Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1233-1234
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1233 Weisel

weissagen 1234

wie beispielsweise. Dann aber wurde nach dem Muster nominaler Zss. auch der Stamm einge- setzt. Die adj. Verwendung dieser Bildungen tritt erst im 18. Jh. auf. In Verbindungen mit Adj. wie mõglicherzweise, natürlicherweise liegt der Gen. vor; sie kommen in dieser Art schon im 15. Jh. vor.

Weisel, m.(-8, Pl. wie Sg.): Bienenkönigin. Mhd. w¹sel«Führer, Bienenkönigin. Zuweisen. Dafür ahd. 2 0 m. in beiden Bedd. Bei Gellert Schr.(1760) 1, 7 Weiser m.

Weisen, v.(Prät. aw¹es, Konj. wiese, Part. ge- Wiesen, Imp.*eisſe]):(eig.) wissend machen (noch deutlich in unterweisen); jem. wissend machen in bezug auf Richtung wo oder wohin (den Weg weisen);(dann) ihn zu dieser Richtung nötigen(zurechtaeisen); zeigen. Mhd. wWisen, ahd. isan ausοοσν⁸εjan; dazu asächs. wsian zei- gen, verkünden⸗, ndl.*zen, afrs. wisa«zeigen, anweisen, zuerkennen, erkennenꝰ, ags. z⁷sian zeigen, führen, lenken», anord. visa, schwed. visa, dän. vise cweisen». Von dem Adj. 2078(s. Wweise) und daher urspr. schwachbiegend. Die starken Formen tauchen vereinzelt im Mhd. auf (Prät. weis, Part. gewwisen), finden sich dann im 16. Jh. überwiegend, so bei H. Sachs, während Luther noch schwach biegt, ebenso noch b. Lo- gau 1, 3, 17, Weise Erzn. 60, Lohenstein Hyac. ·84. Mhd. wird das Verb mit dem doppelten Akk. verbunden, während nhd. für den Akk. d. Pers. der Dat. z. T. eingetreten ist, der aber auch schon md. vorkommt. 4L. Weiser, m.(-S, Pl. wie Sg.): einer der weist(z. B. in Wegeweiser); Uhr- zeiger. Mhd. wiscœre m.«Führer, Lehrers. Ahd.

dafür νso, s. Weisel. Weisung, f.: Befehl.

Mhd. zwνsunge f.«Zeigung, Offenbarung, Aus- weis, Inhalt, Leitung, Führung, Einweihung, Beweisführung, Rechtweisung.

weismachen, s. weise.

weiß, adj.: rein lichtfarbig. Mhd. Wʃ3, ahd. (h)ν; dazu asächs.-afrs.-ags. hwit, engl. white, anord. hvitr, schwed. hwit, dän. huid, got. weits; daneben(mit Ablaut) mnd. ¹tt, ndl. wit; dazu aind. gvétnas, gvilnjäs«weißlich», gvétäs, aw. spaetò«weißꝰ, abg. Suνεια m. Licht, Hellev, lit. svaititi chell machenꝰ, viell. auch lat. vitrum n.

Glass. Uber Verstärkungen von 2. schlohbeiß,

kreidezwei s. Zfd W. 6, 209. Subst. Weiße, m.

(n, Pl.-n): Angehöriger der weißen Rasse. Erst im 19. Jh. 1 Weiße, f.(Pl.-/): Glas oder

Flasche Weißbier. Berlinisch. Weiße, n., im Ei, im Auge. Auch Weiß in Bleirweiß. RA. der weiße Sonntag«der Sonntag nach Ostern, lat. dominica in albis, benannt von den weißen Klei-

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

II. Bd.

dern, die man in der Woche nach Ostern trug. sich weiß brennen wollen«sich für unschuldig ausgebenwollen. Nach Adelung von der Reini- gung der Silberoberfläche durch Sieden, Bren- nen mit Weinstein u. Salz. 4 BL. 2Weiße, f.: die weiße Farbe. Mhd. 2⁰ο⁄20 f., ahd. haizi f.; da- zu anord. huiti f. weißen, v.: weiß machen; tünchen. Mhd. wizen, ahd.(h)wizan; dazu ags. mortan, engl. whiten, got. gabweitjan«weiß ma- chen); davon Weißer, m.: Tüncher. 1678 bei Kramer. weißlich, adj.: dem Weiß ähnlich. 1711 bei Rädlein als Adv., 1561 b. Maaler 20/- lächt, 1540 b. Alberus dict. E1 b weißlicht, mhd. wizlot. Weißling, m.(-s, Pl.-e): Weißfisch (Adelung, vgl. auch Goethe[Götz] 39, 88); wei- Ber Tagschmetterling(1796 bei Nemnich). Z0S. Weißbäcker, m.: ein Bäcker, der Weißbrot bäckt. 1786 b. Adelung. Weißbier, n.: helles Bier besondrer Art. Bei H. Sachs Fastn. 6, 144. Weißbinder, m.: Küfer, der nur kleine Gefäße aus weißem Holz bindet(1786 b. Ade- lung); Tüncher, hessisch. Weißbrot, n.: Sem- mel. Mhd. Cνς öt n. Gegensatz ist Schzwarz- brot. Weißdorn, m.: eine Art des Hagedorns, crategus oxyacantha L. Bei Dioscorides 80. Weibßfisch, m.: kleiner Fisch mit silberfarb- nen Schuppen, meist cyprinus alburnus. 1664 bei Duez. weißgar, adj.: mit Kalk, Alaun u. Salz gar gemacht; zum Unterschied von lohgar. Weißgerber, m.: Gerber, der weißgar gerbt. Mhd. wizgeriwer. Weißkohl, m.: Kohl von weißer Farbe, zum Unterschied vom blauen, braunen, grünen Kohl. 1716 b. Ludwig, aber noch Adelung fordert als besser weißer Kohl. Weißkraut, n.: Weißkohl. 1786 bei Adelung. Weißpfennig, m., Ubersetzung des mlat. al- bus m., s. Albus. Spätmhd. W5Ʒpfenninc m. Weißtanne, f.: Tanne mit hellerer Rinde. 1561 bei Maaler e(ε) tann. weißwaschen, einen Mohren, gr. Aigiono Xeuxolveiv(LfdW. 3, 236). Weißwein, m., noch nicht b. Heinsius.

weissagen, v.: durch übernatürliche Ein- gebung voraussagen. Mhd. ν⁸εs)agen, eig. aber wizzigen(Herbort 1694), ahd. wν3agön; dazu afrs. wwtgia, ags. wνεtigian. Abgeleitet von ahd. wi(z)ago, ags. lt e)ga«Wahrsager», einer Abl. von ε⁴, s. wwissen, also der Wisser». Das Wort hat demnach mit weiß u. sagen nichts zu tun, es wurde aber mit diesen in Verbindung gebracht(daher auch älternhd. weißgesagt, Zfd W. 1, 303), und schon bei Notker wissago, Sage, wie wärsago. Mhd. allgemein wissage, auch aiνhsage m. durch Anlehnung an 2wν‚(s. Weihnachten), nhd. Weissager, m. Weis-

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