Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1255-1256
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1255 Widem

Widerschlag 1256

Lammy. Wohl zu idg.*2etos n. Jahr,(gr. Eroc n. Jahr»), lat. vetus«alt», eig.«Jährlingy. Vgl. die ähnlichen Abl. lat. vitalns m.«Kalby, gr. érov, éroXov n.«Jährlingy, aind. vatsds m. Jährling, Kalb, Rind', alb. uſeta«Kalby.

Widem, n.(-v, Pl.-e), tirol. Widaum: Pfarr- gut, s. Wittum.

wider, 1. Präp. mit Akk., früher auch mit Dat.(noch bei Goethe Gerwand, das wider dem Leihe ruht): gegenüber, in der Richtung zu, in der Richtung auf, bis zur Berührung an, feindlich bis an, feindlich hin auf. 2. Adv. in untrennbaren Zss.: gegen. Mhd. zwider, als Präp. mit Akk. u. Dat., auch mit Gen., als Adv. auch widere, ahd. widar, als Adv. auch wiclari; dazu asächs. widkar als Präp. mit Dat. u. Akk. auch Wwich als Adv. nur in Zss., and. zwεhar, adv.«wieder, zur üok, gegen», ndl. weder, weer, afrs. withir, Wwither, wether, auch with(e), Präp. mit Akk., ags. wWicler, Präp. mit Akk. u. in Zss., auch wid, (engl. with«mit»), anord. vi⁴d τ) Präp. mit Dat. u. Akk., schwed. vid, dän. ved, got. wipra Präp. mit Akk. cgegen, gegenübery- Verw. mit aind. vitarãm eweftery, aw. vtaram«seitwärtsy, ve- tara- der weitre, spätrey, wohl auch mit lat. vitricus Stiefvatery, eig. eine Komparativ- bildung zu idg.* αᷣ weiꝰ, das in lat. viginti steckt». In Zss. mit Verben tragen diese meist den Ton, in Zss. mit Nomina wird dagegen wider betont. Das Adv. ³eder ist dasselbe Wort. Die Schreibung wleder findet sich zwar schon 1263 niederrhein.(S. Höfer Urk. S. 16 f.), dringt aber erst im 17. Jh. durch. Schottel 1641 in seiner Sprachkunst S. 484 schreibt wider u. wieder, 1678 Kramer erklärt wieder für besser. 4 L. widerlich, adj.: ein Gefühl des Abscheus er- weckend. 1691 bei Stieler wiederlich, 1644 bei Duez und nach Gombert 4 1588 bei Ringwald Getr. Eck. S1² ,widerlich. widern, v.: ein Ge- fühl des Abscheus erwecken, bes. in anzwidern. Mit Akk., früher mit Dat. der Pers., Hiob 6, 7, Schiller Wall. Tod 4,9. Mhd. widere(n)«entgegen- treten, sich sträuben zu tun, abwenden, hindern, zurückweisen, verschmähen, vergelten, rächen (Jeroschin 16862), spätmhd. auch wie nhd., ahd. widaron«entgegensein, entgegentreten, sich sträuben gegen, abwenden, zurückweisen, ver- schmähen». widrig, adj.: zuwiderseiend. 1537 bei Dasypodius 458; 77*; 110 2 2ε⁴derig; da- von Widrigkeit, f., 1664 b. Duez, u. widri- genfalls, eine genitivische Verbindung. ZVUS. widerbéllen, v.: sich laut widersetzen. Mhd. Wwidderbellen, ahd. widerbellan. widerbélfern, v.: widerbellen. Bei Luther. widerborstig,

adj.: widerhaarig. Bei H. Sachs Fab. 36, 12. Widerchrist, m.(-es u.-en, Pl.-eſn): Feind u. Widersacher des Christentums. Bei Luther 1. Joh. 2, 22 u. 18 mit dem Pl. Widerchristen.

Ubersetzung des gr.-lat. antichristus, gr. ãvri- xpicroc m. cder gegen Christus isty. wider-

fhren, v.: begegnen, zuteil werden. Mhd.- md. widervarn«begegnen, feindlich entgegen- treten», ahd. widarfaran æsich widersetzen?. widerhaarig, adj.: rauh;(übertr.) widerstre- bend, bei G. Keller 6, 317. Widerhaken, m:: zurückgekrümmter Haken. Mhd. zwiderhäke m., auch«Widerstand». Widerhall, m.(-s): Echo. Spätmhd. widerhal m.; davon wider- hallen, v., bei Diefenb. gl. 494c. Widerlage, f., auch Widerlager, n.: Mauer, Pfeiler usw. gegen den Druck eines Gewölbes, Bogens u. dgl. Md. widerläge f.«Hinderung, Widerstand. widerlégen, v.: die Ansichtusw. eines andern als unhaltbar od. unrichtig erweisen. 1561 bei Maaler. Mhd. widerlégen«wieder gut machen, vergelten usw.); davon Widerlégung, f., 1642 b. Duez. Widerpart, m.(-Lels, Pl.-e): Gegner in einem Rechtsstreit. Bei Schiller Tell 2, 2, auch bei Adelung. Mhd. widerpart e) m. Geg- ner», urspr. mhd. F.«Gegenpartei, Feindselig- keit, Widerwärtigkeity(1541 bei Frisius 290 b Wwiderpart«iversa parso, 1561 b. Maaler Wicler- part f.«Widersacher?). Zgs. mit Part(s. d.). Jetzt hauptsächlich in der RA. Widerpart halten. widerräten, v., mhd. Wwiderrãten. Widerrede, f.(Pl.-n): Rede zur Entgegnung, Widerspruch; Rede entgegengesetzter Ansicht. Mhd. widerrede f.«Gegenrede, Widerspruch,

Widerlegung, Einrede, Antwort, Antwort des Beklagtenp. Widerrist, m.(es, Pl.-e): Er- höhung hinten am Hals des Pferdes u. andrer Säugetiere. 1786 bei Adelung. Zgs. mit Rist, das auch allein schon diese Bed. hat. Wider- ruf, m.(-S, Pl.-e): Erklärung der Zurück- nahme einer Aussage od. Behauptung. Mhd. Wwiderrruof(t) m.«Gegenrufen, Widerspruch, Weigerungy. widerrüfen, v., mhd. wider- ruofen,-rüefen«zurücknehmen, zurückrufen?. Zgs. mit rufen. Widersacher, m.(-s, Pl. wie Sg.): Gegner, auch in einem Rechtsstreit. Oft bei Luther. Zuerst im 15. Jh., wo auch widersecher m. Eingetreten für mhd. Wider- sache m., ahd.(b. Notker) widersacho, bei Tatian

geginsacho m.; dazu asächs. wιdarsaco m. Böse-

wichts, ags. wWidersaca m.«Gegners. Zu Sache. Ein einfaches ahd.*saς, got. Saka wird durch das entl. serb. Sox m.«Ausfindery vorausgesetzt. Widerschlag, m.: Gegenschlag; Rückprall.