e f.«Warnungszeichen in einem See vor Felsengrund oder Untiefe?, md. Wν†e«Markzeichen von Grundstücken?, im 15. Jh. weifen, ahd. in der lex Bajuv. 9, 12 eiffa & Merkzeichen». Vgl. Schade Ahd. WB. 2,1148. Dazu got. ⁰pja f.«Kranz, Krone», weipan«be- kränzen». Vgl. weifen. Grdbed. ist«flechten.

wierig, s. langawierig.

Wies(e)baum, m.: dicke Stange über dem Heuwagen, Heubaum. Im 15. Jh. w¹νs(en)boum m., kaum«Baum für das Heimbringen des Er- trags der Wiesey. Mnd. zese-, εsbom m. Er- klärungsversuch Idg. Forsch. 18, 495.

Wiese, f.(Pl.-n): Grasland. Mhd. wise f., ahd. isa f.; dazu glbd. mnd. z¹sch(c) f., nd. Wischef.(aus*iskc) u. mit Ablaut afrs. wãse f., ags. e f.«Schmutz, Schlammy, anord. veisa f. Tümpel, Teich». Die Bedeutungsentwicklung ähnlich wie bei Aue. Weitre Anknüpfung ist unsicher. ZUS. Wieswachs, m.: Heugewinn, b. Goethe 34, 1, 353 Wiesezwachs, mnd. senahs.

Wiesel, n.(*, Pl. wie Sg.): kleines schlankes dem Federvieh nachstellendes Säugetier. Mhd. Wisel(e) f., ahd. wisala, wisula, wisila f.; dazu mnd. wesele, mndl.-ndl. ⁰ezel f., ags. wesle, 2eo- sule f., engl. ⁰easel, anord. visla, schwed. vessla, dan. vãsel«Wiesely. Herkunft unsicher. Nach Bezz. Btr. 27, 207 u. Zfd W. 5,252 zu abg. veseli cfröhlich, munterv. Viell. gehört es zu aiseln asich schnell bewegen', obgleich hier der Vokal Schwierigkeiten macht. Vgl. auch afrz. voεson m. Iltisy, das angeblich zu lat. vissio f. Ge- stank» gehört. Das Geschlecht schwankt im Nhd. 1664 bei Duez, bei Hagedorn 0d. 25 F., bei Rollenhagen Froschm. 3, 1, 2, 16 M., 1678 bei Kramer u. 1786 b. Adelung Ntr. u. 1575 im Garg. 159 wisele n.

wieten, v.: Unkraut gäten. 1771 im Brem. Wb. weden. Mnd. eden, weiden, asächs. wiodon cjäten»; dazu ndl. wieden, ags. εdian, engl. weed. Von asächs. 2οο⁴ n., ags. 2660 n. f., engl. Wweedl«Unkraut⸗. Herkunft dunkel.