Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
1229-1230
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1229 weigern

Weile 1230

Kämpfer, Streiters. Eig. Part. Präs. zu mhd. wigen, ags. wWigan, anord. wega, got. weihan ckämpfen». Verw. mit lat. vincere siegeno, air. fichim ckämpfe», lit. apveilc ù«bezwinge».

weigern, v.: widerstreben, versagen, nicht willfahren;(refl.) etw. zu tun ablehnen. Dafür md. wegern bei Luther, Schupp, 1664 bei Duez, Günther 541, Hagedorn 0d. 168, Gellert Lustsp. 37, Claudius 6,73, bereits 1469 im mrhein. voc. ex quo wegern. Mhd. weigern, ahd.(nur b. Not- ker) weigerõön«sich widersetzen, weigern), mit Gen. der Sache od. Dat. der Pers. od. beiden zu- gleich. Von mhd. weigerlichen stolz, stattlich, sich widersetzend⸗, ahd. weigar tollkühn». Viell. verw. mit lit. vilerus«munter, rührig» u. weiter zu der Wz. die in Weigand vorliegt. Eig. also ckäümpfend, streitendy. Das einfache wei- gern ist jetzt selt., steht aber b. Schiller d. Glück, Maria St. 5, 9, Tell 2, 2. 4 L. Weigerung, f. (Pl.-en), im 15. Jh. weigerung, wégerung.

Weih(e),(preuß.-bayr. nur) m.(JLeln, öst. auch-es, Pl.-eln, öst.-e), Weihe, f.(Pl.-n): der Raubvogel milvus. Bei Schiller Tell 3, 1 Weih m., 1678 b. Kramer weyhe m., u. ebenso Luther, Waldis, Rollenhagen, Maaler m., 1664 bei Duez weih(e) f. Mhd. w3e m., auch a³ge, wije, wihe, w8ie, ahd. 5οο m.; auch wigo, 2iνοο, wiho, dazu mnd. awe f. m., mndl. uaoe, ndl. 2⁶ο³⁸ m. Die Herkunft ist unsicher. W. könnte ge- hören zu aind. vig m.«Vogel⸗ od. zu aind. véti (vgl. Weide), also der Verfolger, Stößer od. zu idg. vi(in lat. vignti)«zwein, dann nach dem ge- spaltnen Schwanzbenanutu. a. Vgl. Suolahti 356.

Weihbischof, m.: Bischof, der nurgeweiht ist, aber keinen Sprengel hat. Mhd. wãc)hbi- schof m. csuffraganeuss, zgs. mit dem Adj. Wich, s. weihen. Ebenso Weihbrunnen, m., mhd. 5(c)hbrunne m. Weihwasser».

1Weihe, m. f., s. Weih.

*Weihe, f.(n): Handlung des Weihens. Mhd. weihe f., ahd. ⁷π5 f.«Heiligkeit, das Salben, von ich, s. Weihen.

weihen, v.: feierlich Gott zu Dienst, zu hei- ligem Dienst od. Gebrauch, überhaupt feierlich bestimmen(einzbeihen). Mhd. wihen, md. auch wigen, ahd. wĩhan, wihen(aus winjan) cheiligen, segnen, Gott oder Heiligen zueignen»; dazu asächs. rhian esegnen, ndl. w ν/den, afrs.(g)a cweihen», anord. wW¹gja«einweihen», schwed. viga, dän. vie«weihen, trauenꝰ, got. gaweihan ceinweihen», weihnan«geheiligt werdenv». Von dem Adj. got. ꝛweihs, ahd. ³π), mhd. wich chei- ligs, nhd. weih- in Zss.; dazu asächs. wih n. Hei-

ligtum. Daau viell. noch engl. witch cbezau-

berm, ags. wicca m. Laubrerz. Viell. verw. mit lat. victima f.«Opfertier, Opfery, umb. eveietu «er soll geloben», vgl. Bezz. Btr. 24, 184, Idg. Forsch. 6, 39. 4 BL. Weihung, f., mhd. w⁰- hunge f., andfrk. wĩunga f.

Weiher, m.(-v, Pl. wie Sg.): Kleiner Teich, kleiner See. Mhd. woxre, wirer, Wiher, zwiger,

aer m., ahd. wĩari. Entl. aus lat. vrvãrium n.

Tierbehältnis,-garten, Fischteich»(zu lat. vruus clebendig»).

Weihkessel, m.: kesselartiger Behälter mit Weihwasser. Spätmhd. wichkezzel m. Zgs. mit, Wich, s. wweihen. Ebenso Weihnachten, pl.(öst. nur so), auch Weihnacht, f.: Fest der Geburt Christi. Mhd. wihennaht, hervorgegan- gen aus ze wihen naht«zur heiligen Nacht», mhd. auch diu wihe naht die heilige Nachts. Dagegen Weihnachten aus mhd. ze wihen nahlen, auch schon winahten u. md. enahtis lac, dem Dat. Pl. Man zog wie bei Ostern, Pfingsten den Pl. vor, weil man mehrere Festtage feierte. Daß die Bezeichnung Weihnachten von den agerm. zwölf heiligen Nächten stamme, ist nicht wahrschein- lich. Weihrauch, m.: das zu gottesdienst- lichem Räuchern übliche Harzvom Wacholder. Bei Luther Matth. 2, 11 Weyrauch, mhd. νh)- rouch n. m., ahd. 2νh)rouh; dazu asächs. wW¹h- rõôk m. Eig. cheiliger Rauch'. W9eihwasser, n.: geweihtes Wasser. Mhd. wichewagzer. Weih- wedel, m.: Wedel zum Besprengen mit Weih- wasser. Spätmhd. wĩzcadel m.

weil, Konj.: solange als, während; daher daß, aus der Ursache daß. Hervorgegangen aus die- ꝛeil(s. d.). Schon spätmhd. wile«solange alsy. In dieser Bed. noch im 18. Jh. z. B. bei Schiller Br. v. Mess. 34, Räub. 1, 2, Tell 1, 2, auch bei Lessing u. a. u. mundartl.(Gombert 4, 7).

weiland, adv.: in voriger Zeit, vormals, vor- zeiten. Im 16. Jh. neben eilend bei Helber 28, im 15. Jh. bei Nic. v. Wyle 85, 32 wwlant, mhd. wilent, auch wllont, wilunt mit angetretnem f aus mhd. wilen evormalss(noch in einstebeilen), ahd. a¹lön«bisweilen, jetzty dem Dat. Pl. von ahd. zw¹³la«Weile.

Weile, f.: Zeit; andauernde Zeit. Mhd. zwile f., ahd.(h) w5l(); dazu asächs. haw²l(a) f.-Zeit», afrs. haile f., ags. hawil f.«Stunde, Zeit, Zeit- dauer», anord. hvila f.«Ruhestätte, Bett», got. weila f.«Weile, Zeit, Stunde. Zu dem Stamm, der vorliegt in lat. quis f.«Ruhey, abg. pokoj? m.«Ruhes, aind. dirds«langdauernd, lange», ir. cian«langen. Vgl. Zupitza Gutt. 56. 4L. Weilchen, n.: kurze Zeit. weilen, v.: zögern (Goethe Faust 1017); sich aufhalten. Spätmhd.