Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1253-1254
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1253 wetzen

Widder 1254

Wedereiba, dann Wettereiba, md. Wederowe. Zgs. aus Wetter, dem Namen eines Flusses, ahd. Wetteraha u. Au.

wetzen, v.: scharf u. schneidend machen; in die Steine hauen, um herauszufordern(stud., 1673 bei Weise Erzn. 157). Mhd. wetzen, ahd. haazan,(h)wez(z)an(Prät. waata, Part. giwez- zit)«schärfen»; dazu mnd.-ndl. etten, ags. hwettan«schärfen, anreizen», engl. whet, anord. hwetja«scharf machen, ältdäün. hbädie, got. galvatjan c«anreizen, verlocken». Abgeleitet von ahd. haz«scharf», asächs. ménhoat«geübt im Verbrechen», ags. hacœt«scharf, kühn», anord. vvatr«kühn», woneben mit t-Abl. got. assaba adv.«scharf, strengy, anord. huass, ags. heocxss, ahd.(hoas«scharf, got. Wassei f.«Strenge», and. hessi f. Dazu wohl mit Ablaut got.(a)- wötjan«drohen». Verw. mit aind. Cοdati, Gõdä- jati ctreibt an, npers. Cust cflink, tätig, passend». Auch gr. xõddzev«schmähen'», abg. xeati«wer- fen» hat man verglichen. ZUS. Wetzstein, m., mhd. aetz(e)stein, ahd. wez(z)istein m.

Whisky, m.(-s, Pl.-s u. Whiskies): Art Branntwein. Aus glbd. engl.(isν u. dies aus ir. uisce, eig.«Wassers,s. unter Wasser. 1834 bei Petri.

Whist, n.(*s): Kartenspiel. Aus engl. 0hist. eig. still»!

wibbeln, s. wiebeln.

Wichs, m.(-es): Gala der Studenten. 1781 bei Kindleben als stud. Von ichsen.

Wichse, f.(Pl.-n): Wachsschmiere, über- haupt Flüssiges zum Bestreichen, um Wachs- glanz zu geben(spät im 18. Jh.); Prügel(1776 bei Hermes Soph. R. 1, 369). Von wichsen, v.:(eig.) mit Wachs bestreichen; Wachsglanz geben; in Kleidung aufputzen; flott an Speise u. Trank auftragen lassen(bes. in aufiwichsen, bei Adelung); prügeln(1776 bei Hermes Soph. R. 2, 483, 1781 bei Kindleben, 1786 b. Adelung; Bedeutungsentwicklung wie bei schmieren). Mit md. ¹ statt e, denn 1711 bei Rädlein, 1691 bei Stieler wesen, aber 1706 b. Wilhelmi 328 b wãchsen u. 339 b wichsen, ebenso beides 1713 b. Dentzler 3502, 1716 b. Ludwig von wichsen auf wächsen verwiesen, aber 1715 bei Weismann bloß wichsen. Schon spätmhd. wihsen, ahd. wahsen, gewehsen«mit Wachs überziehen.

Wicht, m.(-els, Pl.-e): elender, verächt- licher Mensch in Tun u. Verhalten. Am Nieder- rhein Ntr.«kleines Kind, kleines Waisenkind, nordwestd.«Mädchen», vgl. Gombert 4, 10. Mhd. wiht m. n. Geschöpf, Wesen, Ding, Teufel, geringfügiger, elender Mensch, Mensch, Zwergo,

ahd. wiht m. n.«Geschöpf, Wesen, ein Etwas⸗;

dazu wint cetwas», im Pl. Dämonen', ndl. wiht n.«Kindꝰ, ags. wiht, wght, wuht n. f.«Geschöpf, Wesen, Gebilde, ein Etwas», engl. wight und Wwhit, anord. vottr, voεtt)r f., vitr n.«lebendes Wesen, übermenschliches Wesen, Dings,schwed. vät te), dän. vette, vätte«Art Erdgeist», got. Wwaihts f.«Sachen, vgl. nicht, das mit Wicht z9s. ist. Verw. mit abg. vesti f.«-Ding, Saches. Nach KZ. 35, 597 zur idg. Wz. wekw asagen, eig. Worts. Lur Bed. vgl. afrz. males choses«bõse Geister», lat. bonde res«gute Geistery. ZUS. mit dem Dim. Wichtel: Wichtelmann, m., Dim. Wich- telmännchen, n.: zwergartiger Geist. In der Zimm. Chron. 4, 131, 7. Mhd. ihtel in) n. Wichtelzopf, m., s. Weichselzopf.

wichtig, adj.:(eig.) das erforderliche Ge- wicht habend(noch in ge-, vollawichtig, b. Ade- lung wichtige Dulcaten); auf etwas ankommend (1642 b. Duez wichtige Sach). 1429 im lib. ord. rer. 19 d awihtig cponderosuss, mhd. wihfec cnach dem Pfunde verkäüuflichv. Zu ²Geroicht. 4BL. Wichtigkeit, f., 1642 b. Duez«ponderositass. 2US. Wichtigtuer, m., im 19. Jh.

Wicke, f.(Pl.-n): die Futterhülsenfrucht vicia Mhd. wicke f., ahd. wcc(h)a f.; mit ndl. Wwix(ke) f. früh entl. aus lat. vicia f. UÜber die RA. in die Wicken gehen vgl. Zfhd M. 3, 211.

Wickel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Flachs oder Wolle um den Rockenstock zum Abspinnen; etwas Zusammengerolltes; Wickelband(mund- artl. auch F., s. u.); Ding, auf das etw. gewickelt wird(Haar- Lockenwickel). Mhd. Wckel(in) n., ahd. wic(c)hili, wichel n., auch wicc)hel'n n. Elachs- od. Wollflausch zum Abspinnen». Von Wieche(s. d.), Wicke. Die RA. beim W. kriegen meint wohl«beim Haarschopf». 1851 bei Fon- tane Briefe an seine Freunde 1,26. 4 L. wik- keln, v.: umwinden; mhd. wWickeln in md. be- wickeln«einwickeln» Elisabeth 7549, im 15. Jh. noch mwichlön(Mone Anz. 6, 349, 92. Von diesem stammt noch nhd. Wickel f. RA. schief geuwickelt sein«falscher Meinung sein». ZUS. teils mit Wickel, teils mit wickeln: Wickel- band, n., bei Diefenb. gl. 226 b. Wickelkind, n.: kleines, noch gewickeltes Kind. 1716 b. Lud- wig. Wickelmutter, f. Hebamme. Mundartl. Wickelschnur, f., b. Diefenb. gl. 226 b, 299a.

Widder, m.(s, Pl. wie Sg.): Schafbock. 1537 bei Dasypodius Widder, bei Luther z. B. 1. Mos. 22, 13 Wider. Mhd. wider, ahd. widar m.; dazu and. wethar m.«ariess, ndl. weder, weer m. Hammel, Schaf bock», ags. WWeder m. Schaf- bock», engl. wether, anord. vedr m., schwed. vädur, dän. päder«Widder», got. wi˙rus m.

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