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Goethe 3, 130 bildet einen Dat. F. wer(Von He- lios gezeugt, Von wer geboren?). In den verw. Sprachen tritt teils ein o-, teils ein-Stamm auf: gr. ric, ri, Gen.(hom.) réo, lat. guis, quid, quod, osk. pis, pid, ir. cia, cid, lit. kàs, F. ka, apreuß. kas, Ntr. ka, abg. kuü-to«wer??, ito«was?», Gen. deso(= got. Wis), aind. käs, F. Kä, Ntr. éit. Ein Pl. wird im Germ. im allgemeinennichtgebildet, doch kommt von dem erweiterten got. Wazuh cjeder» der Akk. Pl. hanzuh vor, während im Ahd. bei Tatian der Nom. Pl. e«quiy u. der Dat. Pl. fon wꝝn«a quibus» gebildet ist. Statt dessen steht der Sg. Das Ntr. was wird schon got. subst. gebraucht und erfordert daher den Gen. Hierher gehören mhd. 2w³ lfels?«was Teufels», was andres?, ahd. hwaz audres? was neues? was machst du hier gutes?, mhd. waz bezzeres, was besseres, es ist was gemeines, daß Menschen fallen(Schiller Kab. u. L. 5, 7). Doch wurde der Gen. nicht mehr empfunden, 2. B. in was Wunder, ahd. w⁴ untoro, so daß in andern Fällen der Nom. eintrat, z. B. was Teufel!(Schil- ler Wall. Lag. 11), was Henker! Daneben auch was der Teufel! was der Henker! was? der Blitz?(Schiller Wall. Lag. 5). Dahin gehören auch wohl auf was Art sich die Teufel bedanken (Schiller Kab. u. Lieb. 5, 8),=u as Ende(Schil- ler Karlos 2,14). Ebenso kann auch wer stehen, wer Henkxer/(Wallenst. Lager 7), wer Teufel! (im gemeinen Leben). Für die Verbindung von was mit dem Gen. kam am Ende des 15. Jhs. od. Anfang des 16. Jhs. die Verbindung was für auf mit dem Akk., die schon bei Luther(Luk. 4,36, Joh. 2, 18; 6, 30), H. Sachs u. a. ganz geläufig ist. für war hier Adverb, das eig. zum Verb gehört, 2. B. bei Luther was zeigest du uns für ein Zei- chen, entstanden aus er zeigt ein Zeichen für (vor) u. dann fragend aas zeigt er für ein Zei- chen? Daher mundartl. bis in die neuste Zeit Was vor.— Das Ntr. wassteht ferner in Ausrufen in der Bed.«warum, wie sehrꝰ, u. weiter indefi- nit(schon mhd.-ahd.-got. u. idg.) nicht nur in Prosa, sondern auch poet.(Es darf der Jugend- freund sich was erlauben Schiller Wall. Tod5,5, vgl. ferner Tur. 5, 2, Tell 2,2; 5, 1).— Relativi- sches zer, was steht zunächst ohne Beziehung auf ein Subst. od. Pronomen Wer wagt, gewwinnt, es kann aber auch ein der nachfolgen, wer etwas wünscht, der sage es. Was steht dann auchstatt des persönlichen wer: Früh übt sich, was ein Meister werden will(Schiller Tell8, 1). Ein rela- tivisches was steht an der Spitze eines Satzes, der sich auf einen Satz od. etw. allgemeines in ihm bezieht, z. B. Sie ist das einzige, was von
mir nachhleibt Schiller Wall. Tod 3, 4(schon mhd. er hatte allez daz beschriben,— waz got hatte mit in lihnen] getriben, livlünd. Chronik 396); aber im 18. Jh. auch häufig as statt des zunächst auf Bestimmtes gehenden das, awel- ches, 2. B. Das erste Papier, was sie in die Hände nimmt(Lessing 7, 293), Es ist mein Herz, was gern beim Lob verweilt(Schiller Pikk. 2, 7). In der neuern Sprache hat dieses was immer mehr um sich gegriffen u. steht nach das, etwas, subst. Adjektiven und in Beziehung auf einen Satz. Endlich findet sich wer auch in adj. Stellung vor einem Subst. u. mit diesem dekliniert, wohin Wes Geistes Kind gehört. Bei Fr. Spee(† 1635) findet sich auch wer künstler, wen weg, wen schatz statt awelcher, doch ist dies nicht durch- gedrungen. Der Dat. wem bezieht sich nur auf Personen. Statt des Dativs von was in Abhängigkeitvon Präpositionen, teilweise auch statt des Akk. steht 20⁰(s. d.).
werben, v.(Präs. werbe, wirht, Pl. werhen, Prät. warb, Konj. würbe, Part. geꝛworben, Imp. wirb):(eig.) sich drehen(noch in der Abl. Wir- bel u. in werbendes Kapital, vgl. Adelung); sich bemühen um, zu gewinnen suchen, bes. vom Freien u. vom Truppenwerben. Mhd. werben csich um eine Achse drehen, sich bewegen, sich umtun, sich bemühend verfahren, tätig er- streben», ahd.(hoerban(Präs.[hlirhu, Prät. C(hl=warb, Pl.[hlawurbum, Konj.[heourhi, Part. gilh leorban), auch wervan, werfan asich kreis- förmig drehen, umrollen, sich wenden, zurück- kehren, wandeln, sich umtun, sich bemühend erstreben,(tr.) rings bewegen»; dazu asächs. moerban esich wenden,(hin- u. her)gehen',(ndl. werven), afrs. herva«wenden, verändern, wan- delnꝰ, ags. Ropeorfan«sich wenden, sich umher- treiben, wandeln», anord. hverfa(Prät. hvarf u. hverfda), schwed. huärfba«einen Bären umzin- geln», dän. hverue anwerben»(die Bed. nach dem Deutschen), got. waırban«wandelny, verw. mit gr. xopnc m.«Handwurzel», koprdktuoc creißend, schnelb(auch opnôc«Frucht könnte hierher gehören, vgl. bei Adelung Heu werben Heu ernten»), viell. auch mit aind. gürpam n. «geflochtner Korb zum Schwingen des Getrei- des, Wanne». Nach Bezz. Btr. 29, 239 hierher auch phryg. kopußavréc, kopßovrec«Priester der Kybele». 4L. Werber, m.(-v, Pl. wie Sg.): Freier, Anwerber der Soldaten(1678 in beiden Bedd. b. Kramer). Mhd. werbœre m.(Be)wer- ber, um die Minne der Frauen Werbenders; dazu mhd. werherinne f. Kuppleriny. Werbung, f., mhd. werbaunge f.


