Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1257-1258
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1257 Widersee

Wiebel 1258

Als Verdeutschung von Refleæ(des Lichts) bei Wieland Idris 2, 87. Widersee, f.: Brandung. widersétzen, v. refl. Widerstand leisten. Mhd. glbd. Sih widersetzen, aber auch sich setzen wider; aber ahd. widersezen dagegen setzen, ersetzen, erstatten»; davon widersétzlich, adj., 1716 bei Ludwig. Mhd. widerschze. Davon weiter Widersétzlichkeit, f., 1618 Act. Publ. Sil. 240; Widersétzung, f., 1470 widerseczunge das Wiederhinsetzen». Widersinn, m.(-es): gegen den gesunden Menschenverstand Ver- stoßendes. 1466 idersinm.«entgegengesetzter Sinn'(einer Stelle); davon widersinnig, adj., 1678 bei Kramer; aber 1642 bei Duez«wider Willew. Bei Wieland Aur. u. Ceph. 396 ein Adv. ꝛwidersinnisch, schon im 16. Jh., vgl. Gom- bert 4, 11. widerspenstig, adj. entgegenstre- bend, sich entgegensetzend. Bei Luther öfter; W. 6, 59 widderspenstig, bei Diefenb. gl. 468² zwiderspenstic. Dafür bei Steinhöwel Esop 53, H. Sachs Fastn. 63, 348 widerspenig, mhd. wider- spœne(c), spene, spen(n)ic. Zu mhd. wider- spän m. Streit, Streitigkeit, Zank(zu 1Span). Davon Widerspenstigkeit, f., in der Zimm. Chron. ² 2, 616, 36 widerspensigkait f. Wider- spiel, n.: entschiednes Gegenteil. Spätmhd. widerspiln. widerspréchen, v.: in entgegen- gesetzter Meinung sprechen. Mhd.-md. wider- sprechen«wogegen sprechen, in Abrede stellen, leugnen, verneinen, sich lossagen, verleugnen, sich wogegen erklären, ausschlagen, verschmä- hen», ahd. zidarsprechan widersprechen». Widerspruch, m.(-s, Pl.-Sprüche): das Wi- dersprechen; ein Verhältnis, daß eins vom an- dern der Gegensatz ist u. so eins das andre auf- hebt. Spätmhd. zwiderspruch m., auch«Wider- rufy. Zu widersprechen. Widerstand, m. (Aels, Pl.-stände): beharrendes auf- u. abhalten- des Entgegensein. Mhd. widerstant m. wider- stéhen, v.: entgegensein; Widerwillen emp- finden gegen(vgl. Schiller K. u. L. 5, 7 ewiges Einerlei widersteht, Goethe Faust 2337 mir widersteht das tolle Zauberwesen). Mhd. wider- stün«wogegen sein, auf- u. abhaltend entgegen sein, zuwider, widerlich seiny, ahd. widarstén auf- u. abhaltend entgegen seiw. widerstré- ben, v.: entgegenwirken, aufhaltend entgegen- wirken. Mhd. widerstreben. widerstréiten, v.: im Widerspruch stehen. Mhd. widerstriten sstreiten gegen, sich widersetzen». Widerton, m.(-els, Pl.-e), Name verschiedner Pflanzen, bes. des Haarmooses polytrichum commune, aber auch des Sonnentaus, drosera rotundifolia, der roten Mauerraute od. des Streiffarns asple-

nium trichomanes u. andrer. Im 16. Jh. Wid- (dherthon, im 15. Jh. u. auch noch im 16. Jh. widertan, 1482 im voc. theut. oo 4 b zwiedertat, Wwiedertan oder fraaonhar, capillus Veneris, mhd. Wwidertan, wedertan, widertat(Lfd W. 3, 302), im 13. Jh. wedertam(Sumerl. 55,43). Umgedeutet im 15. Jh. zu widertot(Diefenb. gl. 97²), im 16. Jh. Wid(d)ertod, gleichsam«Kraut gegen den Tod». Herkunft dunkel, da wohl volksety- mologische Umgestaltungen vorliegen. wider- wärtig, adj. entgegengesetzt(noch b. Adelung vom Winde u. bei Wieland); zuwider seiend; der Empfindung zuwider seiend. Mhd. wider- wartec, werltec«entgegengesetzt, feindselig, unangenehm, zuwider seiends, ahd. widerwartig «entgegengesetzt, feindlich, leicht umgewandt, d. h. listige; dazu and. witharwerdig«widersetz- lich». Von ahd. wνdarewart, awert, mhd. wider- wart, aert«entgegengesetzt, feindlich, zwie- trächtigo, 2gs. mit aider u. wart(s. würts). Da- von Widerwärtigkeit, f.(Pl.-en): unange- nehmes Ereignis. Mhd. widerzwerticheit,-ar- ticheit f. Widerwille(n), m.(*ns): aus unan- genehmer Empfindung hervorgehender ab- haltender Wille. 1561 bei Maaler Widerwillen, 1494 bei Seb. Brant Narr. 112, 36 wider'will. Spätmhd. wεderwille m.«Auflehnung»(so auch noch im 16. Jh., vgl. Diefenb.-Wülcker). Davon widerwillig, adj.: widerstrebend. 1541 bei Frisius 489 b u. bei Diefenb. gl. 148². widmen, v.: ausschließlich wofür bestim- men; als Gabe zueignen. Mhd. wdemen estiften, ausstatten, dotieren?, ahd. widimjan ausstat- tem». Von ahd. widamo m., s. Wittum. 4.B3L. Widmung, f., spätmhd. widemunge f. Aus- stattung, Dotierung.[s. wwider. Widmut, f. Pfarrgut. S. Wittum. widrig, wie, adv.: in welcher, auf welche Weise. Direkt od. indirektfragend od. einen Ausruf her- vorhebend(Wie hunderttausendmal/ Goethel, 79); als Konj. vergleichend od. erklärend od. Gleichzeitigkeit anzeigend(letztres gleich als, sobald, volkstümlich, auch bei Wieland Abde- riten 1, 10 das ich... gehört habe, wie ich noch ein cleines Mädchen war). Mhd. wie, ahd.(h)zwio; dazu got. waita«wiey?, während die übrigen Dialekte andre Formen von dem gleichensStamm haben. Got. waiwwa ist eine Kasusform von dem in gr. rotoc«wie beschaffen vorliegenden Pro- nomen, 2gs. aus ο welch» u.*ν6 Gang, Arb, aind. dur-ëpa-cübelgeartet, bösartigs(eva- eig. Gangy), vgl. Idg. Forsch. 24, 71. Wiebel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Käfer, Korn- käfer curculio granarius; regsames(zappliges)