Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1231-1232
Einzelbild herunterladen

1337 Zönakel

zu 1338

Zöndkel, n.(*s, Pl. wie Sg.): Speisesaal in Klöstern. Auch Zenäkcel. 1834 b. Petri. Schon mhd. zenäkel. Aus lat. cenaculum n.«Speise- zimmer» zu cénãre cspeisen.

Zone, f.(Pl.-n): Erdgürtel, Erdstrich. 1703 b. Wächtler u. 1727 b. Sperander noch Zona. Aus lat. 20na f., von gr.=uvi f.«Gürtel, Erdgürtel».

Zoolõg(e), m.(ſTeln, Pl. eln): wissen- schaftlicher Erforscher der Tiere. 1813 bei Campe. Rückbildung von Zoologie, f.: wis- senschaftliche Tierkunde. 1786 bei Adelung. Entl. aus frz. oologie f., gebildet aus gr. ⁊Eovn. Tier? u. einer Abl. von Aeyerv«sagen*. Dazu zoolögisch, adj.

Zopf, m.(Jels, Pl. Zöpfe): Haarflechte; Baumgipfel, das dünnre Ende des Stammes (1786 b. Adelung); Rausch; Pedant, Pedanterie; Backwerk von spitzer Form. Mhd. zopf m., md. 20pp m. Haarflechte, Backwerk, hinterstes Ende, Schwanz, Zipfeb, spätahd. 20pf m.«Haar- flechtey; dazu mnd.-ndl.-afrs. fop m., ags. fopp m. Spitze, Haarlocke», engl. fop, auch tuft (Haarlocke»), anord. foppr m. coberste Spitzes, schwed. fopp, dän. fop Gipfel, Spitze». Aus dem Germ. entl. afrz. fop m.«Haarbüschel» u. dazu Toupet(8. d.), ital. foppo m.«Blocko, span. topo m. Ende, Knopfs. Herkunft ist dunkel. Zapfen u. Zipfel können nach unsrer jetzigen Erkenntnis nicht verwandt sein, vgl. aber Btr. 16, 237. Die Bed.«Pedants erklärt sich daraus, daß im 18. Jh. nach Aufgabe des Zopfes als Mäannertracht pedantische Leute ihn noch fort- trugen. Zur Bed.«Rausch» vgl. Haarbeutel u. auch die RA. er hat etoo. hinten sitzen. 4. B L. z0pfen, v., mhd. zopfen«mit einem Zopf ver- sehens. zoOpfig, adj.: dem Zopfstil angehörig, pedantisch. Im 19. Jh. zöpfig, adj.:(in Zss.) mit einem Zopf versehen. ZUS. Zopfband, n., 1811 b. Campe. Zopfende, n.: das dünnre Ende eines Baumstamms. 1786 bei Adelung. Zopf- haar, n., 1691 b. Stieler. Zopfholz, n.: Holz vom Gipfel der Baume. Bei Adelung. Zopfstil, m.: Barok, Stil des 18. Jhs. zur Zeit der Zöpfe.

Zores, m.: ein Durcheinander, Wirrwarr; Gesindel. So ins Jüd.-deutsche von hebr. çãröt «Bedrängnisse, Nöte», dem Pl. von hebr. gãrd. Els.-bayr.-obhess.

Zorn, m.(Lels): Außrung eines hohen Gra- des von Unwillen. Mhd. zorn m., selten n., auch cBeleidigung, heftiger Wortwechsel, Streits, ahd. zorn n.; dazu asächs. torn n., mnd. forn, karn m., ndl. toorn m., ags. forn n. Es wird gew. zur Wz. von zerren gestellt, also«Zerrissenheit, Zwist», vgl. got. gatara m. Rißy. 4 BL.

zornig, adj., mhd. zornec, ahd. zonag. Z08. zornmütig, adj., mhd. zornmitetic«erzürnt erbitterts.

Zote, f.(Pl.-/): unsaubre Scherzerzählung. 1663 bei Schottel, Alberus Barf. Eulensp. 117, Luther 3,343; 7,407 Jen. Zote(n); bei Kramer, Duez, 1647 bei Schönsleder, H. Sachs Fab. 2,53, 1575 b. Fischart Garg. 6 zotte. 1578 b. Fischart Flöh Hatz 1369 zott m. lustiger Streichs. Entl. aus frz. sotie f.«Narrenspiel» ist nicht gerade wahrscheinlich, eher zu ²2Zotte(s. d.), obgleich uns auch hier die Bedeutungsvermittlung fehlt. Vgl. aber Flausen. 4 BL. zotig, adj. ZUS. Zotenreißer, m., 1663 bei Schottel, aber die RA. Zoten reißen bei Alberus(s. o.) u. bei H. Sachs, 1575 im Garg. 67 20ttenreiſende, zugleich mit Possen reißen auftretend.

1Zotte, Zeute, Zeite, f.(Pl.-/): Ausgießer an einem Gefäß. Wetterau. zott f., auch bei Alberus dict. AA 32 Zot«Röhre», zott Pp 32, ee 1 ²2 αοαsserrhor», Kk Mychos, die zott an der ampel odder lieht, darauß das dacht brennt. Rhönisch zott, aber am untern Main Zutte f., bei Gießen Zaut, bei Luther Zeute am Rande zu 4. Mos. 8,2, kurhess. Zeite. Eins mit Tute, Tüte.

*2Zotte, f.(Pl.-n):herabhängenderaus Haaren od. Fäden bestehender Flausch. Bei Adelung Zote, aber 1590 bei Diefenb. gl. 610 b z0ft. Mhd. zot(t)e f. m., ahd. aber zat t)a f., 2ato, zoto m.; verw. mit ndl. fod de) f. Lumpen, Fetzen, Ha- der», engl. tod«Gewicht von 28 Pf. Wolle, Buschwerk», anord. foddi m.«kleines Stück». Herkunft ist dunkel, auch der Vokalismus zata, zoto macht Schwierigkeiten. Viell. gehört ahd. zatarra f.«Hurey dazu, was einen Anhalt zu der Bedeutungsentwicklung von Zote gibt. 4L. Zottel, f.(Pl.-/): Zotte. Gebildet wie Troddel. 1786 bei Adelung. Damit zgs. Zottelbär, m., 1734 b. Steinbach. zottig, adj., mhd. 20 t)eht, ahd. zutoht.

zotteln, v.: langsam, schwerfällig gehen, zurückbleibend hinterhergehen. 1669 im Simpl. 190. Vonzotten, 1618 b. Schönsleder Qq 8 b. Mhd. zoten clangsam gehen, schlendern, in Zotten niederhangens. Zu Zotte.

Zötus, m.(Gen. Pl. wie Sg.): Jahrgang von Schülern, Schulgemeinde. 1834 bei Petri. Das lat. coetus m.«Versammlung, Kreis».

zu, I. Präp. mit Dat., die urspr. das Ziel einer Richtung oder Bewegung, aber auch die Ruhe bezeichnet, mit den Bedd.: in der Richtung nach; in der Richtung nach und der Absicht des Beisammenseins mit 0d. des Seins bei; bis auf das Kommen od. Dasein von(sich zu

*