Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1235-1236
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1235 Weißbäcker

sagung, f.(Pl.-en), mhd. zwεssagunge, ahd.(b. Notker) wizegunga f. Weißbäcker usw.,

8. 26ei.

Weistum, n.(*, Pl.-tümer): urkundliche

Aufzeichnung von Rechtsgewohnheiten. 1486 wystumb m.(Weist. 2, 98), mhd. ν8 εμο m. n. «Weisheit, Urteil, Rechtsbelehrung, Weistumy, ahd. νtðom m. n.; dazu asächs.-afrs.-ags. 2078- dõm m., engl. wisdom, anord. visdõmr m.«Weis- heity. Weisung, s. weisen.

weit, adj. geräumig, ausgedehnt, fern. Mhd.- ahd. zwνt; dazu asächs.-afrs.-ags. z⁰⁷5d, ndl. 0νd, engl. wide, anord. vidr, schwed.-dän. vid. Aind. vtãs«gerade, geradlinig» entspricht der Form nach genau u. auch die Bedeutungen lassen sich vermitteln.

stürkend verwendet. Subst. Weit, n.(-Le]s, Pl. -e): größte Weite eines Schiffs. Im Schiffsbau. Weite, n., z. B. das Weite suchen ist das subst. Ntr. Sg., eig. das weite Feld. Die Verbindungen

bei weitem«nicht so sehry, von weitem«aus der

Ferney sind adverbialisch geworden u. mit dem Dat. des Adj. zgs. Neben letzterm nicht selten

worin viell. mhd. 2wĩεten(e) adv. steckt, eine Bil- Frisius 806 b ist mhd. wıten und breiten. 4BL.

2²Weite, f.(Pl.-/), mhd. zwte, ahd. w⁵ f. wei- ten, v.: weit machen. Mhd. wεten, ahd. giwitan.

welch 1236

125. Mhd. wWεtseific, häufiger itseweifle)«um- herschweifend mit den Augen, weitschweifend, Jäufig». Zu schaweifen. weitsichtig, adj.: in der Nähe schlecht, in der Ferne gut sehend. 1678 bei Kramer. 1616 weit aussehend(Gom- bert 4, 8).

Weizen, m.(-s): die Getreideart triticum. Bei Luther weitze(2. Mos. 9, 32), 1482 im voc. theut. mm 72 aytz(noch b. Günther 382 Weitz u. selbst noch bei Rückert 4, 111 Weiz) u. 1540 b. Alberus dict. ii 2 b 2ei u. so oder als Weißen noch heute mundartl. weit verbreitet(schweiz.- obschwäb.- els.-obhess.- wetterau.- luxemburg. Luεss] hennegau.- thür.). Mhd. weizze, aeitze

m., ahd.(h) weig(3)i m.; dazu and. hoεti m., ndl. Als Adv.(mhd. lte, ahd. ⁵⁵ο, Wweit f., ags. hcνᷣνe m., engl. wheat, anord. hveiti

asächs. 6760, ags. 207de) wird z⁰. z. T. rein ver-

n., schwed. hete, dän. hvede, got. waiteis m. Aus dem Germ. entl. lit. Kietis m.«Weizen- korn?, kviedel pl.«Weizeny. Mit Ablaut zu zweiß als das weiße Korn gegenüber der dunkeln Gerste, vgl. Hoops Waldbäume 356. Khnliche Benennungen liegen vor in bret. giwenn«weiß» u. gewiniz«Weizen», alb. barp«weiß, Weizen».

Denselben Vokalismus wie weiß zeigenschwed.- bei, von weiten(ersteres 1786 bei Adelung),

dial. Hote, mengl. hite. Der Wechsel von z2 u.

ss erklärt sich aus der alten-Flexion. 4 BL. dung wie unten, oben. Wweit u. breit 1541 bei

weiter, adj. adv.: über den Punkt hinaus, bis zu dem man schon gekommen ist. Eig. das Adv.

des Komp. von eit, mhd. νεer, ahd. witor, aber erst nhd. als Partikel; davon weitern nur in erweitern v.: weiter machen. Mhd. w ˙tern«wei- ter werden, machen, ahd.(b. Notker) geroiterön, wovon Weiterung, f.: Verzägerung, Kanzlei- ausdruck im 16. Jh. Mhd. Wterunge f. Er- weiterung». ZUS. weitaussehend, adj., in

adv.: aus weiter Ferne. Zgs. aus eit u. her. Rd. nicht weit her sein, im Simpl. 1, 1065 K. weit-

weizen, adj.: aus Weizen bestehend. 1482 im voc. theut. mm 7a awaytzin, mhd. weizin. Bes. in Zss.: Weizenbrot, n., mhd. 2ε³en)bröt;

Weizenernte, f, f., bei Luther Ruth 2, 23 Wei-

zenernd usw. welch, flekt. welcher,-e,(es), das adj.

fragende, auch ausrufend gesetzte Fürwort

= was für); das adj. relative Fürwort; auch 0

indefinit. Adjektivum. Mhd. zwelch, welich, zwel

läufig, auch weitläuftig, adj.: über Gebühr

sich hinziehend. Die erste Form findet sich b. Adelung, 1678 bei Kramer(-lu;/†⁹), 1561 bei Maaler u. 1541 bei Frisius 2784, 7052, 806 b(Q0yt- löuffig) u. 1513 bei Pleningen Sallust T 3(eit-

(noch wetterau. well), auch wilich, wielich«wie beschaffen, welch»(mit Subst.),(ohne Subst.) «welch, wer»(allgemein), ahd.(h)evelih, wilih;

dazu asächs. hwilik«irgend einer, welchery, ndl. der 1. H. des 18. Jhs.(2Zfd W. 9, 139). weithér,

Welk, afrs. hzweldlc, ags. hwilc, engl. which, anord. hviliker, schwed.-dän. huilkcen, got. Wileiles«wie beschaffen, was für ein, welcher»; daneben got. wéleils(zgs. mit dem Instr. ⁶ς), wozu ahd. (h)zwielih, mhd. wielich. Zgs. mit dem Frage- stamm ꝛver u. lich(s.-lich). Wahrscheinlich ist

die Zss. mit dem Instr. älter. Die Bedeutung

leꝛoffiger). Dagegen ist eitläuftig schon mhd.

ꝛwiĩtlouftic, dann bei Luther W. 8, 150(-leufftig), 1664 bei Duez(-läzwfftig) u. dann b. Klopstock, Lessing, Wieland, Goethe, Herder. Zgs. mit

ist also«wie beschaffen, dem«so beschaffen»

(s. Solch) gegenübersteht. Folgt auf welch ein

Adj., so steht die starke Form, wenn welch un-

läufftig, s. Lauft. weitschichtig, adj.: weit- gehend. Bei Schiller Tell2728. weitschweifig, Verbindung mit einem Ntr. das Adj. auch un- adj.: umständlich. 1534 bei S. Franck Weltb. flektiert bleiben Welch traurig Los Tasso 3,3),

flektiert ist, z. B. Welch neuer Qualenlcrampf be- drohet mich Goethe Nat. T. 3,4, Welch köstliches

Gezwand entwickelt sich cbd. 2,5(doch kann in