Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1251-1252
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1251 Wette

Wetterau 1252

wette, eig. ein Subst.= Wette(s. d.). 2US. wett- machen, v.: ausgleichen. 1634 bei S. Bürster 87 wedt machen. Mhd. einen eines dinges wette kuon jem. in etwas Genüge leisten. Wette, f.(Pl.-n): Vertrag auf gut Glück

mit gegenseitiger Pfandsetzung. Mhd. wet(t)e, Wwet n., md. auch f., auch«Abbezahlung einer Schuld, gerichtliche Buße, dem Richter zu zah- lende Gebühr», ahd. et(t) n.«Pfandvertrag, Pfand); dazu and. weddi n.-Pfand, Bezahlungy, ndl. wedde f., afrs. wed n.«Vertrag, Bürgschaft, Sicherheits, ags. wedd n.«Pfand, Vertrago, anord. ved n.«Pfand, anvertrautes Gut, got. wadi n. Handgeld, Pfando. Verw. mit lat. vas(Gen. vadis)m. Bürges, vadimonium n. Bürgschafts- leistungs, lit. vadäoti«ein Pfand einlöseny. Vgl. Walde. Entl. frz. gage, s. Gage. Die urspr. Bed. ist wohl«binden», daher zu got. gawwidan, nhd. wetten. Die Wa. ist weit verzweigt. Die KZ. 37, 405 genannten Bedd. lassen sich wohl alle vereinigen; vgl. noch Idg. Forsch. 16, 177. Um die W. ceifrigy. Bei Luther Weish. Sal. 15, 9. Dafür früher auch in die W., noch öfter im 18. Jh. Selten zur Iy., mhd. zewette«im Wett- streit». 4BL. wetten, v., mhd. wetten«durch Pfand sichern, als Pfand geben, auf gut Glück Pfand gegen Pfand setzen, als Strafe od. Ge- bühr leisten»; dazu mnd.ndl. aedden, afrs. weddia«einen Vertrag eingehen, wetten, Straf- geld zahlen, als Pfand nehmenꝰ, ags. wWeddian «Vertrag machen, versprechen, verheiraten?, engl. zed cheiraten?, anord. vedja aufs Spiel setzen, wetten, ans höhere Gericht appellieren», schwed. väcja«appellieren, dän. vedde«wet- ten?, got. gawadjon«verloben. Wettung, f.: Bindung(im Holzbau), vgl. Idg. Forsch. 16, 177. ZUS. Wettbewerb, m., neuere Verdeutschung von Konkurrenz, in den 80 er Jahren d. 19. Jhs. Wetteifer, m., bei Wieland Mus. XIX; dazu wetteifern, v., b. Wieland Idris 120. Wett- lauf, m., 1691 bei Stieler; wohl erst von wett- laufen, v., bei Fischart glückh. Schiff 680. Wettrennen, v.: das Laufen(der Pferde) um die Wette. 1691 b. Stieler wettrennenv. Wett- streit, m., 1691 bei Stieler.

¹ Wetter, n.(-S, Pl. wie Sg.): gabelförmiges Verbindungsholzam Wagen od. am Pflug. Nach Adelung obsächs.; bayr. Wettern m., schwäb. F. Ahd. wetero«padiligay». Zu wetten cbinden», s. unter Wette.

²Wetter, n.(-s, Pl. wie Sg.): Beschaffenheit des Dunstkreises; böses Wetter, Donnerwetter; (bergm.) Grubenluft. Mhd. wet(t)er, md. auch ꝛbeder n., ahd. azetar n., in den beiden ersten

Bedd.; dazu asächs. ecedar, ndl. weder, weer, afrs. ags. weder, engl. weather, anord. vedy n. Wind, Luft, Witterungy, schwed. väder, dän. veir. Entweder verw. mit abg. vedri c«heiter, klruss. vedro n. cheitres Wetter», dazu lit. ãvra f.«Sturm, Tosen, Fluty oder mit abg. veträ m. Luft, Windé, lit. vétra f.«Sturm, Unwetter?. Heyne vergleicht ansprechend aind. vãdhatram n.«Mordwaffe, Geschoß», wozu noch vãdhar n. Geschoß, bes. Indras», also«der Blitzstrahl). Eine Abl. ist Gezwitter. Vgl. noch Idg. Forsch. 18,436. 4 L. wettern, v.: donnern u. blitzen (bei Luther 5, 472 Jen. donnern u. wettern); fiu- chen(eig. ein Wetter[den Blitzstrahl] auf jem. herabwünschen). ZUS. Wetterfahne, f.: Windfahne. 1691 bei Stieler Wetterfänlein. Wetterglas, n., Verdeutschung von Baro- meter. 1716 b. Ludwig«Thermo- u. Barometer», engl. weatherglas. Wetterhahn, m.: Hahn als Windfahne. 1482 im voc. theut. oo 12 eter- han, mhd. weterhan m.«Windfahne», im 12. Jh. weterhano m. Das Bild des Hahnes wurde oft auf hohen Gebäuden angebracht, weil er das Wetter ankündigensoll. Wetterhäus-chen, n., eine Art Feuchtigkeitsmesser(Hygrometer), 1786 bei Adelung. Wetterhexe, f.(Pl.-n): durchtriebnes, geschicktesFrauenzimmer. Ofter b. G. Keller. Zgs. mit Wetter«Verwünschungy. wetterlaunisch, adj.: mißgestimmt, eig. durch das Wetter bestimmt. 1669 im Simpl. 240, 1692 bei Canitz 120, Lessing 7, 328 u. bei Adelung wetterläunisch, 1711 bei Rädlein auch wetterläunig, bei Fischart Barf. Secten u. Kut- tenstreit 86 wetterleinig. W9etterleucht, m.: Blitz(noch bei Schiller). Hervorgegangen aus Wetterleich m., noch schweiz.«Blitz, Wetter- leuchten', 1541 b. Frisius 385 etterleych, aber 1579 bei Golius onom. 237 wetterleücht, md. wetterlech(e), liche m.«Blitzv». Zgs. mit* Wet- ter«Blitz» u. leich«Tanz, Spiel», s. Leich u. Laich, eig. also«Wetterspiel»; davon wetter- leuchten, v.: blitzen, ohne daß es donnert. 1664 bei Duez u. 1579 bei Golius 24, 1517 bei Trochus B 4 wetterlucthen. Ebenfalls umge- staltet aus wetterleichen, 1541 bei Frisius 385 Wwetterleychen, früher bei Diefenb. gloss. 250° wetterlaichen, b. Megenberg weterlechen,-lichen. Wettermacherin, f.: bei Kirchhof Wendun- 1ut 1, 366, vgl. Gombert 4,10. Wetterscheide, f.: Gegend, wo sich das Wetter ändert. 1786 bei Adelung. wetterwendisch, adj.: von der Witterung abhängig, unbeständig, bei Luther Matth. 13, 21.

Wetterau, f., Landschaft in Hessen. 736