Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1249-1250
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1249 Wesen

wett 1250

Wesen, n.(-J, Pl. wie Sg.): das Sein; das wirkliche Sein; etwas Seiendes; festes Besitz- tum; regsames Tun. Mhd. wesen n.«Anwesen- heit, Aufenthaltsort, Wohnort, Art zu sein». Der subst. Inf. wesen(s. Sein). Vgl. noch Btr. 19,524. ZUS. wesenlos, adj.: ohne Wirklich- keit. Im 18. Jh. Bei Schiller Erwart. 5 als Adv. Wesenheit, f.: wirkliches Dasein; wirklich Daseiendes. Nach Adelung obd. Mhd.(bei den Mystikern) wesen(t)heit f. Von dem Part. Präs. Wwesent zu wesen(s. sein). wesentlich, adj.: Wesen habend; wirklich; die das Sein bedingen- den Bestandteile, überhaupt die Hauptbestand- teile enthaltend; im Wesen des Dinges begrün- det. Mhd. esen(t)lich, auch aes(e)lich bei den Mystikern. Zgs. mit wesent(s. o.). Ahd. schon als Adv. wesantlihho«wesentlich). Davon We- sentlichkeit, f., 1482 im voc. theut. oo 1 ε senligkeit«essentia.

weshälb, adv.: warum. Bei Duez, Kramer weßhalben. Zgs. mit wes(s. d.) u. halb(s. d.).

Wesir, öst. auch Vezier, m.(-Lels, Pl.-e): Minister mohammedanischer Reiche, bes. des türkischen(Großwesör«Oberminister»). 1703 im Zeit.-Lex. Aus glbd. arab. waalr.

Wespe, f.(Pl.-n): das bekannte stechende Insekt vespa. 1469 im mrhein. voc. ex quo wespe, mhd.-md. espe, wefse, Webse, webze, Webste, ahd. wefsa f.; dazu and. waspa f., ags. σœeꝓs, ²σsε, Wœfs m. Nicht entl. aus, aber wohl be- einflußt durch lat. vespa. Verw. mit lat. vespa f. (aus*νοpsa), abret. guohi, apreuß. hse, abg. vosa f. Wohl von wehen(altes Part. Perf.*οοοον husjã?). Bayr. nochewebse, woneben deutlicher, an wweben angelehnt, Webes(e) f.

Wessen, s. er.

West, m.(-es, Pl.-e): der Westwind(1420 bei Diefenbach gl. 635 a); Himmelsgegend des Sonnenuntergangs(nur noch selt. u. in festen Verbindungen Ost u. Wesk). Ahd. nur in Z8s. Wwest-. Dafür in 2. Bed. Westen, m.(‧s), auch cnach Westen gelegner Teil der Erdey. Mhd. Wwesten, ahd. westan n. Urspr. gab es nur Adv., u. zwar mhd. westen«von Westen her, im We- steny, ahd. estan(a), asächs. westan e), afrs. westa«von Westen her», ags.-anord. westan (die noch in unsern aus, von, gegen Westen vor- liegen) und wester: nach Westen, im Westen. Mhd. seltner wester, ahd. westar, asächs. estar, ndl.-afrs. wester(ags. est), anord. vestr. Vgl. Zfd W. 7, 61 ff.; 8, 333. Verw. mit gr. écrepoc m., écnépo f.«Abend», lat. vesper m. Abendh, kymr. ucher, air. fescor«Abendo, abg. vederld m., lit. vãkaras m., arm. giser«Abend», doch er-

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

streckt sich die Verwandtschaft nur auf den ersten Teil we-, während die Erklärung der ver- schiednen zweiten Teile noch nicht geglückt ist. Viell. gehört dieses we- zu aind. να‿ ab, herab», lat. au«forty. aest könnte z. T. aind. avãstãd unten» entsprechen. Vgl. Walde. 4 L. west- lich, adj., 1507 bei Diefenb. gl. 391. Z08. 1. mit West: Westfale, m.(n, Pl.-n/): Einwoh- ner des Landes nördlich von Hessen u. dem Westerwalde. Mhd. Westevül m., ahd. West- falaho, auch Westfãl o) m., Gegensatz ahd. Ost- falaho, zgs. mit d. Volksnamen Falaho. Davon Westfälen, n., Name des Landes, eig. Dat. Pl. des Volksnamens, ahd.(2zi) Westfälun cbei den Westfalen⸗ und westfälisch, adj., im 15. Jh. Westgote, m., falsche Etymologie (schon bei Jordanes) des alten Namens Vese-, Wisegothi. Vgl. Zfd W. 8, 334. Westindien, Mittelamerika, früher auch Amerika, weil man in Amerika das westwärts zur See gesuchte asiatische Indien gefunden zu haben meinte. westwärts, adv., 1691 b. Stieler. Westwind, m., b. Diefenbach gl. 2282. Mhd. dafür westen-, zbesterwint m. 2. mit Wester: jetzt nur noch in Ortlichkeitsbezeichnungen wie Westerwald, m., mhd. Westerwalt m.; Westrich, n., Name eines Teils der bayrischen Rheinpfalz, urspr. Westerreich, ahd. Westerrichen. das westliche Reichsland», urspr. der zwischen Rhein, Maas und Schelde gelegne Teil vom Reich Karls des Großenim Gegensatz zum Ostreich(Osterreich). Weste, f.(Pl.-n): anschließende ärmellose Brustbekleidung über dem Hemde, zunächst für Männer. 1706 bei Ludwig 760 à weste f. u. 1716 zeste od. veste«camisol od. Unterkleid. Aus glbd. frz. veste f.(Von lat. vestis f.«Kleid). Westen, westen usw., s. West. Westerhemd, n.: Taufhemd;(schwäb.) das erste Hemd, das die Taufpatin dem Paten- kind verehrt. Mhd. westerhemde n.«Taufkleid, hemd. Zgs. mit mhd. zwester f.«Taufkleid (noch bayr.). Daneben mhd. weste(r)barn n. m. Kind im Taufkleido(barn«Kind»), ahd. asti-, westibarn. Wohl zu got. wasti f.«Kleid, verw. mit lat. vestis f., arm. 2gest«Kleid zu gr. Evvu ziehe any, aind. vasté«kleidet sichy. Wester- könnte aind. västram n.«Gewand, Kleidꝰ, aw. vastrom n., gr. Fécrpo f.«Kleidy auch in der Stammbildung entsprechen. Westerreich, Westerwald, Westfale, Westindien, westlich usw., s. West. weswégen, 1664 b. Duez 2eßeoegen, s. wer. wett, adv.;: durch Gegenleistung ausgegli- chen. Meist in festen Verbindungen. Mhd. 79