Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1241-1242
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1241 Wende

²Wende, m.(o/, Pl.-n), s. Slawe.

Wendehals, m.(-es, Pl.-hälse): der Zug- vogel jynx. 1579 in Siebers Gemma 40 Wende- hals, eine sächs.-schles. Form, aber 1678 b. Kra- mer, 1625 im Eselkönig, 1540 b. Alberus dict. 22 b u. auch noch b. Frisch Windhals. Auch ndl. 1598 bei Kilian windhals. Zgs. aus winden u. Hals. Der Name, weil der Vogel den Hals winden od. drehen kann, auch lang ausstrecken. Vgl. Suolatti 35.

Wendekreis,-punkt, s. 1 Wende.

Wendelstein, m.(-s, Pl.-e): steinerne Wendeltreppe. Bei Luther 1. Kön. 6, 8. Früh im 15. Jh. endelstein, 1482 im voc. theut. nn wentelstein, Kirchthurn, also eig.«Turm mit Wendeltreppes. Zgs. mit mhd. wendel m. ssich wendendes Dings»(zu wenden) u. Stein. Wen- deltreppe, f.(Pl.-n): in Windungen empor- steigende Treppe. 1641 bei Comenius 544 Wen- deltreppe u. Schnecke. 1664 bei Duez auch Win- deltreppe u. so noch b. Wieland 21, 37(Gandalin 242), Arnim 3, 18. Gebildet nach Wendelstein.

wenden, v.(Prät. wandte u. wendete, Konj. wendete, Part. gezwandt, meist gezwendet): die Richtung verändern; umkehren;(refl.) sich in eine andere od. die entgegengesetzte Richtung bewegen. Mhd. wenden(Prät. wante, Part. ge- want)«anrühren, umwenden, rückgängig ma- chen, hindern, verhindern, kehren, richten, an- wenden, verwenden,(refl.) sich wenden, auf- hören», ahd. wentan(Prät. wanta, Konj. wanti, Part. giwant, giwentit)«in andre od. entgegen- gesetzte Richtung bringen»; dazu asächs. wen- dian, ndl. enden, afrs. wenda, ags. wendan(engl. wend, Prät. went«gehen»), anord. venda, schwed. vända, dän. vende, got. wandjan cwenden), Be- wirkungswort zuwinden, also«drehen macher. 4B L. wendig, adj., jetzt veraltet, aber noch wetterau. wenkc, 1678 b. Kramer unbeständigy, mhd. wendic chingewandt, rückgängig», ahd. (b. Notker) wendig«veränderlich». Wendung, f.(Pl.-en), mhd. wendunge f.«Abwendung des Schadens», im Sinne von«Ausdruck» bei Les- sing 1, 437.

wenig, adj. adv.: vergleichungsweise nicht viel. 1605 b. Hulsius weinig, mhd. wéõnec, weinec adj.«weinend, klagend, unglücklich, klein, ge- ring, schwach», ahd. wénag«bejammernswert, unglücklich, elend,(be)dürftigo; dazu got. α nahs(nur Röm. 7, 24, nicht ganz sicher). Wohl zu weinen unter Einwirkung von ahd. 206. Vgl. noch Btr. 27,135. Als Adv. steht v., ein wenig

schon mhd. Es ist eig. der Nom. Sg. Ntr. als

Subst. 4L. Wenigkeit, f., fast nur noch in

wer 1242

der Verb. meine W.«meine geringe Persom. Zu- erst 1624 b. Opitz Poet. 20. Uber die Geschichte des Begriffs vgl. Zfd W. 9, 87 ff. Zuerst um 30 n. Chr. bei Valerius Maximus mea parvitas, bei Otfrid unsu smãhu nidiri. wenigstens, adv.: so wenig als möglich ins Auge gefaßt. Gebildet wie ehestens. 1716 bei Ludwig. Khnlich zum ꝛwenigsten, 1660 bei Corvinus fons 1, 563 b.

wenn, Konj.: zu welcher Zeit(nur noch mundartl., sonst dafür waun); unter der Bedin- gung daß. Eins mit wann(s. d.). In den obd. Ma. überwiegt dieses noch heute, während md. u. nd. wenn herrscht auch in Verwendungen, die die Schriftsprache nicht kennt(Wenn komemst das?), die aber im 18. Jh. nicht selten sind. Erst Gottsched 1748 setzt bedingend nur wenn; 1741 bei Frisch wann u. wenn in gleicher Bed., da- gegen 1722 Freyer Orth. 258 u. 92 nur zenn in beiden Bedd. 1678 bei Kramer, 1691 bei Stieler usw. stehen ann u. wenn glbd., doch überwiegt b. Weismann 1715 zwann, b. Kirsch 1723, Weber u. Steinbach 1734 wenn. 1537 bei Dasypodius 2245, 451, 456, sowie Alberus dict. Hh ha- ben wann, wenn bereits bedingend, doch steht bei ersterm vorzugsweise zwwann, während 1538 Serranus dict. y 82 dies nur hat. ZUS. wenn- gléich, konj., wenn schõn, bayr. nur wenn- schön: zugestanden daß. 1691 bei Stieler 1910 wannschon, 2433 ann schon, a. a. O. auch wann- gleich, 667 Wenn gleich, 1678 bei Kramer wenn gleich, schon, auch, woneben aber in Beispielen wann schon, u. 1664 b. Duez wann schon. wenn nicht: die Bedingung gesetzt, daß nicht. 1540 pei Alberus dict. Hh 3 b wenn nit.

Wenzel, m.(-e, Pl. wie Sg.): der Bube in einzelnen Kartenspielen. 1786 b. Adelung. Der Eigenname Wenael, mhd. Wenzel, entl. aus slow. Wenceslaoο, russ. Venceslav, zgs. aus russ. vje- nec m.«Kranzs u. slava f. Ruhmꝰ. Latinisiert Wenzeslaus.

wer, Frage- u. indefinitives Pronomen. Dazu das Ntr. was. Der Gen. lautet wessen(1678 b. Kramer u. schon spätmhd.), älter aber wes(noch in weshũlb, wesaégen u. in wes das Herz voll ist, des geht der Mund uüber), früher auch weß ge- schrieben; der Dat. em, der Akk. νen. Mhd. wer, Ntr. ¹3, Gen. wes, Dat. em(), Akk. uwen, wag; ahd.(h)wver,(h)zwie,(h)waz, Gen.(h)wes, Dat. hoemu, wemo, Akk.(h)zwenan, wen,(h)awaz, Instr. (hwiu; dazu asächs. ho, hawie, hat, afrs.(h)uvã het, ags. haod, hawcœt, engl. who, anord. Ntr. huat, got. Was, Ntr. wa, Gen. wis, Dat. wamma, Akk. wana, Instr. 6. Im Got. kommt auch ein Fem. wo, Dat. wizai vor, das sonst unerhört ist. Nur