1237 Welf
welsch 1238
mit dem Gen. Welch andrer Sunde klagt das Herz dich an Schiller Maria St. 5,7. Doch sagt man in Prosa lieber welch eine traurige Begeben- heit, auch bei Goethe Nat. T. 1, 6 Owelch ein selig Jubelvoller Tag/ Wird welch flektiert, so folgt jetzt die schwache Form des Adj. welche schönen Auen Schiller Demetr. 2,2; früher war auch die starke möglich welche fürchterliche Zeichen Schiller Jungfr. 4, 11, welche reizende Bilder K. Ph. Moritz Styl 80. In emphatischer Aus- drucksweise steht auch welch ein vor einem Subst. Welch ein Ausgang Schiller Jungfr. 4,13, Welch eine Dãmmerung Goethe Tasso 3, 2, welch ein Wiedersehn/ Schiller M. St. 5, 4, Welch eine Wendung/ König Wilhelm v. Preufen 2. 9. 1870. Als Fragewort berührt es sich mit wer, doch muß bereits eine große Gruppe feststehen u. nur nach dem Individuum gefragt werden, wenn es gebraucht wird. Als unrichtig gilt jetzt, wenn man 2w. auf etwas allgemeines bezieht, wie z. B. die Abtissin Sprach noch ein paar Worte mit ihm u. ließ ihn dann gehen, welches ihm recht lieb war J. M. Miller Siegwart 903. Dafürjetzt was. Schließlich wird welcher als Relativum gebraucht für der, die, das. Vgl. darüber Btr. 16, 477. Es entspricht hier z. T. dem mhd. swelch(aus sowelch). Schon bei Luther welcher ist Christus.
Welf, m.(-Lels, Pl.-e), n.(Pl.-er): Junges wilder Tiere; junger Hund. Veraltet, nicht bei Adelung u. Campe, aber in neurer Zeit dichte- risch wieder aufgenommen, bei R. Wagner Ges. Schr. 6, 132 innd. Form Pl. Welpen. Mhd. welfle) m. n., ahd.(h)zwelf m. n.«Tierjunges»; dazu asächs. habelp m.«junger Hund», ndl. welp n., ags. hbelp m., engl. zhelp, anord. huelpr m., schwed. valp, dän. hwalp«Tierjunges, bes. von Hunden». Dazu mit Ablaut u. anderm Suffix gr. ckxòõX*V⸗ m. f.«Tierjunges». Anders Zfd W. 2,286. 4BL. welfen, v.: Junge werfen. Mhd. welfen.
welk, adj.:(aus Mangel an Feuchtigkeit) Lebensfrische u. Spannkraft verlierend. Mhd. welc(h), wilch feucht, lau, mildes, ahd. wel(c)h, welc«feucht, weich, an Frische u. Spannkraft geschwundeny», and.(entl.) wwellcu«marcidas. 4BL. welken, v.: welk werden. Mhd. selten welkcen, ahd. wel(c)hén, welkén; dazu mengl. zwellcen, welaen, engl. welk«schwinden, welkem u. mit Ablaut ags. wlaca, alcc«feuchty, also eig.«durch Feuchtigkeit weich». Verw. mit lit. vilg?ti befeuchtend glättens, apreuß. welgen cSchnupfen», abg. vlaga f.«Feuchtigkeit», vlä- gülci«feuchtꝰ, ir. folcaim«netze». Dazu noch Wolke(s. d.).
Wellbaum, m.(-s, Pl.-bäume): sich um seine Achse bewegender Baum am Mühlrad. Mhd. welleboum m., ahd. welleboum m.«Walze, Zylinder. Zgs. mit Welle.
Welle, f.(Pl.-/): Wasserbogen d. bewegten Wasserfläche u. dem ühnliches; Walze, Well- baum; walzenförmig gebundnes Reiserbündel; (turnerisch) kreisförmige Bewegung um das Reck. Mhd. welle f. in den 3 ersten Bedd., ahd. (bei Notker) wella f. in 1. Bed.; dazu ags. ill(a), Wwell(a), zwyll(a) m. Quelle, emporspringendes Wasser», engl. zell. Verw. mit lit. viln?s f., abg. vlüna f.« Welles. Wohl wurzelverw. mit ⁄allen. 4BL. wellig, adj., mhd. wellec. ZUS. Wel- lenlinie, f.: wellenförmige Linie. Wellen- schlag, m., 1793 bei Adelung unter Brandung.
Weller, m.(-s, Pl. wie Sg.): Zylinder von Ton, woraus die Pfeife in der Form gebildet wird. 1786 bei Adelung. Zu Welle.
wellern, v.: mit runden Strohbüscheln, die, von Lehm durchdrungen u. damit bestrichen, zwischen Hölzer gesteckt werden, zur Bildung einer Fläche ausfüllen(z. B. eine Wand wellern); mit Stroh u. Lehm bekleiben. Aus dem Näd. 1786 bei Adelung. Mnd. wellern. Zu Welle in der 3. Bed. ZUS. Wellerwand, f., 1786 bei Adelung. Mud. wellerrant f.
Wellfleisch, n.: Stichfleisch. Nordd. Zgs. mit wellen«aufkochen lassens, 1786 b. Adelung wüllen, Bewirkungswort zu wallen.
Wels, m.(es, Pl.-e): der größte Flußfisch Europas, siluris glanis. Im 15. Jh. bei Diefenb. gl. 403 b. Desselben Stammes wie Wal. Verw. mit apreuß. kalis«Welsy.
welsch, adj.: italienisch, romanisch; fremd- ländisch, fremdländisch unverständlich. Früher auch wälsch. Mhd. wal(h)isch, wel(h)isch welsch, wðdlsch«französisch, italienisch, romanisch, la- teinischy, ahd. walahisc, wal(h)isc, von ahd. wal(a)h, mhd. walchm.«Fremder, bes. Romane», ags. weal(h) m.«Kelte, Fremder, auch Sklaves.
Dieses Walch(jetzt selten Wale, früher Wahle)
geht auf den keltischen Volksnamen der Volcae zurück, die Nachbarn der Germanen waren. Die Germanen bezeichneten damit zunächst ihre westlichen Nachbarn, die Kelten, überhaupt u. dann, als Frankreich romanisch wurde, die Romanen. In engl. welsh blieb die Bez. auf die Kelten. Ebenso gehen die Volksnamen Wallonen u. Wallachen auf diesen Volksnamen zurück. Walch wurde wohl von den Goten an die untere Donau gebracht u. dort auf die dort vorhandne romanische Bevölkerung übertr. InsSlav. entl. abg. Vlachi. Die Bed. cfremdländisch»zeigt sich 78*


