1247 Wergeld
Wes 1248
Wergeld, n.: Geldbuße für Mord od. Tot- schlag. Mhd. wergelt n., ahd. wer(i)gelt; dazu afrs. wergeld,-ield n., ags. wer(e)gild n., dafür anord. manngjöld. Zgs. mit dem noch in Welt u. Wer- Wwolf steckenden wer«Mann), ahd.-asächs.-afrs.- ags. wer«Mannꝰ, anord. verr«(Ehe)manno, got. wair m. Verw. mit aind. virãs, aw. virò m.«xHeld), lit. viras«Manno, lat. vir, air. fer, kymr. geoyr.
Werk, n.(-els, Pl.-): Tätigkeit, Tun, Handeln, Arbeit(im Werke sein, ins WV. setzen); durch Tun Entstandnes; durch Tätigkeit Er- langtes(Peluwerk, Grauwerk); Anstalt zur Ver- richtung von Tätigkeiten; lautes Wesen, Auf- heben worüber(viel Werks von etzwas machen, jetzt veraltet). Mhd. werc(Gen.-Kes) n., werch, ober- u. mrhein. auch zwerg, ahd. werah, werh, Werke; dazu asächs.-ndl.-afrs.-anord.-schwed.- dän. Werk n., ags. weorc n., engl. work. Verw. mit gr. épfov«Werk», arm. gorc. Vgl. wirken. ZUS. Werkführer, m.: die Arbeit der Gesel- len Leitender. werkheilig, adj.: gute Werke um des Scheins der Frömmigkeit verrichtend. Bei Luthers, 20 W. Werkmeister, m.: Werk- führer;(obd.) Mauermeister. Mhd. wercmeister m.«Schöpfer, Baumeister, Maschinenmeister, Vorsteher, Aufseher». W9erkstatt, f.(Pl.-stät- ten): Arbeitsraum für Handwerker. Spätmhd. wercstat. In neurer Zeit auch Werkstätte, f. (Pl.-n). Werktag, m., mhd. werc-, werke(n)- kac«Arbeitstag». Dafür auch Werkeltag, m., 1663 b. Schupp 191, b. Luther 1. Sam. 20, 19 u. schon 1389 werkeltac, wohl aus werkentac ent- standen. werktätig, adj.: durch Taten wir- kend. 1786 bei Adelung als obd. Kanzleiwort, aber bald allgemein verbreitet. Werkvertrag, m.: Vertrag, in dem ein Unternehmer ein Werk gegen eine vom Besteller zu gewährende Ver- gütung herzustellen verspricht. In neurer Zeit. Werkzeug, n.(Lels): die Geräte des Hand- werkers. Mhd. wercziuc m. n.(noch b. Opitz, Rädlein, Kramer M.).
Werkeltag, s. Werktag.
Wermut, m.(-Lels): die bittre Pflanze ab-
sinthium; Bittres, Bitterkeit. Im 18. Jh., z. B. b. Lichtwer Fab. 2, 20 noch F., früher auch Ntr. Mhd. wermaote),-müete f. n., ahd. wer i)muota, weramote f.(vgl. Zfd W. 2, 230); dazu mndl. wer- moel, ags. Wermõd m., engl. umgestaltet zu orm- ꝛ⁰οο⁴d. Wegen dän. malart«Absinth», eig.«Mot- tenkraut», dachte schon Adelung an Abl. von Wurm. Dagegen stellte es Weigand zu warm, da Kraut wie Blumen des Wermuts sonst als ein den Leib erwärmendes Mittel gelten. Beides unsicher.
Werner, Mannesname, mhd. Wernhér, md. Wernére, ahd. Wer(i)nheri.
Werre, f.(Pl.-n): Maulwurfsgrille, gryllus gryllotalpa. Noch bayr.-schwäb.(hier«Enger- ling»), wetterau. obhess. 1540 bei Alberus dict. XX 2*⁴ ᷑r f. Herkunft dunkel.
Werst, f.(Pl.-e), auch Werste, f.(Pl.-n): russisch. Wegemaß, 1066,5 m. Aus russ. verstã f.
1 Wert, s. Werder.
²Wert, m.: das, wie hoch etw. anzuschlagen oder zu halten ist; Kaufpreis(bei Kaufleuten). Bis ins 17. Jh. auch Werd, Wehrt n. Mhd. wert n., ahd. erd n.; dazu asächs.-afrs. werdhn.«Geld, Lohn», ags. eord, worcl, wurd, wyrp n., engl. worth, anord. verd n., got. waip-«Wert, Preisy. Wohl das subst. Ntr. von wert, adj.: an Gehalt anzuschlagend; Anspruch habend, hochgehal- ten zu werden. 1716 bei Ludwig wehrt, b. Hul- sius, Luther we᷑rd. Mhd. wert, ahd. werd gel- tend, käuflich für den Preis von—, wozu ge- eignet, tauglich, teuer, lieb, herrlich»; dazu asächs. werd, ndl. waard, afrs. werth, ags. weord, engl. vorth, anord. verdy, schwed.-dän. vdrd, got. wairps«wert, würdig». Entl. lit. veftas, apreuß. werts, abg. ne-vrédi. Viell. eins mit ärts u. dann verw. mit air. frith-«gegen, gegenüber', lat. adv. vorsus gegen), die Bedeutungsent- wicklung dann wie in lat. pretium n.«Wert, Preis», das zur Präp. idg.*preti«gegenüber gehört. Vgl. Idg. Forsch. 13, 88. Kymr. geverth ist wohl aus dem Ags. entl. Anders wird Zfd W. 9, 18 aw. avarota-«Besitztum verglichen. 4 L. werten, v.: nach seinem Wert schätzen; für wert halten. 1678 bei Kramer werthieren. Mhd. werden«wert halten, würdigen, schützen», ahd. werdön«kaufen, wert halten, verehren, würdi- geno; dazu asächs. gierdon«ehren, gut dünken, ags. Weordian, anord. virda, got. wairpön«wür- digen, abschätzen». ZUS. wertlos, adj., im 18. Jh. wertschätzen(Präs. er schätzt aert), zuerst 1716 b. Ludwig Wehrtgeschätzter Freund. Davon Wertschätzung, f.
Werwolf, m.(-Lels, Pl.-blfe): ein nach weit verbreitetem Volksglauben in einen Wolf verwandelter Mensch. Bei Adelung Währwolf. Mhd. erwolf m.; dazu ags. wer(e)eoul; m., zgs. mit zwe᷑r«Mann»(s. Wergeld) u. wolf. Vgl. Btr. 23, 571. Khnlich schon gr. xdvòεν m.(Ao'xoc Wolfo, ävépuroc m.«Mensch). Die Verwand- lung tritt nach heidnisch-deutschem Volksglau- ben ein mit dem Überwerfen eines Wolfshemdes (anord. ulfahamr) oder Wolfsgürtels. Ins Rom. entl. frz.(Iou)y-garou.
wes, Gen. von wer(s. d.).


